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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 04.02.26

Pleosaurier im Dobergmuseum: Fossil des Jahres in Bünde zu sehen
"Zeuge einer untergegangenen Welt"

Bünde/Herford (lwl). Ein ganz besonderes Fossil hat seinen Weg ins Dobergmuseum gefunden: "Westphaliasaurus simonsensii". Das Fossil stammt aus der Sammlung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Es wird von Februar bis April im Dobergmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Bünde ausgestellt. Der "Westphaliasaurus" wurde mit drei weiteren Plesiosauriern, also schwimmenden, langhalsigen Sauriern aus der Zeit der Dinosaurier, als "Fossil des Jahres 2026" von der Paläontologischen Gesellschaft ausgezeichnet. Museumsleiter Dr. Marco Schade zur Bedeutung des Fundes:

Warum ist das Fossil von "Westphaliasaurus simonsensii" so besonders und warum passt es gerade nach Bünde?
Im frühen Jura, vor ungefähr 185 Millionen Jahren waren weite Teile Europas von einem Meer bedeckt. Dieses Meer hat in Form von Gesteinen und Fossilien seine Spuren hinterlassen. Der vor fast 20 Jahren im Kreis Höxter entdeckte Westphaliasaurus ist ein Zeuge dieser untergegangenen Welt und eine einzigartige Gelegenheit, die Erdgeschichte Westfalens so nah und anschaulich vor Augen zu haben. Und für mich persönlich ist es ein besonderes Ereignis, dieses spektakuläre Fossil im Dobergmuseum zu zeigen - Bünde ist genau der richtige Ort dafür, denn hier sind auch die fossilen Überreste vieler anderer Meeresbewohner zu sehen.

Welche Aspekte dieses Fossils faszinieren Sie?
Spektakuläre Fossilien sind in erster Linie vollständige Fossilien, und das Skelett von Westphaliasaurus ist beinahe komplett erhalten. In der Paläontologie ist das eine absolute Ausnahme, ganze Skelette zu finden, was diesen Fund sehr besonders macht, weil er uns z.B. Einblicke in die Evolution und Lebensweise der Plesiosaurier gestattet. So können wir beispielsweise an den Knochen feststellen, dass es sich sehr wahrscheinlich um ein beinahe ausgewachsenes Tier gehandelt hat, welches nach seinem Tod unter sehr sauerstoffarmen Bedingungen am Meeresboden abgelagert wurde.

Was erhoffen Sie sich von der Präsentation?
Wir werden wir im Dobergmuseum eine Schädelrekonstruktion und den Hals ausstellen. Wir möchten damit Begeisterung für Erdgeschichte wecken, das Interesse an Paläontologie fördern und die Rolle des Museums als kulturellen Treffpunkt in der Region stärken. Aus diesem Grund wird es 2026 bei uns im Haus Vorträge ausgewiesener Experten geben, die über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse mit diesen faszinierenden Zeitgenossen der Dinosaurier berichten werden.

Eintritt: Kinder frei, Erwachsene 8 Euro
Ort: Dobergmuseum - Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe, Fünfhausenstraße 12, 32257 Bünde
Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag: 14-18 Uhr, Samstag und Sonntag: 11-18 Uhr

Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Eine Einzelplatte des Westphaliasaurus simonsensii (siehe Markierung) ist von Februar bis April im Dobergmuseum in Bünde zu sehen. Sie zeigt seine Halswirbelsäule.
Foto: LWL/Oblinczyk

Foto zur Mitteilung
Dr. Marco Schade ist der Leiter des Dobergmuseums in Bünde und freut sich, eines der Fossilien des Jahres zeigen zu können.
Foto: LWL/Steinweg

Foto zur Mitteilung
In Münster brauchte es bei der Präparation des Sauriers ruhige Hände, gutes Werkzeug und ganz viel Geduld, um das Skelett des Westphaliasaurus aus dem Tonstein freizulegen.
Foto: LWL/Oblonczyk


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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