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Presse-Infos | Psychiatrie
Mitteilung vom 19.05.26
Ein Gewächshaus für einen strukturierten Tag
Gartenarbeit am "Haus am Weg" des LWL-Wohnverbunds Dortmund
Dortmund (lwl). "Die Menschen haben Bock auf Garten, auf Gestaltung, auf Schönheit." Marc Bastrop, der Leiter des "Haus am Weg" in Dortmund, arbeitet selbst leidenschaftlich gern im Garten. Das "Haus am Weg" gehört zum Wohnverbund Dortmund des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Hier wohnen Menschen mit einer Suchterkrankung nach dem Entzug. Für die Bewohner des Hauses hat die Gartenarbeit oft noch eine größere Bedeutung, sie kann ein Schritt in ein selbständiges und selbstwirksames Leben sein.
"Die Menschen haben hier ihren Lebensmittelpunkt", betont Bastrop, "Sie brauchen etwas, woran sie Freude haben und wofür es sich lohnt, aus dem Zimmer zu gehen." Seit einigen Jahren bearbeiten Bastrop und die Leistungsberechtigten, wie die Bewohner offiziell genannt werden, den großen Garten am Haus. Es gibt Blumenbeete, Hochbeete auf dem Balkon und einen Teich mit Wasserspiel. Nun steht der Bau eines Gewächshauses auf dem Plan. Dort wollen die Leistungsberechtigten mit der eigenen Anzucht von Blumen und Gemüse beginnen.
Der Wunsch nach einem Garten komme aus der Mitte der Hausgemeinschaft, sagt der Leiter und wird von einem Bewohner bestätigt. Andreas Grabbert lebt seit Mitte 2023 im "Haus am Weg". Er ist jeden Tag im Garten und kümmert sich um Blumen- und Gemüsebeete. "Ich bin gerne draußen und mache was", erzählt Grabbert. Dem Wachsen zuzusehen und sich damit zu beschäftigen, sei einfach schön. In seinem ersten Jahr in dem Dortmunder LWL-Haus habe es nur Hortensien im Beet gegeben. "Da habe ich gefragt, ob es nicht ein richtiges Blumenbeet geben soll", schmunzelt Grabbert. Zu den Blumenbeeten kamen Gemüsebeete, der Teich und nun das Gewächshaus. "Das ist Stück für Stück gewachsen", sagt er. Er wirkt gelassen und zufrieden, wenn er über "seinen" Garten blickt.
Grabbert steht kurz davor, vom "Haus am Weg" in eine eigene Wohnung zu ziehen. Marc Bastrop freut sich darüber. Unter anderem durch die Arbeit im Garten können die Leistungsberechtigten lernen, ihren Tag zu strukturieren und erleben, dass ihr Handeln etwas bewirkt. Gute Voraussetzungen für ein eigenständiges, abstinentes Leben.
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Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855
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