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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 05.05.21

Die Vergöttlichung Napoleons
LWL-Museum für Kunst und Kultur präsentiert eine Lithografie als Kunstwerk des Monats

Münster (lwl). Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster erinnert mit einem Kunstwerk an den 200. Todestag Napoleon Bonapartes (* 1769): Der französische Kaiser starb am 5. Mai 1821 auf der Atlantikinsel St. Helena. Das nun ausgezeichnete Kunstwerk des Monats Mai, die "Apotheose Napoleons" (um 1835/40), entstand nach Napoleons Tod in Paris: Dabei handelt es sich um ein großformatiges Blatt, das die Apotheose, also die Vergöttlichung des aus Korsika stammenden Franzosen darstellt.

Die Lithografie entstammt der Hand des Künstlers Louis Stanislas Marin-Lavignes (1797â€'1860) und basiert auf einem Bild des Malers, Karikaturisten und Grafikers Victor Adam (1801â€'1866). Sie zeigt Napoleons Himmelfahrt auf einem Adler und greift sowohl christliche als auch antike Darstellungsweisen auf. Rings umher schauen Napoleons früheren Feinde â€' britische, preußische, österreichische und russische Adelige, Politiker und Generäle â€' zu und müssen seine Größe anerkennen. Trotz der unzähligen Opfer, die seine Kriege gekostet hatten â€' die "grande nation" berauschte sich an Napoleons Erfolgen. 1840 wurden seine sterblichen Überreste aus St. Helena heimgeholt und im Invalidendom mitten in Paris der nationalen Verehrung ausgesetzt.

Hintergrund
Der französische Feldherr und Kaiser hatte zwischen 1800 und 1815 Europa verändert, indem er alte, gewachsene Staaten, Strukturen und Traditionen zerschlug, dafür moderne, rationale an ihre Stelle setzte und Frankreichs lang erstrebte Vorherrschaft realisierte. Verstand sich Napoleon als Vollstrecker der Französischen Revolution von 1789 bis 1799, so bewirkte er 1802/03 die Aufhebung der geistlichen Staaten â€' auch des über 800 Jahre bestehenden Fürstbistums Münster. Zwischen 1808 und 1813 regierte Napoleon selbst in Münster und Düsseldorf als Vormund seines Neffen, des Großherzogs von Berg, und verwirklichte in diesem Musterstaat die Bauernbefreiung, die Gewerbefreiheit, führte den "Code Civil" als modernes Gesetzbuch ein â€' aber auch die ungeliebte Wehrpflicht.

In einem Kuratorengespräch im Internet präsentiert Dr. Gerd Dethlefs, Referent für Landesgeschichte, am Freitag (7.5.) von 14 bis 14.30 Uhr unter dem Titel "Der 200. Todestag Napoleons am 5. Mai 1821 - im Spiegel von Bildern der Sammlung" via Zoom das Kunstwerk des Monats. Die Teilnahme kostet 2 Euro, die Buchung läuft über den Ticketshop des Museums, der anschließend den Link zur Plattform Zoom bereitstellt.

Seit 1978 stellt das Museum jeden Monat eine Arbeit aus der Sammlung detailliert vor. Ein Text zum Kunstwerk des Monats ist auf Anfrage erhältlich. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums zu sehen.


Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und André Bednarz, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Telefon 0251 5907-311, andre.bednarz@lwl.org
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
Napoleon Bonaparte fährt auf dem als Kunstwerk des Monats Mai ausgezeichneten Bild in Richtung Himmel - umgeben von seinen früheren europäischen Gegnern. Louis Stanislas Marin-Lavigne (1797-1860) nach Victor Adam (1801-1866), Apotheose Napoleons, um 1835/40.
Foto: LWL/Hanna Neander


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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