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Presse-Infos | Jugend und Schule

Mitteilung vom 21.11.18

LWL und LVR haben Borschüre "Medizinische und pflegerische Versorgung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege" herausgegeben

Münster (lwl). Dürfen pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Kinder mit Sonnencreme eincremen? Dürfen sie bei Bedarf Fieber messen und wenn ja, mit welchem Fieberthermometer? Und wie sieht es mit der medizinischen Versorgung von chronisch kranken Kindern aus? Vor solchen Fragen stehen Erzieherinnen häufig. Eine neue Broschüre, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) herausgegeben haben, will ihnen dabei helfen. Auf 33 Seiten gibt die Broschüre "Medizinische und pflegerische Versorgung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege" Empfehlungen.

Immer jüngere Kinder gehen in die Kindertagesstätten, immer mehr Kinder werden hier ganztägig betreut, deshalb sind die Pädagogen immer mehr in die Medikamenten-Versorgung der Kinder eingebunden, die früher in erster Linie die Eltern erledigt haben. Im Sinne der Inklusion sollen die Kita-Türen auch Kindern mit Behinderung und chronisch kranken Kindern offenstehen. Auch damit sind neue Anforderungen an die Erzieherinnen verbunden: Kinder mit Diabetes oder Epilepsie brauchen Notfallmedikamente. Kinder mit Lebensmittelallergien sind möglicherweise auf ein Medikament angewiesen, das die Verträglichkeit von bestimmten Lebensmitteln verbessert. "Chronische Erkrankungen von Kindern dürfen nicht dazu führen, Kinder vom Besuch der Kindertageseinrichtung auszuschließen. Die Broschüre soll als Orientierungshilfe aufzeigen, welche Möglichkeiten der Versorgung auch chronisch kranker Kinder es im Alltag der Einrichtungen gibt", sagt Christian Peitz vom LWL-Landesjugendamt.

Die Broschüre versteht sich als Empfehlungspapier. "Letztlich sind Einrichtungen und Träger weiterhin gefordert, im Rahmen der Fürsorgepflicht konkrete Abläufe vor Ort zu regeln und sich den wachsenden Herausforderungen in diesem Bereich zu stellen", so Peitz.

Die Kindertageseinrichtungen im Bereich Westfalen-Lippe erhalten die Broschüren in den nächsten Wochen. Für alle anderen, die mit Kindertagesbetreuung zu tun haben oder an diesem Thema interessiert sind, gibt es eine PDF-Version zum kostenlosen Download unter: http://www.lwl-landesjugendamt.de/de/tagbe/Tagesbetr/mat_schutz/#anker-3034274

Zum Thema Sonnenschutz empfiehlt die Broschüre übrigens, dass die Kindertagesstätte mit den Eltern vereinbart, dass die Kinder bei sonnigem Wetter mit Sonnenschutz entsprechender Kleidung (nicht zu sonnenlichtdurchlässig, Schirmmütze) und mit Sonnenschutz eingecremt in die Kita kommen. Hier sollte jedes Kind seine eigene Sonnencreme haben, mit der die Erzieherinnen bei Bedarf nachcremen können. Fiebermessen ist erlaubt, zumindest mit einem Ohrthermometer, da es dann nur einen geringen Eingriff für das Kind bedeutet.

Hintergrund:
Im Mai 2014 haben LWL und LVR erstmals gemeinsam eine Broschüre mit Empfehlungen zu diesem Themenbereich veröffentlicht. In der ersten Jahreshälfte 2018 haben die beiden Landesjugendämter diese bestehende Broschüre gemeinsam überprüft und um einige Fragestellungen ergänzt. So stellt die neue Broschüre einige Themen der ersten Auflage ausführlicher dar, andere Themen, wie z. B. Sonnenschutzcreme oder Fiebermessen sind in der neuen Auflage dazu gekommen und es gibt einige neue Arbeitshilfen wie Vorlagen für die Dokumentation der Medikamentengabe oder für eine Vereinbarung zwischen Träger und Eltern.

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



Foto zur Mitteilung
LWL und LVR haben eine Broschüre zur medizini-schen und pflegerischen Versorgung in Kindertages-einrichtungen herausgegeben.
Foto: LWL


Die gezeigten Fotos stehen im Presseforum des Landschaftsverbandes zum Download bereit.



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