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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 03.09.26

Tag des offenen Denkmals am 13. September
LWL-Archäologie für Westfalen öffnet Türen und Bauzäune: Eintauchen in die Geschichte Westfalens

Münster/Rödinghausen/Dortmund/Sprockhövel (lwl). Einblicke in das Fundarchiv und die Restaurierung, aber auch archäologische Stadtrundgänge und Führungen über aktuelle Ausgrabungen: Besuchenden in Münster bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) anlässlich des Tages des offenen Denkmals ein vielfältiges Programm. Am Sonntag (13.9.) von 10 bis 16 Uhr können Interessierte Einblicke in die Arbeit von Archäologinnen und Archäologen gewinnen, denn sowohl im Zentralen Fundarchiv in Münster als auch direkt an aktuellen Ausgrabungen freuen Fachleute sich auf einen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern. Aber auch Ausgrabungen in Rödinghausen, Dortmund und Sprockhövel laden zur Besichtigung ein.

Die LWL-Archäologie für Westfalen ist seit 2003 in den Räumen des ehemaligen Heeresverpflegungshauptamts in Münsters Speicherstadt. Wenn in Westfalen-Lippe etwas ausgegraben wird, führt der erste Weg oft zu den LWL-Restaurator:innen. Am 13. September laden die Expertinnen und Experten jeweils um 12, 13.30 und 15 Uhr zu einem Rundgang durch die Restaurierung ein. Außerdem besteht um 12, 13.30 und 15 Uhr die Möglichkeit, in Begleitung von Fundarchivleiter Nils Wolpert und der Leiterin der Zentralen Dienste, Dr. Birgit Münz-Vierboom, Einblicke in das Zentrale Fundarchiv der LWL-Archäologie zu bekommen.

Wer einen ganzheitlichen Blick bekommen möchte, kann so dem archäologischen Fund von der Restaurierung bis zur Einlagerung im Archiv folgen. Treffpunkt ist jeweils vor dem Haupteingang des Gebäudes: LWL-Archäologie für Westfalen, An den Speichern 12, 48157 Münster. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen sind ab Mitte August im Internet oder per Mail möglich: lwl-archaeologie@lwl.org oder https://veranstaltung.lwl.org/TagdesoffenenDenkmals2026.

Draußen auf der Ausgrabung: Führungen in Rödinghausen, Dortmund und Sprockhövel
Auch in der Region finden Veranstaltungen der LWL-Archäologie zum Tag des offenen Denkmals statt. Den Archäolog:innen können Interessierte auf aktuellen Ausgrabungen über die Schulter schauen.

In Rödinghausen-Schwenningdorf im Kreis Herford wartet eine 2.000 Jahre alte Siedlung auf Besuchende. Es gibt bereits Spuren ehemaliger Holzhäuser. Archäologinnen und Archäologen führen aktuell Grabungsmaßnahmen durch, um die Überreste dieser Zeit wieder ans Tageslicht zu holen und weiter zu erforschen. Zum Tag des offenen Denkmals können Interessierte um 15 Uhr an einer Führung über die Ausgrabung teilnehmen. Anschließend werden aktuelle Funde gezeigt und es besteht die Möglichkeit, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Die Führung dauert etwa 30 Minuten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt: Wendehammer am Adlerweg, Rödinghausen-Schwenningdorf.

Im Dortmunder Stadtteil Westrich bietet der LWL gemeinsam mit der Stadtarchäologie Dortmund eine Führung über eine aktuelle Ausgrabung am Mergelkopf an.

Nach einer kleinen Sondierungsgrabung 2024 wird dort eine größere Fläche auf einem Acker bei Haus Dellwig untersucht. Bereits bei der ersten Sondierung kamen Befunde zutage, die vermutlich in die spätkaiserliche Zeit der Römer datieren. Diese Epoche umfasst etwa das 3. bis frühe 5. Jahrhundert n. Chr. und markiert die letzte Phase der römischen Kaiserzeit. Zu den Funden zählen ein Brunnen mit römischen Tonscherben. Ein nicht alltäglicher Fund war der Überrest eines Töpferofens mit Fehlbränden, die in einer Grube entsorgt worden waren. Dieser Komplex zeigt gut den Prozess des Töpferhandwerks und veranschaulicht sowohl den Erfolg sowie als auch das Scheitern des Herstellungsprozesses.

Die etwa einstündigen Führungen finden jeweils um 11, 13 und 15 Uhr statt, vor Ort führen LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy und Tobias Zacharias von der Stadtarchäologie Dortmund. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Dellwiger Straße, Anmeldungen sind erforderlich beim Denkmaltag-Orgateam per E-Mail: denkmaltag@stefan-nies.de oder unter Tel. 0231 95296583 vom 24.8. bis 10.9., jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 14 Uhr. Weitere Informationen finden Interessierte auch hier: https://www.dortmund.de/dortmund-erleben/veranstaltungskalender/termin_140870.html

In Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis erwarten Besucherinnen und Besucher auf der Suche nach den ältesten Zeugnissen des Ruhrgebiets Forschungen zum Beginn des Steinkohlebergbaus. Zwischen 11 und 15 Uhr starten Führungen an der Friedhofstr. 10, Parkstreifen am ev. Friedhof, 45549 Sprockhövel-Haßlinghausen.

Der Steinkohlebergbau prägt bis heute das Ruhrgebiet, allerdings sind seine Anfänge ab dem Mittelalter weitgehend unbekannt. Seit zwei Jahren finden daher archäologische Untersuchungen statt, die ein Licht auf die Anfänge des Steinkohlebergbau werfen.

Im Rahmen von drei Führungen stellen die LWL-Archäologie für Westfalen, das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, der Geopark Ruhrgebiet/RVR Ruhr Grün und der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten - Ruhrrevier e.V. die Forschungsergebnisse vor. Im Fokus steht ein Kleinrevier verschiedener Bergbauepochen in Haßlinghausen. Voraussetzungen für die Führungen sind festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Die Führungen sind für gehbehinderte Menschen nicht geeignet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auf den Spuren der Stadtgeschichte: Archäologischer Rundgang in Borken

Dr. Andreas Wunschel ist Archäologe für das Mittelalter und Neuzeitarchäologie. Er nimmt Interessierte mit auf einen archäologischen Streifzug durch Borken. Der besondere Stadtrundgang startet jeweils um 10, 12 und 14 Uhr (Treffpunkt: Im Piepershagen; Parkplatz zwischen Diebesturm und Rathaus in 46325, Borken). Ausgewählte stadtkernarchäologische Projekte aus den vergangenen 15 Jahren und deren Erkenntnisse stehen bei dem Angebot im Fokus, der Weg führt zur alten Stadtbefestigung, dem Kloster Marienbrink, dem Marktplatz, St. Remigius, dem Mühlenquartier und zum jüdischen Friedhof.

Um eine Anmeldung bis zum 6.9. an die E-Mail-Adresse lwl-archaeologie@lwl.org wird gebeten, die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen pro Führung begrenzt.

Der Tag des offenen Denkmals in den LWL-Archäologiemuseen

Auch die drei Archäologiemuseen des LWL bieten ein besonderes Programm. Der Museumseintritt im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn, dem LWL-Römermuseum in Haltern am See und dem LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne ist am Tag des offenen Denkmals frei.

"Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur" heißt das Motto einer der größten Kulturveranstaltungen Deutschlands, des Tags des offenen Denkmals 2026, bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Nähere Infos zum Programm gibt es hier https://www.lwl-archaeologie.de/de/aktuelles/tag-des-offenen-denkmals/ .

Link zum gesamten Programm des Tages des offenen Denkmals in Deutschland:

https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm

Pressekontakt:
Sandra Görtz, LWL-Archäologie für Westfalen, Tel.: 0251 591-8946 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besuchendenzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Drohnenaufnahme der archäologischen Untersuchungen im Bereich der ehemaligen Kornmühle bzw. des Mühlentors. Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen dort werden Teil der archäologischen Stadtführung sein.
Foto: LWL/ R. Klostermann

Foto zur Mitteilung
Sprockhövel-Hasslinghausen: Archäologische Ausgrabungen 2025 erbrachten den Nachweis eines der ältesten Steinkohlestollen des Ruhrgebietes.
Foto: LWL/M. Zeiler

Foto zur Mitteilung
Von dem Töpferofen hatten sich die untersten Reste noch erhalten und wurden sorgfältig freigelegt.
Foto: LWL


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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