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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 01.06.22

Ziegelherstellung per Hand und Gemüseanbau im Zieglergarten
Historische Produktion im LWL-Industriemuseum

Lage (lwl). Am Sonntag (12.6.) geht es in der Ziegelei Lage um die Ziegelherstellung von Hand. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt zu Vorführungen und zum Mitmachen von 11 bis 17 Uhr in sein Industriemuseum nach Lage ein.

Die Ziegelherstellung in Handarbeit ist eine aufwendige Prozedur, die viel Fingerspitzengefühl erfordert: Zunächst transportieren die Ziegler den Lehm in die sogenannte "Maukegrube". Dort muss er die richtige Konsistenz bekommen, indem Wasser und Sand zugegeben wurden. Lehmmacher traten die Masse früher mit den Füssen - "eine ermüdende Knochenarbeit, die die Haut spröde und rissig werden ließ", weiß Museumsleiter Willi Kulke. Der Einsatz des Pferdegöpels war eine große Erleichterung. Nun zog ein Pferd eine Karre durch den Lehm, bis das Material geschmeidig genug war, um in Holz- oder Metallformen geschlagen zu werden. Die so entstandenen Rohlinge trockneten mehrere Wochen an der Luft, bevor sie im Feldbrandofen zum fertigen Ziegel gebrannt werden konnten. Während des bis zu sechs Wochen dauernden Brandes musste der Ziegler den Ofen rund um die Uhr überwachen.

Museumsbesucher:innen können am Sonntag alle Arbeitsschritte der historischen Ziegelproduktion nachvollziehen und so erleben, wie mühevoll und schweißtreibend der Weg vom Ton zum Ziegel war, bevor Maschinen die körperlich anstrengendsten Arbeiten übernahmen. Wer will, kann auch selbst einen Ziegel von Hand herstellen und ihn nach rund acht Wochen fertig gebrannt wieder abholen. "Alle Arbeitsschritte finden unter freiem Himmel statt", erklärt LWL-Museumsleiter Willi Kulke und hofft auf gutes Wetter. Im Gegensatz zu den Innenräumen des Museums muss auf dem weitläufigen Außengelände kein Mundschutz getragen werden.

Außerdem nimmt das Ziegeleimuseum in Lage am Sonntag (12.6.) am "Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe" teil. Neben der harten Arbeit in der Produktion bewirtschafteten die meisten Zieglerhaushalte einen Gemüsegarten und kleine Ackerflächen. Diese Aufgabe fiel vor allem den Frauen zu. In der Ausstellung im historischen Zieglerkotten und dem dazugehörigen Garten erhalten Gäste Einblicke in den Alltag der damaligen Zeit.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235 und Willi Kulke, LWL-Industriemuseum, Ziegeleimuseum Lage, Tel. 05232 9490-0
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Mit Pferdestärke wird der Lehm bearbeitet, bis das Material geschmeidig genug ist, um in Formen geschlagen zu werden.
Foto: LWL

Foto zur Mitteilung
Ein Mitarbeiter der Ziegelei beim Entzünden des Feldbrandofens.
Foto: LWL / Ullrich

Foto zur Mitteilung
Mit dem Zieglergarten nimmt das Industriemuseum in Lage in diesem Jahr beim „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“ teil.
Foto: LWL / Unkelbach


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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