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Presse-Infos | Psychiatrie

Mitteilung vom 08.04.22

Geflüchteter Palästinenser aus Syrien findet sein Glück im Märkischen Kreis
LWL-Klinik Hemer - Gesundheits- und Krankenpfleger Tarek Y.: "Ich hatte ein Ziel und ergriff alle Chancen"

Hemer/Iserlohn (lwl). Er kam mit nichts und ist jetzt ein "gemachter Mann". Tarek Y., 27, schätzt sich glücklich. Als er 2015 nach einer vierwöchigen beschwerlichen Flucht nach Deutschland kam, hatte er kein Geld, keinen Besitz und nur die Kleidung, die er am Körper trug. Er hatte sich ganz alleine in Syrien auf den Weg gemacht und seine Geschwister und Eltern, die schon vor Jahren als Geflüchtete nach Syrien gekommen waren, zurücklassen müssen.

Heute ist Tarek Y. Abschluss-Prüfling zum Gesundheits- und Krankenpfleger und hat den Vertrag für die Festanstellung bei der Klinik Hemer/Hans-Prinzhorn-Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bereits in der Tasche. Dort hat er auch die Ausbildung durchlaufen. "Schlimm war die allererste Zeit im Flüchtlingsheim in Iserlohn", sagt der junge Mann. "Ich wollte so viel erreichen, aber ich hatte keine Aufenthalts- und keine Arbeitserlaubnis und durfte nichts machen - außer Fußballspielen. Zwei Jahre Warteschleife. Aber dann ging`s los!"

Erst kamen Deutsch- und Integrationskurse, dann ein Praktikum in der LWL-Klinik Hemer/Hans-Prinzhorn-Klinik, denn er wollte Krankenpfleger werden ("Plan B: Koch oder Friseur"). Obwohl er noch nicht so gut deutsch sprach wie heute, haben seine Anleiter Tareks Potenzial schnell erkannt. "Da war so viel Begeisterung und so viel Wissensdurst", sagt Pflegedienstleiter Jan Metz, "wir wollten Tarek gerne als Azubi gewinnen und ihn auch unterstützen".
Die Klinikleitung setzte sich mit der Agentur für Arbeit in Verbindung, plädierte dafür, dass der junge Mann schnell den Führerschein macht, damit er die Klinik auf dem Berg auch erreichen kann. 2019 konnten sie ihn dann als Auszubildenden begrüßen. Er hat sie nicht enttäuscht.

Tarek Y. hat zusammen mit seiner Frau, die er bei einem Praktikum in Schwerte kennengelernt hat, eine Wohnung mit Balkon und Garten in Iserlohn bezogen. Die beiden möchten eine Familie gründen. Er freut sich auf die Zukunft. (Und spielt im heimischen Fußballverein, in dem auch ein Kollege aktiv ist.)


Pressekontakt:
Angelika Herstell, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Tarek Y. in seiner Dienstkleidung; Safet (l.) betreibt in der Hans-Prinzhorn-Klinik das Café und spielt zusammen mit Tarek im selben Fußballverein.
Foto: LWL/Herstell

Foto zur Mitteilung
Tarek und "sein" Pflegedienstleiter Jan Metz.
Foto: LWL/ Wyludda

Foto zur Mitteilung
Tarek an seinem Einsatzort, er arbeitet auf einer Station im E-Haus der Klinik.
Foto: LWL/Herstell


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