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Presse-Infos | Psychiatrie

Mitteilung vom 29.01.25

Hermann-Simon-Ausstellung
Vom Stadtarchiv ins LWL-Klinikum Gütersloh

Gütersloh (lwl). Ab sofort zeigt das Klinikum Gütersloh des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Ausstellung über Klinikgründer Hermann Simon. Die vom Stadtarchiv Gütersloh konzipierte historische Aufarbeitung ist im Haus 10 / Sozial- und Sportzentrum zu sehen. Nachdem sie bereits im vergangenen Sommer erfolgreich zwei Monate lang im Stadtarchiv gezeigt wurde, konnte das LWL-Klinikum sie übernehmen und präsentiert sie nun frei zugänglich für alle Interessierten.

Die Ausstellung lädt zu einer Reise durch das Leben und Wirken von Hermann Simon (1867-1947) ein. In den Jahren 1914 bis 1934 führte er eine aktivere Therapieform für psychisch erkrankte Menschen ein, die die damalige Behandlung revolutionierte. Dank seiner Innovationen entwickelte sich das heutige LWL-Klinikum in Gütersloh zu einer der modernsten psychiatrischen Einrichtungen ihrer Zeit und ist es bis heute.

Der renommierte Psychiater und ist allerdings auch einer der wissenschaftlichen Wegbereiter der "Rassenhygiene" in der Zeit des Nationalsozialismus und den daraus resultierenden Deportationen und Zwangssterilisationen von psychisch Erkrankten. Begriffe wie "Sozialdarwinismus" und "Eugenik" sind eng mit seinem Namen verbunden und werden in der Ausstellung ebenfalls thematisiert.

"Neben dem beruflichen und wissenschaftlichen Vermächtnis von Hermann Simon greift die Ausstellung auch kritische Aspekte seiner Biografie auf, die eng mit dem Nationalsozialismus verknüpft sind", erklärt Julia Kuklik, Leiterin des Stadtarchivs. "Sie beleuchtet unter anderem die daraus resultierende Diskussion um die mögliche Umbenennung der Hermann-Simon-Straße und setzt sich mit den Kontroversen seiner Zeit auseinander", führt Lasse Stoevesandt aus, der die Ausstellung konzipiert hat.

Die Roll-Up-Ausstellung ergänzt noch bis Mitte März die fest installierten Stelen im Haus 10, die sich ebenfalls mit der Geschichte des Klinikums beschäftigen. "So bietet sich aktuell die umfassende Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit und Gegenwart unserer mehr als 100 Jahre alten Einrichtung auseinanderzusetzen", lädt der Kaufmännische Direktor Jan Hendrik Unger alle Interessieten auf das Klinikgelände an der Buxelstraße ein.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, nutzt am besten die Parkplätze an der Buxelstraße oder an der Straße Im Füchtei. Von dort aus kann der Beschilderung zum "Haus 10 / Sozial- und Sportzentrum" gefolgt werden.

Pressekontakt:
Anna Brockmeyer, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0151-21845693, annacelina.brockmeyer@lwl.org und Christian Dresmann, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0173-6256489, christian.dresmann@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Zur Eröffnung der Hermann-Simon-Ausstellung im LWL-Klinikum Gütersloh: (v.l.) Julia Kuklik, (Leiterin des Stadtarchives Gütersloh), Lasse Stoevesandt, der die Ausstellung konzipiert hat, Jan Hendrik Unger (Kaufmännischer Direktor LWL-Klinikum Gütersloh & LWL-Klinik Paderborn) und Christian Dresmann (Mitarbeiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LWL-Klinikum Gütersloh & LWL-Klinik Paderborn).
Foto: LWL / Anna Brockmeyer


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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