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Presse-Infos | Kultur
Mitteilung vom 08.10.26
Kostenloser Vortrag LWL-Museum für Archäologie und Kultur
Herne (lwl). Was verbindet Archäologie, Popkultur und Psychologie? Zum Beispiel eine gemeinsame Faszination für das Thema Kannibalismus. Am Donnerstag (15.10.) lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne um 19 Uhr zu einer kostenlosen Kurzvortragsreihe ein. Drei Referierende beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und gehen der Frage nach, was hinter der Faszination für den "Kannibalen" steckt.
Die Historikerin und Guide im LWL-Museum Tabea Doll widmet sich dem Verhältnis von Archäologie und Kannibalismus. Aßen Neandertaler tatsächlich Menschen? Der Vortrag nimmt den historischen Mythos des "Kannibalen" unter die Lupe und zeigt, wie entsprechende Vorwürfe entstanden sind.
"Pop-Kultur, Medienwissenschaft & Kannibalismus" lautet das Thema des Vortrags von Kai G. Bernhardt, Historiker, Medienwissenschaftler und Guide im LWL-Museum. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus historischen Vorstellungen und Erzählungen moderne Geschichten und Bilder entstanden sind. Filme wie "Nackt und zerfleischt" greifen dabei auf historisch gewachsene Vorstellungen zurück und verbinden Themen wie Rassismus und Psychologie mit der Angst vor dem Bild des "grausamen Kannibalen". Der Film steht dabei exemplarisch für zahlreiche Horrorproduktionen, die diese Vorstellungen aufgreifen, weiterentwickeln und für die Popkultur inszenieren.
Der Schriftsteller, Psychologe und Psychotherapeut Tom C. Winter nimmt schließlich Psychologie und Kannibalismus in den Blick. Während die Vorstellung, einen Menschen zu verspeisen, bei den meisten Menschen Abscheu auslöst, beschreibt der Begriff "Vorarephilie" den sexuell aufgeladenen Genuss an der Vorstellung, zu verschlingen oder verschlungen zu werden.
Die Veranstaltung ist kostenlos und kann sowohl vor Ort im Museum als auch im Livestream auf Youtube besucht werden.
Pressekontakt:
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
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