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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 26.08.26

Neue Mistkäferart aus China wissenschaftlich beschrieben
Ehrenamtlicher Mitarbeiter des LWL-Museums für Naturkunde untersucht Käfer aus Yunnan

Münster (lwl). Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des LWL-Museums für Naturkunde hat eine bislang unbekannte Mistkäferart aus China wissenschaftlich beschrieben. Die neue Art trägt den Namen "Onthophagus (Gibbonthophagus) draconisaurei".

Patrick Urban engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich der Käferkunde am Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Einordnung (Taxonomie) und Lebensweise (Ökologie) der Käfergruppe Onthophagini (Scarabaeidae) der Paläarktis und Orientalis. Zu diesen Großregionen zählen unter anderem Europa sowie Teile Asiens und Nordafrikas.

Die Entdeckung entstand im Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung umfangreicher Käfermaterialien. Als Spezialist für diese Käfergruppe erhält Patrick Urban regelmäßig Material zur Untersuchung. Unter zahlreichen bereits bekannten Arten befanden sich auch einige Exemplare, die zunächst keiner bekannten Art zugeordnet werden konnten. Nach eingehender Prüfung und dem Vergleich mit verwandten Arten stellte sich heraus: Es handelt sich um eine bisher unbekannte Art.

Die neue Art stammt aus den Bergregionen im Nordwesten der chinesischen Provinz Yunnan - einer Region, deren Tierwelt noch immer zahlreiche wissenschaftliche Entdeckungen bereithält. Durch den Vergleich mit verwandten Arten, der Untersuchung historischer Typusexemplare und einer genauen Analyse oft kleiner, aber entscheidender Merkmale, konnte Urban zeigen, dass es sich um eine eigenständige und bisher wissenschaftlich nicht beschriebene Art handelt. "Taxonomie ist keine schnelle Angelegenheit - man muss Geduld und Ausdauer mitbringen", so Urban.

Die Untersuchung trägt außerdem dazu bei, die Merkmale der Untergattung Gibbonthophagus genauer zu bestimmen. Das erleichtert die Einordnung verwandter Arten. Für die wissenschaftlichen Aufnahmen nutzte Urban ein hochmodernes Mikroskop des LWL-Museums für Naturkunde. Damit konnte er auch kleine Merkmale der Fortpflanzungsorgane untersuchen und dokumentieren. Diese Merkmale sind für die Unterscheidung nah verwandter Käferarten wichtig.

Der Artname verweist auf die Form des Käfers und seine Herkunft. Seine charakteristischen, paarig nach oben gebogenen Hörner erinnern an Darstellungen chinesischer Drachen. Da die neue Art aus den Bergen Yunnans stammt, wo der Goldene Drache eine kulturelle Bedeutung hat, erhielt sie den Namen draconisaurei. Damit verbindet der Name die Morphologie, seine Struktur und Form, des Käfers mit der Kultur seiner Herkunftsregion. "Mir ist es wichtig, mich neben den Tieren selbst auch mit ihrem Lebensraum, ihrer Ökologie und der Region zu beschäftigen, aus der sie stammen", so Urban. Die Namensgebung würdigt daher zugleich das Land, die enge Zusammenarbeit mit den Sammler:innen sowie den Wissenschaftler:innen aus China. Ihre Unterstützung ermöglichte die Untersuchung des Materials. Internationale Kooperationen tragen dazu bei, die weltweite Artenvielfalt zu erfassen und wissenschaftlich zu beschreiben.

Der vollständige Fachartikel ist im Internet veröffentlicht:

https://www.mapress.com/zt/article/view/zootaxa.5837.3.4

Pressekontakt:
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Foto zur Mitteilung
Eine bislang unbekannte Mistkäferart aus China wurde von Patrick Urban erstmals wissenschaftlich beschrieben.
Foto: ©Patrick Urban

Foto zur Mitteilung
Durch die genaue Untersuchung des Mistkäfers konnte Urban den neuen Typus entdecken.
Foto: ©Patrick Urban


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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