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Presse-Infos | Kultur

Mitteilung vom 06.05.20

Drastisch, bunt und riesengroß: Norbert Tadeusz
LWL-Museum eröffnet erste Ausstellung seit Ausbruch der Corona-Pandemie

Münster (lwl). "Ich bin kein Künstler, ich bin Maler": Norbert Tadeusz (1940-2011) war einer der wichtigsten figurativen Maler seiner Generation. Die mitunter drastischen Darstellungen seiner großformatigen Bilder berühren und prägen sich unwillkürlich ein.

In seiner neuen Ausstellung "Norbert Tadeusz" (10.5. - 2.8.) und der ersten Schau seit der Corona-Pandemie zeigt das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster 66 Werke des Düsseldorfer Künstlers, der in den 1970er und 1980er Jahren als Professor an der Kunstakademie Münster unterrichtete.

"In diesen Zeiten eine Ausstellung eröffnen zu können, freut mich sehr, und ist ein wichtiges Zeichen an alle Besucherinnen und Besucher: Denn Kultur ist so viel mehr als einfach nur 'nice to have' - Kultur macht den Menschen aus. Umso erfreulicher ist, dass das kulturelle Leben weitergeht", erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Möglich war das nur, weil die Schau in Kooperation mit dem Kunstpalast Düsseldorf entstanden ist und dort schon Ende des vergangenen Jahres zu sehen war. "Die Werke sind nach dem Ende der Düsseldorfer Ausstellung direkt ins LWL-Museum für Kunst und Kultur gekommen - vier Wochen vor dem Ausbruch der Pandemie."

Die Ausstellung rücke einen Maler erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit, dessen ebenso virtuose wie provokante Bilder nichts von ihrer Brisanz eingebüßt haben. Tadeusz' enge Beziehung zu Düsseldorf und dem dortigen Kunstmuseum, das 1970 erstmals eine Einzelausstellung von ihm zeigte, ist bekannt. Weniger im Blick ist seine Verbindung zu Münster, auf die diese Werkschau aufmerksam macht. Zwischen 1973 und 1988 hatte Norbert Tadeusz einen Lehrauftrag zunächst als Dozent, später als Professor an der Kunstakademie in Münster- damals noch Institut für Kunsterziehung Münster, eine Zweigstelle der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf - und übte einen großen Einfluss auf die Kunstszene aus.

"Tadeusz präsentiert Gegenstände aus ungewöhnlichen Blickwinkeln, die Figuren sind oft in extremen Haltungen dargestellt. Die intensiven Farben und die sehr großen Formate entwickeln zusammen mit den Motiven eine enorme Wucht", beschreibt Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Tadeusz` Bilder. "Der Künstler war fasziniert vom Motiv der Frau - als Muttergottheit und Verkörperung der Natur ebenso wie als Projektionsfläche seiner Ängste, Sehnsüchte und Begierden." Der Künstler betonte immer wieder, dass all die seltsamen Blickpunkte und Verzerrungen in seinen Bildern allein den Anforderungen der Bildkomposition geschuldet seien. Es gehe ihm dabei nur darum zu malen, was er gesehen habe, und daraus gültige Bilder zu schaffen.

Verschiedene Themengruppen zeigen dabei die gesamte Bandbreite seines Schaffens in Gemälden, Arbeiten auf Papier und Skulpturen: Venus, sakrale Räume, Fleisch und Leiber, Tadeusz-Bilder, Akte, Swimmingpool, Interieurs und schließlich die Palio-Bilder, die Darstellungen der traditionellen Pferderennen in Siena. "In Münster sind zusätzlich noch seine Swimmingpool-Bilder zu sehen. Wir präsentieren sie im einzigen Tageslichtraum der Sonderausstellung und bringen diese Werkgruppe in ihrer ganzen Frische und Farbigkeit zum Leuchten", erklärt die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Tanja Pirsig-Marshall.

Eine Ausstellung über Norbert Tadeusz in Münster zu zeigen, füge sich in das Konzept des LWL-Museums für Kunst und Kultur ein, das neben einem Schwerpunkt auf angelsächsischen und kulturhistorischen Themen sein Augenmerk auch immer wieder auf die westfälischen Künstler lege. Nach den Ausstellungen "Das nackte Leben. Bacon, Freud, Hockney und andere. Malerei in London 1950-1980" (2014/15) und "Henry Moore. Impuls für Europa" (2016/17) sowie "Otto Piene. Licht" (2015) und "Wilhelm Morgner und die Moderne" (2015/16) stehe jetzt mit Norbert Tadeusz ein Maler im Mittelpunkt, der sich auf die gegenständliche Malerei konzentriert und seine eigene Bildsprache gefunden habe, so Pirsig-Marshall.

Als Schüler von Joseph Beuys und enger Freund von Blinky Palermo nahm er mit seinem gegenständlichem, sehr körperlichen Malstil schnell eine Sonderstellung in der Kunstszene ein, war es doch damals angesagt, konzeptuell, minimalistisch oder abstrakt zu arbeiten.

Bereits 1975 waren aufgrund seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Werke von Tadeusz im Landesmuseum in Münster zu sehen. In einer Gruppenschau präsentierte das Museum das Ergebnis der Arbeit des 1971 gegründeten Instituts in seinen unterschiedlichen Tendenzen. Neben Tadeusz' Arbeiten wurden damals Werke von Ludmilla von Arseniew, Hans Paul Isenrath, Gunther Keusen, Hermann Josef Kuhna, Udo Scheel, Timm Ulrichs und Jochen Zellmann gezeigt - Künstler und Künstlerinnen, die vielfach auch in der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur und der Sammlung der Westfälischen Provinzial Versicherung vertreten sind.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW und der National-Bank AG.

Eröffnet wird die Ausstellung aufgrund der Einschränkungen der Corona-Pandemie erstmals ohne Besucherbeteiligung im Museum. Die Öffentlichkeit ist jedoch eingeladen, die Eröffnung per Live-Stream im Internet zu verfolgen: Samstag (9.5.), 18 Uhr unter: https://youtu.be/Yx1AL17DD04

Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Claudia Miklis, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Telefon: 0251 5907-168, presse.landesmuseum@lwl.org.
presse@lwl.org



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



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Sie freuen sich auf die erste Ausstellung, die während der Corona-Pandemie eröffnen kann: LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (r.), der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold, und Kuratorin Dr. Tanja Pirsig-Marshall.
Foto: LWL / Hanna Neander

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2_Norbert Tadeusz, Cavalli 3, 1995, Privatbesitz. © VG Bild Kunst, Bonn 2020.
Foto: LWL / Hanna Neander

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3_Norbert Tadeusz, Akt auf Flügel I, 1998, Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz. © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto: Christoph Münstermann , Düsseldorf 6_

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4_Norbert Tadeusz, Drei , 2005, Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz. © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto: Christoph Münstermann, Düsseldorf

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5_Norbert Tadeusz, Mondwagen , 1985, Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz. © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto: Christoph Münstermann, Düsseldorf

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6_Norbert Tadeusz, Carcasse, Florenz, Pistoia, 1983, Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz. © VG Bild Kunst, Bonn 2020.
Foto: Christoph Münstermann, Düsseldorf

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_Norbert Tadeusz, Das große Ei (Casino I), 1987, Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz © VG Bild Kunst, Bonn 2020.
Foto : LWL / Hanna Neander

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_Norbert Feldafing X, 2005, National Bank Sammlung. © VG Bild Kunst, Bonn 2020.
Foto: Mick Vincenz

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_Norbert Tadeusz, Vorletztes Palio 2001 , Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto Nic Tenwiggenhorn

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_Norbert Flügelflieger, 1985, LWL Museum für Kunst und Kultur, Dauerleihgabe aus der Kunstsammlung der Westfälische Provinzial Versicherung AG. © VG Bild Kunst, Bonn 2020.
Foto: LWL / Hanna Neander

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_Norbert Tadeusz, Mütter Ur Chinesisch II , 1961 , Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz. © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto: Christoph Münstermann, Düsseldorf

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Norbert Tadeusz, Swimmingpool , 1993, Albertina, Wien, Rafael and Teresa Jablonka Foundation. © VG Bild Kunst , Bonn 2020.
Foto : LWL / Hanna Neander 4_


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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