EREIGNIS

JAHR1214   Suche
MONATMärz
TITELGefangenschaft des Münsteraner Bischofs Otto I.


INFORMATIONNach dem welfisch-deutschen Thronstreit (1198-1208), nach der allgemeinen Anerkennung König Ottos IV. (reg. 1198-1215/18) und dessen Kaiserkrönung (1209) kommt es ab dem Jahr 1212 wieder zu Thronstreitigkeiten im deutschen Reich, als es - unterstützt von Papst Innozenz III. (reg. 1198-1216) - dem staufisch-sizilischen König Friedrich II. (reg. 1212/15-1250) gelingt, sich in Süddeutschland gegen Otto IV. durchzusetzen. Auch Bischof Otto I. von Münster (reg. 1203-1218) stellt sich auf die Seite des Staufers. Er begibt sich auf den Hoftag Friedrichs nach Koblenz (Mitte bis Ende März 1214), wird aber - nach dem Abfall seiner Dienstleute und der Münsteraner Bürger - in Köln von Anhängern Kaiser Ottos gefangen genommen.

Inhaftiert in der niederrheinischen Pfalz Kaiserswerth, befreit Graf Adolf III. von Berg (reg. 1189-1218) nach Belagerung und Übergabe der Burg den Bischof (24.07.1215). Noch auf dem Vierten Laterankonzil Papst Innozenz’ III. (November 1215) ist die Gefangennahme Bischof Ottos ein Grund dafür, dass der gebannte Kaiser Otto IV. nicht rekonziliert wird. Für die Münsteraner Bürger und die bischöflichen Ministerialen hat die Gefangennahme des Bischofs die Exkommunikation und die Belegung Münsters mit dem Interdikt zur Folge.


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit2.15   1200-1249
Ort1.1   Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation < - 1806>
2.21   Münster, (Fürst-)Bistum < - 1802>
3.5   Münster, Stadt <Kreisfr. Stadt>
4   Münster, Bistum <1802 - >
Sachgebiet5.9   Kriege, militärische Konflikte
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