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Presse-Infos | Kultur
Mitteilung vom 11.04.14 (Abgelaufen)
Achtung Redaktionen: Freigabe ab Sonntag, 13.04.2014 um 15:00 Uhr!
Grußwort des 2. stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Herrn Hans Jürgen Zurbrüggen
Es gilt das gesprochene Wort!
Ausstellung ¿L¿arte del vetro. Glas des 19. Jahrhunderts aus Murano¿
Termin: 13.04.2014, 15:00 Uhr
Ort: LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim
Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Niermann,
verehrter Herr Bürgermeister Blume,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
herzlich willkommen im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim.
Als 2. stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe begrüße ich Sie zur Eröffnung gleich zweier Ausstellungen zum berühmten venezianischen Glas. Gewissermaßen als Hauptausstellung wird uns heute b<¿L¿arte del vetro. Glas des 19. Jahrhunderts aus Murano¿ präsentiert. Flankiert wird sie von der Fotoausstellung ¿Glashütten auf Murano ¿ Einblicke in eine verborgene Welt¿.
Wir werden heute die Ergebnisse einer zweijährigen Arbeit erleben. Denn so lange hat die Vorbereitung der Schau ¿L¿arte del vetro¿ gedauert, die durch die Leiterin der Glashütte Gernheim, Frau Dr. Katrin Holthaus, initiiert wurde. Aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Kurator Dr. Aldo Bova ist eine in vielerlei Hinsicht einzigartige Ausstellung hervorgegangen. Dabei sind die Projektidee und -realisierung den seit Jahren bestehenden internationalen Kontakten zu verdanken, die durch das Museumsteam stetig ausgeweitet werden. Die Schau ist somit auch ein Beleg dafür, dass der Ansatz, die Glashütte Gernheim als internationales Kompetenzzentrum und Forum zu verstehen, der richtige ist.
Ich freue mich, dass Herr Dr. Bova, heute persönlich anwesend ist. Herzlich willkommen. Ohne Ihr Engagement, Herr Dr. Bova, wäre die Ausstellung nicht an einem Ort zu sehen, der wie kaum ein anderer für das Thema der technischen Kompetenzen venezianischer Glasmacher geeignet ist. Vielen Dank für die Zusammenarbeit und Ihr Vertrauen in die Glashütte Gernheim.
Meine Damen und Herren,
Dr. Bova gelang es, private Leihgeber zu überzeugen, ihre Glasobjekte dem Museum zur Verfügung zu stellen. Wir haben daher die Möglichkeit, beeindruckende Ausstellungsstücke kennen und würdigen zu lernen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.
¿L¿arte del vetro¿ ¿ die mit dem Glas verbundene Kunst: Welcher Titel für eine Ausstellung zum venezianischen Glas könnte an einem Ort wir Gernheim besser passen?
Die Schau gibt uns einen ungewöhnlichen Einblick in eine bisher selten gezeigte Epoche der venezianischen Glasproduktion, die gekennzeichnet ist durch kunstreiche handwerkliche Präzision und über Jahrhunderte weitergereichtes Erfahrungswissen. Deshalb werden die komplex dekorierten, oft farbenprächtigen Glasobjekte des 19. Jahrhunderts vor allem unter technischen Aspekten präsentiert. Auf diese Weise soll das beeindruckende Können der venezianischen Glasmacher dieser Epoche ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden.
Die Glashütte Gernheim beschränkt sich aber nicht nur auf das Ausstellen der Kunst. Die Glasproduktion jener Epoche wird auch aktiv vermittelt. So werden unsere Museumsgäste Theorie und Praxis der Glasherstellung zwischen Sonderausstellung und Glasofen in allen Facetten hautnah erleben können. Dank der Mitwirkung der Glasturm GbR werden im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung regelmäßig venezianische Techniken vorgeführt und erläutert. Sogar ein venezianischer ¿maestro¿ wird zu Gast in Gernheim sein und hoffentlich einige seiner technischen Geheimnisse verraten.
Durchaus geheimnisvoll, meine Damen und Herren, geht es in der zweiten Ausstellung zu: Die Fotoausstellung ¿Glashütten auf Murano ¿ Einblicke in eine verborgene Welt¿ ist ebenfalls Ergebnis einer Zusammenarbeit des LWL-Industriemuseums mit Dr. Bova und zeigt aktuelle Aufnahmen aus drei renommierten Glashütten der Insel Murano.
Die Schau ist Bestandteil des Großprojekts ¿Unterwelten¿ des LWL-Industriemuseums. An all seinen acht Standorten taucht das Museum in diesem Jahr ein in die geheimnisvollen, oft unheimlichen, und dabei immer auch faszinierenden Unterwelten. Die zentrale Ausstellung ¿Über Unterwelten ¿ Zeichen und Zauber des anderen Raums¿ ist vor zwei Wochen auf der Zeche Zollern in Dortmund eröffnet worden. Die Ausstellungsmacher loten dort Mythen und Realität der Unterwelten aus ¿ von den Jenseitsvorstellungen der Antike über Stollen, Schächte und Bunker im Ruhrgebiet bis hin zu Zukunftsprojekten wie Tiefenbohrungen oder die Pläne für das fragwürdige Verfahren ¿Gas-Fracking¿. Thematisch abgestimmte Begleitausstellungen und Veranstaltungen an den 7 anderen Standorten des LWL-Industriemuseums greifen ihren jeweils eigenen Aspekt des Unterweltlichen auf und erweitern damit den Blick in die Tiefe ¿ im doppelten Sinne des Wortes.
Wie nachhaltig diese Großprojekte wirken, verehrte Gäste, zeigen die beiden heutigen Ausstellungen hier in Gernheim. Denn beide nahmen ihren Anfang mit dem letzten Großprojekt des LWL-Industriemuseums, der Ausstellung ¿Helden¿ im Jahr 2010. Damals wurden die ersten Kontakte nach Murano geknüpft.
Meine Damen und Herren,
mir bleibt zum Abschluss nur noch, herzlich Dank zu sagen. Den Dank an Herrn Dr. Bova habe ich bereits ausgesprochen. Ich wiederhole ihn hier aber noch einmal ganz bewusst, denn ohne seine Unterstützung wären die Ausstellungen nicht möglich gewesen. Darum nochmals herzlichen Dank für Ihr Engagement, Herr Dr. Bova.
Bedanken möchte ich mich natürlich auch bei dem gesamten Museumsteam unter der Leitung von Frau Dr. Holthaus, das mit großem Einsatz die Ausstellungen sowie den beeindruckenden Katalog und das umfassende und abwechslungsreiche Begleitprogramm zu ¿L¿arte del vetro¿ erarbeitet hat. Frau Dr. Holthaus ¿ herzlichen Dank.
Nicht zu vergessen sind die finanziellen Unterstützer dieses Projektes: Die Sparkasse Minden-Lübbecke und der Förderverein Glashütte Gernheim beteiligten sich an Katalog und Ausstellungsgestaltung. Vielen Dank für diese Förderung.
Ich wünsche den beiden Ausstellungen viele begeisterte Besucherinnen und Besucher sowie der Glashütte Gernheim eine Fortsetzung der offenkundig bereichernden Beziehungen mit Murano. Ihnen, meine Damen und Herren, wünsche ich viel Vergnügen bei der späteren Besichtigung. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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