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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 22.07.26

LWL-Kulturstiftung unterstützt 14 Projekte mit rund 710.000 Euro in erster Förderrunde 2026
Zweite Antragsfrist endet am 31. August

Sieben Ausstellungen, vier Bühnenprogramme aus Musik und Theater sowie ein Film- und zwei Vermittlungsvorhaben fördert die LWL-Kulturstiftung in der ersten Antragsrunde des Jahres. 14 Kulturprojekte aus zehn Städten und Gemeinden in Westfalen-Lippe erhalten rund 710.000 Euro. Insgesamt lagen dem Kuratorium der Stiftung 37 Anträge zur Entscheidung vor.

Die zweite Antragsfrist des Jahres ist der 31. August, zu der die LWL-Kulturstiftung auch zur Beteiligung am neuen Förderschwerpunkt "KI & Kultur" aufgerufen hat. Projekte ohne Einbindung von KI können im Rahmen des allgemeinen Förderprogramms ebenfalls vorgestellt werden. Alle Informationen im Internet unter http://www.lwl-kulturstiftung.de

"Die aktuelle Förderrunde präsentiert erneut ein breitgefächertes Programm und zeigt, wie sowohl etablierte als auch neue Formate den Zugang zu Kultur eröffnen können", so Anneli Hegerfeld-Reckert, Kuratoriumsvorsitzende der LWL-Kulturstiftung.

Zeitgemäße Vermittlungs- und Veranstaltungsformate wie Festivals im Stadtraum, spielerische Theaterprojekte und partizipative Museumsansätze schaffen Anknüpfungspunkte für verschiedene Zielgruppen. "Beteiligung von Beginn an ist ein wichtiger Aspekt dieser Förderrunde. Kulturangebote, die Teilhabe und Inklusion konsequent mitdenken, bringen Menschen zusammen und stärken so den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Region", so Dr. Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung.

Zugleich greifen die Projekte zentrale aktuelle Diskurse auf - von Erinnerungskultur über Geschlechterrollen bis zu Künstlicher Intelligenz. "Kultur ist ein wichtiger Ort für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen. Mit unserer Förderung schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen, damit Kulturschaffende diese Themen aufgreifen und öffentlich verhandeln können", so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung.

Ausstellungen

Das Kunstmuseum Ahlen (Kreis Warendorf) stellt ab November in der Ausstellung "Ein Ding der Unmöglichkeit. Anna & Bernhard Blume im Dialog mit Videokunst" (gefördert mit 22.500 Euro) Werke des preisgekrönten westfälischen Künstlerpaars in Bezug zu heutigen Strömungen. Mediale und performative zeitgenössische Videokunst greift Motive der  Bildsprache des Paares auf und untersucht ihre andauernde Relevanz für aktuelle Kunstproduktionen.

Unter dem Titel "Überlagerungen" realisieren die Museen der Stadt Rheine (Kreis Steinfurt) ab November gemeinsam mit der Galerie Münsterland, dem Kloster Bentlage und dem "DA. Kunsthaus Kloster Gravenhorst" eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe (gefördert mit 41.000 Euro). In Emsdetten, Rheine und Hörstel entwickelt Medienkünstler Harald Fuchs Arbeiten, die zeitgenössische Medienkunst in Beziehung zu historischer Architektur, regionaler Geschichte und ortsspezifischen Themen setzt. Führungen, Workshops oder Vorträge ergänzen das Programm.

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Dortmunder U zeigt der Hartware MedienKunstVerein (HMKV, Stadt Dortmund) im Frühjahr 2027 die Ausstellung "The Manfred and Wilhelm Beutel Photo Collection" (gefördert mit 25.000 Euro) von Daniel García Andújar. Darin verbindet der renommierte spanische Medienkünstler die Geschichte des Dortmunder Wahrzeichens mit aktuellen Diskursen über digitale Technologien und KI, Bildproduktion und Erinnerungskultur.

Passend zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 zeigt das Gustav-Lübcke-Museum Hamm ab April 2027 die Ausstellung "Der Gärtner warâ¿¿s!" (gefördert mit 51.000 Euro). Die groß angelegte Schau zur Kulturgeschichte des Gartens blickt zurück bis zur altägyptischen Gartenkultur und verdeutlicht die Bezüge zwischen Stadtgeschichte, Ägyptologie und Kunst anhand historischer Beispiele aus Westfalen.

Das künstlerisch-fotografische Forschungs- und Ausstellungsprojekt "Bonjour Banal Beautiful Building" (gefördert mit 37.513 Euro) der Technischen Universität Dortmund verhandelt die Bedeutung der Nachkriegsarchitektur mit Arbeiten internationaler Fotografinnen und Fotografen. Als großformatige Plakate werden 2027 die entstandenen Bilder im Dortmunder Stadtraum präsentiert und per QR-Codes um Hintergrundinformationen und Projekteinblicke ergänzt. Die Ausstellung kann auch an weiteren Orten präsentiert werden. Begleitveranstaltungen wie Fotoworkshops oder Spaziergänge laden zu eigenen Entdeckungsreisen ein.

Ab Oktober 2027 beleuchten das Museum Huelsmann und das Historische Museum Bielefeld in der Ausstellung "Meine liebste Otte" (gefördert mit 20.000 Euro) Arbeit und Wirken der Bauhauskünstlerin Benita Koch-Otte in Westfalen. In den Werkstätten von Bielefeld-Bethel hat sie als langjährige Leiterin die Weberei maßgeblich geprägt. Anlässlich ihres 50. Todestages beteiligen sich die Bielefelder Museen im Ravensberger Park damit an einer Ausstellungsreihe zusammen mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und dem Bauhaus-Museum Weimar und rücken zugleich die regionalen Bezüge des Schaffens der Textilkünstlerin in den Mittelpunkt.

Das LWL-Preußenmuseum Minden (Kreis Minden-Lübbecke) widmet sich ab November 2027 in der großen Ausstellung "Tatsächlich Luise?!" (gefördert mit 190.000 Euro) der Königin Luise von Preußen. Ihr kurzes Leben (1776-1810) fiel in eine Zeit radikaler Umbrüche wie der Französischen Revolution, Napoleons Kriege, Beginn der Industrialisierung. Die Ausstellung beleuchtet Luises vielfältigen Rollen als Königin, Mutter und öffentliche Person und verbindet unter anderem im Begleitprogramm aktuelle Debatten über Geschlechterrollen und politische Teilhabe mit Luises Geschichte.

Musikfestivals

Mit dem Festival "KLANGZEIT #13: BRIDGES" (gefördert mit 25.000 Euro) präsentiert die Gesellschaft für Neue Musik e.V. in Münster im Oktober 2026 die 13. Ausgabe ihres zweijährlich stattfindenden Festivals. Konzerte, Klanginstallationen und partizipative Formate verbinden zeitgenössische Musik mit neuen Formen der Begegnung, unter anderem unter Einbindung von Kindern, gehörlosen Menschen oder Alltagsgemeinschaften wie Radfahrerinnen und Radfahrer aus der Region.

Der Verein RESET e.V. (Münster) lädt 2027 zur fünften Edition des deutschlandweit einzigen Festivals für Neoklassik "PIANEO" (gefördert mit 39.800 Euro) ein. Internationale Musikerinnen und Musiker gastieren für mindestens zehn Veranstaltungen in Münster und im Münsterland und präsentieren eine Mischung aus Klassik, Elektronik, Pop und Jazz. In dieser Ausgabe ermöglicht der Verein zusammen mit dem Kloster Gravenhorst erstmals ein Residenzprogramm für vier bis fünf Musikschaffende, die die Ergebnisse ihres kreativen Austauschs im Rahmen des Festivalprogramms vorstellen.

Performance

An drei Wochenenden im Herbst dieses Jahres vernetzt die Veranstaltungsreihe "physical FETZ" (gefördert mit 20.000 Euro) regionale Theaterschaffenden und Kulturinteressierte in Bochum, Dortmund und Essen. Das Performancekollektiv Physical Theatre Netzwerk e.V. (Essen) kombiniert dafür unter dem Schwerpunktthema Inklusion Aufführungen mit qualifizierenden Werkstattangeboten und bezieht Perspektiven von hör- und sehbehinderten Menschen ein.

An jeweils einem Wochenende zeigt es samstags eine Aufführung und lädt am Folgetag zu Workshops und Community Events an den Veranstaltungsorten Prinz Regent Theater und "atelier automatique" in Bochum, dem "dott.werk" und dem Theater im Depot in Dortmund sowie der Folkwang Universität in Essen.

boat people projekt e.V. Göttingen entwickelt zusammen mit der Hochschule Hamm-Lippstadt und dem "Treibkraft.Theater Hamm" das interaktive Theaterstück "Fakt und Fake" (gefördert mit 19.160 Euro), das sich mit Wahrheit, Täuschung und der Rolle von Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Interessierte ab 14 Jahren werden im immersiven Theaterlabor selbst Teil des Stückes, lösen Rätsel, analysieren Fake-News und KI-generierte Inhalte. Nach der Premiere in Hamm im Dezember tourt die Performance durch die Hellweg-Region.

Film

Das Osthaus Museum Hagen realisiert den Film "Der westfälische Zauberberg" (gefördert mit 22.459 Euro) über das ikonische Gebäude Villa Hohenhof von Henry van de Velde. Durch dokumentarische Aufnahmen, szenische Elemente, Archivmaterial und Interviews mit Expertinnen und Experten vermittelt der Film die internationale Bedeutung des Hauses sowie seine bewegte Geschichte als Familiendomizil, Treffpunkt namhafter Künstlerinnen und Künstler sowie als Reformort. In Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen wird der Kurzfilm anlässlich der IGA 2027 im Museum und über digitale Kanäle präsentiert und will so nachhaltig zur Erinnerungskultur des Ortes beitragen.

Vermittlung

Die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung (Kreis Coesfeld) entwickelt das Pilotprojekt "Lernen inklusive" (gefördert mit 104.690 Euro), das auf Burg Hülshoff in Havixbeck und Haus Rüschhaus in Münster einen inklusiven Lern- und Arbeitsort etablieren soll. Gemeinsam mit unterschiedlichen Zielgruppen wie älteren Menschen, Schulklassen sowie seh- und hörbeeinträchtigten Personen entstehen ab Sommer 2026 neue barrierearme Vermittlungsformate. Die Beteiligten bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven von Beginn an in die Entwicklung der Angebote ein. Auf dieser Grundlage werden ab Frühjahr 2027 drei neue Programmlinien zu Literatur und Bildung für nachhaltige Entwicklung, weiblichem Schreiben sowie zum Umgang mit digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz in literarischen Arbeitsprozessen umgesetzt.

Der mondo mio! Kindermuseum e.V. (Stadt Dortmund) bindet in dem Modellprojekt "Mission Wunderkammer" (gefördert mit 89.200 Euro) als innovativen Ansatz Kinder aktiv in die Erschließung und Neupräsentation der Sammlung ein. In partizipativen Forschungswerkstätten in Dortmund sowie weiteren Museen, unter anderem im LWL-Museum Textilwerk Bocholt und LWL-Freilichtmuseum Hagen, entwickeln Vier- bis Zwölfjährige neue Ordnungskategorien und Ansätze für die Erforschung der Exponate. Die Ergebnisse fließen in die Präsentation der rund 500 Objekte umfassenden Sammlung ein, die zur Eröffnung des Kindermuseum-Neubaus 2029 erstmals in einem Schaudepot gezeigt wird.

Hintergrund

Seit 2004 hat die LWL-Kulturstiftung als selbstständige private Stiftung bürgerlichen Rechts mehr als 500 Projekte mit rund 46 Millionen Euro unterstützt. Im Fokus stehen spartenübergreifende Netzwerkprojekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film und landeskundliche Forschung. Seit 2021 ergänzt die Stiftung ihr Programm durch Förderschwerpunkte zu aktuellen kultur- und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen. Für 2028 ist ein Themenjahr zur "KI & Kultur" geplant. Mit ihren Förderungen stärkt die LWL-Kulturstiftung Kunst und Kultur in Westfalen-Lippe, unterstützt Kooperationen und ermöglicht ein breites Veranstaltungsprogramm in der Region.


Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Anja Tomasoni, anja.tomasoni@lwl-kulturstiftung.de, Telefon 0251 591-6929
presse@lwl.org


Anlagen:
Anlage 1: 20260717_Projektübersicht_Erste Förderrunde LWL-Kulturstiftung.pdf



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besuchendenzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Dr. Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung
Foto: LWL/Kapluggin

Foto zur Mitteilung
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung
Foto: LWL


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