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Mitteilung vom 24.09.03

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Neues aus den Römerlagern im Westfälischen Römermuseum Haltern

Bewertung:

Haltern (lwl). Mit "Neuem aus den Römerlagern" geht es im Programm zum zehnjährigen Jubiläum des Westfälischen Römermuseums Haltern am Sonntag (28.9.) weiter. Denn in den vergangenen zehn Jahren haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Haltern und Dorsten-Holsterhausen (Kreis Recklinghausen) neue Römerlager entdeckt. Erste Ergebnisse der archäologischen Forschungen liegen inzwischen in Vorberichten und wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor. Marianne Gorissen und Dr. Bernd Rudnick werden die Forschungsergebnisse am 28. September in Haltern zwischen 11 Uhr und 18 Uhr erläutern.

Die Museumspädagogin Marianne Gorissen, die in Haltern selbst mit ausgegraben hat, berichtet über die neuesten Erkenntnisse aus allen römischen Standorten in Westfalen. In Dorsten-Holsterhausen (Kreis Recklinghausen) etwa wurden weitere Marschlager entdeckt. Wegen der Entdeckung eines besonderen Tores, eines so genannten Clavicula-Tors in Haltern, muss die Entstehungszeit des Lagers in Rüthen-Kneblinghausen (Kreis Soest) neu überdacht werden.

Auch über die Nutzung der Lippe als Transportweg vor 2000 Jahren haben die Forscher inzwischen neue Überlegungen angestellt. Haltern hatte eine Schlüsselposition an diesem Weg. Denn bis dorthin kamen Kriegs- wie Transportschiffe mühelos.

Dann musste umgeladen werden auf kleinere Schiffe oder auf Transportmittel zu Land. Im Mittelpunkt der Ausführungen von Frau Gorissen stehen die Schiffshäuser der Marinebasis in Haltern, die im LWL-Römermuseum als Modell zu sehen sind.

Ebenfalls im Modell sehen die Besucher des LWL-Museums den Töpfereibezirk, der unter dem heutigen Museumsparkplatz lag. Dr. Bernd Rudnick war nicht nur selbst dabei, als hier zehn Töpferöfen ausgegraben wurden, sondern hat darüber auch ein umfangreiches Buch geschrieben. Den Besuchern erklärt er, wie die römischen Töpfereien in Haltern gearbeitet haben, was und für wen sie ihre Waren herstellten.

Erstmals im Westfälischen Römermuseum sind an diesem Sonntag einige der menschlichen Skelette zu sehen, die die Ausgräber 1991 bis 1993 in der Arbeitsgrube von einem Töpferofen freilegten. Die Arbeitsgrube war für 24 Männer zu einem Massengrab geworden, vielleicht Germanen. Möglicherweise hatten sie das Lager angegriffen. Die Attacke war jedoch fehlgeschlagen, viele Angreifer umgekommen und von den Römern in der Arbeitsgrube des nahe gelegenen Ofens verscharrt worden. "Ein Massengrab ist grundsätzlich nur unter besonderen Bedingungen denkbar, nämlich nach Epidemien oder kriegerischen Handlungen", so Rudnick. Ein Zusammenhang mit der Varusschlacht 9 n. Chr. ist seiner Einschätzung nach "nicht vollständig zu beweisen, aber denkbar".

Eigene Recherchen über die Ereignisse der Varusschlacht können Kinder ab zehn Jahre am kommenden Sonntag anstellen und in einem brandaktuellen Extrablatt zusammentragen. Den erforderlichen "Presseausweis" bekommen sie im eigens eingerichteten Pressebüro bei der Museumspädagogin Alessandra Schmelzer.

Termin:
Neues aus den Römerlagern. 28. September 2003, 11 bis 18 Uhr

Kosten:

Zu entrichten ist nur der Eintrittspreis: Erwachsene 2,60 Euro, Schüler und Studenten 1,10 Euro, Familientageskarte 5,20 Euro.

Westfälisches Römermuseum Haltern, Weseler Str. 100, 45721 Haltern am See,
Tel. 02364 9376-0, www.roemermuseum-haltern.de.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.







Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Tel: 0251 591-235 und Dr. Yasmine Freigang, Tel. 0251 5907-267
presse@lwl.org




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