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Presse-Infos | Kultur
Mitteilung vom 25.08.26
Himmlisches Marktvergnügen im Kloster Dalheim
Europas größter Klostermarkt lockt mit Warenvielfalt, persönlichen Begegnungen und einem Rahmenprogramm für die ganze Familie
Lichtenau-Dalheim (lwl). Wer den Dalheimer Klostermarkt besucht, nimmt selten nur Marmelade, Kosmetik oder Klosterbier mit nach Hause. Es sind auch die Geschichten hinter den Produkten, die bleiben. Am Wochenende (29.8. und 30.8.) kommen Ordensschwestern und -brüder aus rund 50 Abteien, Stiften und Klöstern in Österreich, Tschechien, Frankreich und dem gesamten Bundesgebiet in das westfälische Kloster Dalheim, heute Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur (Kreis Paderborn), um auf dem Klostergelände ihre Waren anzubieten. Jeweils von 10 bis 18 Uhr zeigen sie bei Europas größtem Klostermarkt, was in ihren Küchen, Kellern und Werkstätten in Handarbeit an Produkten entsteht.
"Nach 23 Klostermärkten könnte man meinen, es sei schon alles erzählt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Neben neuen Ausstellerinnen und Ausstellern und immer neuen Angeboten sind es vor allem die Begegnungen, die jeden Klostermarkt einzigartig machen", sagt Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung Kloster Dalheim. "Aus eigener Erfahrung weiß ich: Wer hier mit den Ordensleuten ins Gespräch kommt, nimmt oft mehr mit nach Hause als nur einen Korb voller Klosterprodukte."
In den vergangenen Jahren kamen insgesamt rund 15.000 Gäste zum Klostermarkt ins Kloster Dalheim. Auch in diesem Jahr erwartet das LWL-Landesmuseum wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Angebot
Ob handgearbeitete Taschen, Schals, Sitzkissen und hausgemachte Marmeladen der Benediktinerinnen-Abtei Varensell, Crèmes, Kräutersalz, Tee und Blütenpfeffer der Franziskanerinnen von Reute, selbstgetöpferte Keramik der Communauté de Taizé oder Wurst- und Backwaren in Bio-Qualität aus der Benediktinerabtei Plankstetten: "Das Warenangebot auf dem Dalheimer Klostermarkt ist ebenso vielfältig wie die vertretenen Ordensgemeinschaften", so Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky. "Dabei stehen die Erzeugnisse in der Tradition der Klöster für achtsame Herstellung, außergewöhnliche Qualität, Nachhaltigkeit und Naturnähe. Die Kombination aus Marktgeschehen und persönlicher Begegnung macht den Dalheimer Klostermarkt zu einem außergewöhnlichen Erlebnis."
Neue Aussteller
Zum 24. Mal heißt die Stiftung Kloster Dalheim die zahlreich vertretenen Ordensgemeinschaften willkommen. "Rund 50 Ordensgemeinschaften aus Deutschland und Europa machen den Dalheimer Klostermarkt zu dem, was er ist. Sie sind das Herz dieser Veranstaltung", erläutert Organisatorin Dr. Nicola Karthaus. "Über all das Gute, das in Klöstern entsteht, kommen die Menschen hier mit einer Welt in Kontakt, die sonst häufig hinter Klostermauern verborgen bleibt."
Neu dabei sind in diesem Jahr die Benediktinerinnen der Abtei Varensell bei Rietberg. Schwester Ruth Ochmann OSB reist mit ihren Mitschwestern erstmals nach Dalheim und bringt handgefertigte Häkel- und Strickarbeiten, Wolle und weitere Web- und Handarbeitsmaterialien sowie Handarbeitsanleitungen mit. Der Leitspruch der Benediktinerinnen aus der Abtei Varensell lautet "Christus, dem Herrn, entgegen". Die Schwestern von Varensell betreiben eine Buch- und Kunsthandlung, eine Paramenten-Werkstatt und eine Hostienbäckerei. Im "Haus St. Benedikt" bieten sie Kurse, Besinnungstage und Zeiten der Einkehr an. "Ich freue mich darauf, mit den vielen Ausstellern und Besucherinnen in Austausch zu kommen und sie teilhaben zu lassen an dem vielem unterschiedlichen Material aus der Klosterweberei, aber auch an unserem Leben. Ich erwarte inspirierende Tage - auch von dem Genius Loci Dalheim", freut sich Sr. Ruth auf ihre Dalheim-Premiere.
Die Klosterbetriebe Mariawald aus der Eifel kommen mit Erbsensuppe nach Klosterrezept in der Konserve, Schwarzbrot, Trappistenbier und Likör. Außerdem präsentieren sich erstmals die Frauenstifte Fischbeck (Hessisch-Oldendorf) und Obernkirchen sowie zwei weitere spirituelle Angebote mit der City Pastoral Paderborn und der Tiny-Church des Kolping-Bildungswerks Paderborn.
Zwischen Brot, Bier und Bratwurst, Kosmetik und Kunsthandwerk entstehen Gespräche über nachhaltige Landwirtschaft, fairen Handel und das Leben in klösterlichen Gemeinschaften. "Diese Gespräche zeigen Alternativen auf und bringen Menschen mit Ritualen, Arbeitsweisen und Lebensformen jenseits des Gewohnten in Kontakt", betonte Rüschoff-Parzinger.
Unter den Ausstellerinnen und Ausstellern sind auch viele Stammgäste, die den Dalheimer Klostermarkt zum Teil von Anfang an begleiten. Was einst mit wenigen Ständen begann, hat sich zu Europas größtem Klostermarkt mit mehreren hundert Metern Standfläche entwickelt.
"Ganz besonders danken wir den Ordensleuten und den Vertreterinnen und Vertretern der Ordensgemeinschaften, die sich auf den Weg nach Dalheim machen. Sie machen den Klostermarkt jedes Jahr aufs Neue zu einem besonderen Erlebnis", sagt Rüschoff-Parzinger.
Must-haves und Geheimtipps
Von "A" wie Apfel bis "Z" wie Zirbenholzkissen - unter den Waren aus klösterlichen Küchen und Gärten, den Brauereien, Weinkellern, Werkstätten und Ateliers gibt es immer wieder Geheimtipps: regionales Bio-Eis mit Brombeeren aus dem Garten des Bergklosters Bestwig oder selbstgetöpferte Keramik von den Benediktinerinnen aus Herstelle und der Communauté de Taizé, frisch gebackene Waffeln und Klosterbrotbackmischungen nach dem Geheimrezept der Franziskanerinnen aus Salzkotten, Kunst aus dem Kloster Volkenroda oder Weihrauch vom Deutschen Orthodoxen Kloster Buchhagen.
Beliebt sind selbstgestrickte Socken in allen Größen und Farben der Paderborner Vincentinerinnen, Liköre der Benediktiner aus dem österreichischen Stift Melk oder Naturkosmetik aus dem Garten der Franziskanerinnen von Reute oder von der Abtei St. Severin.
Spirituelle Angebote und Gottesdienst
Neben den Ständen bereichern die Ordensleute auch in diesem Jahr das Marktprogramm mit Beiträgen: Pater Gerhard von der Christ-Katholischen Communität St. Andreas lädt an beiden Tagen zu den traditionellen Kräuterführungen im Klostergarten ein (jeweils 11 und 13 Uhr). Neben Kaffee gibt es beim Citykloster Bielefeld ein Gesprächs- und Fotoangebot. Der franziskanische Ordenspriester Gabriel Zörnig macht erneut mit seinem zum Kloster umfunktionierten Wohnmobil auf dem Dalheimer Klostermarkt Halt und bietet Begegnungen und Gespräche an. "Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder ein Taizé-Gebet ausrichten zu können", sagt Grabowsky. Die Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten lädt am Samstag um 17 Uhr zusammen mit der Band "echtkultig" zum Taizé-Gebet in die Klosterkirche ein.
Erweitert wird das spirituelle Angebot in der Klosterkirche durch einen spirituellen Impuls der Augustiner Chorfrauen des Michaelsklosters Paderborn an beiden Markttagen (jeweils 12.30 Uhr). Am Sonntag um 10.30 Uhr findet ein Familiengottesdienst mit dem Meerhofer Chor "Sing & Swing" statt, die Tiny-Church des Kolping-Bildungswerks und ein Raum der Stille in der Kapelle der ehemaligen Klausur laden zur Besinnung ein.
Kulinarisches aus der Klosterküche
Für die Verpflegung der Besucherinnen und Besucher sorgen auch die Ordensleute selbst: In Biergarten-Atmosphäre bietet die Georgisch-Orthodoxe Gemeinde Paderborn landestypische Spezialitäten an, frische Falafel gibt es beim Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen, frische Erbsensuppe bei den Franziskanern aus Dortmund, Leberkäse mit Kartoffelsalat haben die Vincentinerinnen aus Paderborn im Angebot und die klassische Bratwurst kommt bei der Abtei Königsmünster auf den Grill. Süßes und Salziges frisch aus dem Holzbackofen bietet die Bäckerei Gragger & Cie an. Der verwendete Roggen stammt dabei aus der Landwirtschaft des Stiftes St. Florian in Oberösterreich. Und natürlich darf ein Eis von den Schwestern des Bergklosters Bestwig mit Brombeeren aus dem Klostergarten nicht fehlen.
Das Dalheimer Klosterwirtshaus ist ebenfalls für Marktgäste geöffnet und bietet regionale Gerichte sowie Kaffee und hausgemachte Kuchen an.
Programm für die ganze Familie
Zum Rahmenprogramm gehören Vorführungen historischer Handwerkstechniken: Klosterschmiede, Klostermühle, Brauerei, Brennerei, Weberei und Stellmacherei sind in Betrieb. Am Samstag lädt der Dalheimer Brauer von 11 bis 17 Uhr zum Schaubrauen des Dalheimer Klosterbräus in den historischen Braukeller ein. Ein mobiler Kneipp-Barfußpfad bietet Abkühlung an heißen Tagen. Der Verein der Freunde des Klosters Dalheim e.V. verlost im Rahmen einer Tombola Klosterprodukte für Kinder und Erwachsene.
Kinder begegnen im Streichelzoo Eseln und Hühnern und toben sich auf dem Klosterspielplatz aus.
In der "Spielewerkstatt" bauen sie Murmelbahnen, filzen Schlangen, stellen Knete her, basteln einen Erdnussturner und gestalten ihr eigenes Reisespiel (Materialkosten pro Kind: 5 Euro).
Am Sonntag um jeweils 13 Uhr und 15.30 Uhr lässt das von den Paderborner Puppenspielwochen bekannte Theater "Laku Paka" aus Kaufungen die Puppen tanzen: Kinder und Erwachsene sind zu einer Vorstellung "Kleiner Vogel, flieg" eingeladen. Für musikalische Unterhaltung auf dem Marktgelände sorgt am Sonntag das Bläserensemble "Feinblech".
Im Eintrittspreis zum Markt enthalten sind auch der Besuch des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur inklusive der Sonderausstellung "Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle" sowie die Teilnahme an den Führungen durch die Klosteranlage und die Klostergärten. Familienführungen laden Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren an beiden Tagen um 14.30 Uhr dazu ein, die mittelalterliche Klosteranlage zu entdecken.
Sonderausstellung "Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle"
Von der Benediktregel über das Grundgesetz bis zur Gurken-Verordnung: Historisch fundiert und hochaktuell beleuchtet die neue Sonderausstellung im Kloster Dalheim die komplexe Bedeutung von Vorschriften und Geboten für das Miteinander unterschiedlichster Gemeinschaften - von ganzen Staaten über das Fußball-Team bis an den Familientisch. Ausgehend von einer der ältesten und wirkmächtigsten Ordnungen Europas - der über 1.500 Jahre alten Ordensregel des heiligen Benedikt - zeigt die Schau, wie Regeln Geschichte schreiben, Märkte bestimmen und Spiele entscheiden, aber auch, wie ausgerechnet der Regelbruch für Wandel und Fortschritt sorgen kann. Damit schafft die Ausstellung auch eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit den großen Fragen der Gegenwart: Welche Regeln tragen noch? Welche sind längst überholt? Und welche müssen angesichts von Bürokratie, Klimawandel, Künstlicher Intelligenz und globalen Spannungen neu gedacht werden?
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sie läuft bis 30. Mai 2027.
Eintrittspreise
Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Gruppen (ab 16 Personen) 7 Euro (je Person), Kinder / Jugendliche bis 17 Jahre und LWL-MuseumsCards/LVR-Museumskarte, Dalheim Card und Ehrenamtskarte NRW sowie Mitglieder der Verein der Freunde des Klosters Dalheim e.V. und Studierende der Universität Paderborn (außer Studium für Ältere): Eintritt frei.
Das Klosterwirtshaus ist geöffnet, aber anders als im regulären Museumsbetrieb während des Klostermarktes nicht frei zugänglich.
Hunde sind angeleint auf dem gesamten Klostergelände erlaubt - nicht erlaubt sind Hunde im Museum und in den Klostergärten.
Für die Anfahrt können öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Am Klostermarkt-Wochenende werden ab Paderborn Hauptbahnhof (Busbahnhof Steig 2) Sonderbusse eingesetzt. Zwischen 9.25 Uhr und 17.25 Uhr fährt alle zwei Stunden ein Bus über Paderborn und Lichtenau zur Haltestelle Dalheim-Mitte. Gleiches gilt für die Rückfahrten zwischen 10.15 Uhr und 18.15 Uhr. Der Busfahrplan ist unter www.fahr-mit.de und auf der Klostermarkt-Website im Internet abrufbar.
Das direkt an der Paderborner-Land-Route gelegene Kloster Dalheim erreichen Besucherinnen und Besucher außerdem mit dem Fahrrad von Paderborn, Bad Lippspringe, Altenbeken, Lichtenau, Salzkotten, Büren und Bad Wünnenberg aus. Alternativ können je nach Startpunkt auch der Altenauradweg, der Almeradweg, die Mühlenroute und weitere Fahrradwege genutzt werden. Die Fahrradweg-Ausschilderungen nach "Lichtenau-Dalheim" oder zum "LWL-Kloster Dalheim" weisen den Weg. Gegenüber vom Museumseingang stehen Fahrradstellplätze zur Verfügung. Für E-Bikes gibt es dort auch sechs Ladestationen, die während des Klostermarktes kostenlos genutzt werden können.
Weitere Informationen unter Telefon 05292 9319-0 oder auf der Internetseite www.dalheimer-klostermarkt.lwl.org
Stiftung Kloster Dalheim
LWL-Landesmuseum für Klosterkultur
Am Kloster 9, 33165 Lichtenau-Dalheim
https://www.stiftung-kloster-dalheim.org
Bildunterschrift:
Gemeinsam für den Klostermarkt: Dr. Ingo Grabowsky (Museumsdirektor), Tanja Vorsteher (Benediktinerinnenabtei Varensell), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin), Sr. Ruth Ochmann OSB (Benediktinerinnenabtei Varensell) und Dr. Nicola Karthaus (Organisation Klostermarkt) (v.l.) blicken voller Vorfreude dem 24. Klostermarkt an diesem Wochenende entgegen. Sie präsentieren unter anderem Handarbeiten und DIY-Tüten aus hochwertigen Garnen aus der ehemaligen Klosterweberei der Benediktinerinnen Varensell.
Foto: LWL/Alexandra Buterus
Pressekontakt:
Maria Tillmann, Stiftung Kloster Dalheim - LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Telefon: 05292 9319-114, maria.tillmann@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
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