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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 26.02.26

Industrie-Insekten und Metamorphosen
Neue Ausstellung im LWL-Museum Zeche Zollern

Dortmund (lwl). Schillernde Farben, fremdartige Gestalten, erstaunliche Fähigkeiten: Insekten sind faszinierend. Weltweit gibt es über eine Million bekannte Arten. Doch die Bestände schwinden: In Deutschland steht von 33.000 Arten inzwischen jede zweite auf der "Roten Liste". Die Fotografin Ute Matzkows und der Fotograf Klaus Rieboldt haben Insekten auf den Arealen der acht LWL-Museen für Industriekultur aufgespürt. Ihre beeindruckenden Fotografien stehen im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am 1. März LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund eröffnet. Bis 1. November werden die "Industrie-Insekten" die historische Zechenwerkstatt bevölkern.

Anknüpfend an "Industrie-Insekten" haben sich acht Kooperationspartner:innen auf unterschiedlichen Wegen mit Themen wie Zechenstilllegungen, Strukturwandel und Insektenvielfalt beschäftigt. Rund 100 Teilnehmende im Alter zwischen 13 und 52 Jahren haben weiterführende Perspektiven im Spannungsfeld von Montangeschichte und ökologischer Transformation beigesteuert. Dazu gehören künstlerische Interventionen wie Insektenmodelle, Illustrationen oder ein interaktives Computerspiel.

"Insekten sind Symbole für die faszinierende Vielfalt der Natur, die mehr und mehr bedroht ist. Ökologie ist ein Thema, das gerade an unseren Museen für Industriekultur richtig angesiedelt ist. Denn ehemalige Produktionsorte wie die Zeche Zollern standen 200 Jahre lang auch für erhebliche Umweltbelastungen", sagte Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer am Mittwoch (26.2.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Dortmund. Heute böten die weitläufigen Areale im Umfeld der ausgedienten Fabriken wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, darunter eben auch zahlreiche Insektenarten. Die Museumsleiterin: "Im Rahmen der Ausstellung bieten wir zum Beispiel Exkursionen zur Halde Zollern an, auf denen Interessierte die Vielfalt der Natur entdecken können."

Die Ausstellungen
In der Hauptausstellung ist jedem der acht Museen ein eigener "Kubus" gewidmet. Auf einem Bildschirm läuft jeweils eine Slideshow mit 18 Fotografien von Insekten, die Matzkows und Rieboldt auf den Arealen rund um die jeweiligen Häuser, auf Wiesen, Schotterflächen, an Mauern und Wasserflächen fotografiert haben. Das Spektrum reicht von bekannten Arten wie der Gemeinen Eintagsfliege und dem Marienkäfer über Bewohner spezieller Lebensräume wie dem Wasserläufer bis hin zu Exoten wie Flechtenbärchen, Grünrüssler oder Balkenschröter. Neben den großen Fotos gibt es eigens angefertigte, bis zu 120 Zentimeter große Modelle sowie ausführliche Steckbriefe zu Aussehen, Besonderheiten und Eigenschaften der Sechsbeiner.

An Hands-On-Stationen können Gäste zum Beispiel Töne dem richtigen Tier zuordnen, Insektenmemory spielen oder mit einem Scanner bei ausgewählten Produkten aus dem Supermarkt herausbekommen, welche unter "Mitarbeit" von Insekten entstanden. Ihren Beitrag können Ökonomen inzwischen sogar beziffern: Insekten bestäuben allein in Deutschland Pflanzen im Wert von 3,8 Milliarden Euro pro Jahr.

In der Begleitausstellung "Von Industrieinsekten und Metamorphosen" haben Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene aus verschiedenen Gruppen zum Beispiel Krabbeltiere aus Altmaterialien wie Holz, Fahrradketten und Stoff designt, Insekten als Keramiken in Szene gesetzt, einen textilen Insektenbau genäht und einen virtuellen Mikrokosmos erschaffen, in dem 3D-Insekten lebendig werden. "Es ist phantastisch und beeindruckend, mit welchem Engagement unsere Kooperationspartnerinnen und -partner ans Werk gegangen und wie kreativ die Ergebnisse sind. Die Arbeiten sind eine echte Bereicherung für unsere Ausstellung", erklärte Annette Kritzler, Referentin für Bildung und Vermittlung der Zeche Zollern.

Begleitprogramm
Zum Begleitprogramm gehören Gemeinschaftsveranstaltungen mit dem Zoo Dortmund, bei denen echte Insekten auf der Zeche Zollern zu Gast sind, Vorträge von Insektenexperten und Imkern, naturkundliche Exkursionen zur Halde Zollern und Kreativ-Angebote in der Kinderwerkstatt. Alle Infos unter https://zeche-zollern.lwl.org.

Gefördert wurde die Wanderausstellung von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie der König-Baudouin-Stiftung. Erste Station war 2023 die Henrichshütte in Hattingen.

Katalog
Industrie-Insekten. In einem unbekannten Land. Hg. LWL-Museen für Industriekultur, Jan Köplin, 180 Seiten, zahlreiche großformatige Aufnahmen. Klartext Verlag, Essen 2023.

ISBN 978-3-8375-2571-7, Preis: 19,95 Euro

IndustrieInsekten - In einem unbekannten Land
und Begleitausstellung
Von Industrieinsekten und Metamorphosen
1.3. - 1.11.2026
LWL-Museum Zeche Zollern
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr
https://zeche-zollern.lwl.org

Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Blick in die Ausstellung „Industrie-Insekten“: Rund um einen großen Hirschkäfer aus Stahl gruppieren sich acht Module mit Informationen und großen Bildschirmen, auf denen die Insektenaufnahmen Ute Matzkows und Klaus Rieboldt als Slideshows.
Foto: LWL / Tobias Sitko

Foto zur Mitteilung
Der „Hauhechel-Bläuling“ gehört zu den Pionierarten, die neue Lebensräume wie Industriebrachen besiedeln. Auch auf der Zeche Zollern in Dortmund ist er zu finden.
Foto: LWL / Ute Matzkows

Foto zur Mitteilung
Ein Modell des Hauhechel-Bläulings stammt aus einem Projekt der Rheinisch-Westfälischen Realschule für die Begleitausstellung „Metamorphosen“.
Foto: LWL

Foto zur Mitteilung
Die Wildstauden in der Wiese hinter der Maschinenhalle von Zeche Zollern beherbergen Schnaken und viele andere unterschiedliche Insekten.
Foto: LWL / Klaus Rieboldt

Foto zur Mitteilung
Paul Gernert (v.l.), Sascha Abdinghoff und Alami Boutghighchat von „Passgenau“. Aus dem Betrieb der beruflichen Integration des Diakonischen Werks Dortmund und Lünen stammt unter anderem eine Gottesanbeterin aus Schrott.
Foto: LWL / Tobias Sitko

Foto zur Mitteilung
Schülerinnen und Schüler der Rheinisch-Westfälischen Realschule, Förderschule des LWL, mit ihren Lehrer:innen Artem Onilov und Melis Ünal. Sie haben Insektenmodelle als Keramiken in Szene gesetzt.
Foto: LWL / Tobias Sitko

Foto zur Mitteilung
Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer (v.l.), Annette Kritzler, Referentin für Bildung und Vermittlung, und Andreas Hoppenrath, Leiter des Referates Technik und Restaurierung, in der Ausstellung „Industrie-Insekten“.
Foto: LWL / Tobias Sitko


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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