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Mitteilung vom 02.03.18

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Der LWL verleiht seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Günter und Magda Achterkamp aus Rheine

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Münster/Rheine (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vergibt seinen mit 3.100 Euro dotierten LWL-Preis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an das Ehepaar Günter und Magda Achterkamp aus Rheine (Kreis Steinfurt). Das hat der LWL-Kulturausschuss in Münster beschlossen. Günter und Magda Achterkamp wird die Auszeichnung zuerkannt für ihre historisch-kritische Bildungs- und Vermittlungsarbeiten zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Rheine-Mesum.

"Neben dem Verdienst der Dokumentation der Schicksale und Namen der Opfer hat das ehrenamtliche Engagement von Günter und Magda Achterkamp zu einer nachhaltigen Erinnerungs- und Gedenkkultur vor Ort im besten Sinne beigetragen", heißt es in der Begründung des Rates für westfälische Landeskunde. "Ihr Engagement steht für ein historisch verantwortungsbewusstes, bürgerschaftliches Engagement, das eine lebendige Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte auch zwischen den Generationen initiiert", so der Rat weiter.

Der 1947 in Rheine geborene Günter Achterkamp absolvierte am Studieninstitut für Kommunale Verwaltung ein berufsbegleitendes Studium zum Verwaltungswirt. Bis zu seinem Ruhestand war er beim Bistum Münster unter anderem als stellvertretender Leiter der Personalverwaltung, als Leiter der Bistumskasse und als IT-Leiter der Bistumsverwaltung tätig.
Magda Achterkamp wurde 1949 ebenfalls in Rheine geboren. Die gelernte Herrenschneiderin arbeitete später als pädagogische Ergänzungskraft in einem Kindergarten.

Günter Achterkamp engagierte sich nach seiner Berufstätigkeit zunächst in der Geschichtswerkstatt Rheine-Mesum. Im Jahr 2010 begann er gemeinsam mit seiner Frau zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Rheine-Mesum zu recherchieren. Mit ihrer Quellenrecherche und der Suche in verschiedenen Archiven hat das Ehepaar die Gräber von Zwangsarbeitern und deren Kindern auf dem Mesumer Friedhof nachgewiesen. Dank ihres Engagements wurde im Oktober 2011 eine Erinnerungs-, Gedenk- und Gräberstätte für verstorbene Zwangsarbeitern auf dem Alten Friedhof in Rheine-Mesum eingeweiht. In Zusammenarbeit mit der Villa ten Hompel in Münster veranstaltet das Ehepaar Achterkamp Workshops, deren Ergebnisse auch in Form von Fortbildungsmaterial für Schulen zur Verfügung stehen. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Alter Friedhof Mesum ist auf der Pädagogischen Landkarte des LWL als außerschulischer Lernort eingetragen.

"Trotz anfänglicher Ablehnung vor Ort haben Günter und Magda Achterkamp dazu beigetragen, den Opfern des Nationalsozialismus ihre Namen zurückzugeben", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Zurzeit recherchiert das Ehepaar Achterkamp zu Menschen aus Rheine-Mesum, die Opfer der "Euthanasie" während der NS-Zeit geworden sind.

Hintergrund
Der LWL vergibt seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde (früher Förderpreis) jährlich an ehrenamtlich engagierte Personen, die einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur westfälischen Landeskunde geleistet haben. Er soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität in ihrer Freizeit wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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