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Mitteilung vom 19.10.15

Presse-Infos | Soziales

Mehr Menschen mit Behinderung in der eigenen Wohnung

LWL zieht Bilanz

Bewertung:

Westfalen-Lippe (lwl). Das Ambulant Betreute Wohnen für Menschen mit Behinderung ist erfolgreich: Nach einer Bilanz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat sich die Zahl der Menschen, die in den eigenen vier Wänden statt in einem Wohnheim leben, innerhalb von zehn Jahren in Westfalen-Lippe mehr als verdreifacht.

(Achtung Redaktionen: Zahlen für Ihr Berichtsgebiet finden Sie im angehängten PDF-Dokument.)

LWL-Sozialdezernent Matthias Münning: "In Westfalen-Lippe werden zur Zeit 26.000 Menschen mit wesentlicher Behinderung in ihrer eigenen Wohnung betreut, 2004 waren es etwas über 8.000. Die gemeinsamen Anstrengungen mit den kreisfreien Städten und Kreisen zeigen gute Ergebnisse." (Zahlen für NRW: 2014: 57.332, 2004: 15.290) In Westfalen-Lippe leben knapp 22.000 Menschen mit wesentlicher Behinderung in Wohnheimen (2004: 19.500; Zahlen für NRW: 2014: 43.432, 2004: 41.485), weil sie wegen ihrer meist geistigen oder mehrfachen Behinderung dauerhaft intensive Unterstützung brauchen. Münning verwies in diesem Zusammenhang auf die gute Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege.
Der LWL hat westfalenweit ein Verhältnis von 54 Prozent Ambulant Betreutem Wohnen zu 46 Prozent stationärem Wohnen erreicht (2004: 24 zu 76 Prozent; NRW 2004: 26 zu 74 Prozent, 2014: 57 zu 43 Prozent).
Was für die meisten Menschen selbstverständlich sei, wie die Wohnung selbst einzurichten, selbst zu kochen oder das Leben in der eigenen Wohnung über die Woche hinweg zu gestalten, bedeute für Menschen mit Behinderung häufig eine Herausforderung, die sie nicht allein bewältigen können. Münning schildert die Vorteile des betreuten Wohnens: "Menschen mit Behinderung gestalten ihr Leben selbständig und selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung und erhalten dabei die Unterstützung die sie brauchen." Dies könne im Einzelfall sehr unterschiedlich sein und richte sich nach dem individuellen Bedarf. Soweit möglich gebe man Hilfe zur Selbsthilfe.

Die eigenen vier Wände (Video-Beispiel)

Zum Beispiel Petra Hollmeier: Sie will in den eigenen vier Wänden leben und hat den Schritt in ein weitgehend selbstständiges Leben geschafft. Heute lebt in einem Haus für Menschen mit und ohne Behinderung in Dortmund. "Wir haben hier eine wirkliche Gemeinschaft gebildet", erzählt Hollmeier.

(Achtung Redaktionen: Für die Berichterstattung nennen wir Ihnen gerne ein Beispiel aus Ihrem Berichtsgebiet.)

Zwei Milliarden Euro pro Jahr

Der LWL gibt pro Jahr rund 1,3 Milliarden Euro an so genannter Eingliederungshilfe für das Wohnen behinderter Menschen aus. Die Betreuung im stationären Wohnen kostet pro Tag etwa 100 Euro, die Betreuung in den eigenen vier Wänden dagegen zwischen 40 und 60 Euro täglich.
"Längst nicht jeder behinderte Mensch braucht die umfassende Betreuung, die ein Wohnheim bietet. Im Gegenteil: Für viele bietet die eigene Wohnung echte Inklusion", so Münning. Behinderte Menschen sollten stärker entscheiden, wenn es um ihre Wohnsituation gehe. "Menschen mit Behinderungen sollen betreut zuhause leben, wann immer das geht und sie es wollen."

Weitere Anstrengungen

Menschen mit psychischen Behinderungen stellen nach Angaben von Münning mit 56 Prozent weiterhin die größte Gruppe im Ambulant Betreuten Wohnen. Der Anteil der Menschen mit geistiger Behinderung liege bei nur 26 Prozent. "Wir müssen darum weiter vor allem Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen überzeugen, dass man mit entsprechender ambulanter Unterstützung selbstständig leben kann", so der LWL-Sozialdezernent.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit steigt in Deutschland die Zahl der behinderten Personen mit Betreuungsbedarf Jahr für Jahr an, jährlich um rund 10.000 Personen, in Westfalen-Lippe um etwa 1.000. Der medizinische Fortschritt und die moderne Betreuung tragen dazu bei, dass heutzutage erfreulicherweise auch viele sehr schwer behinderte Menschen ein normales Lebensalter erreichen.

Achtung Redaktionen: Im TV- und Audio-Service finden Sie unter http://www.lwl.org/LWL/Der_LWL/Service/TV-und-Audioservice das Video-Beispiel.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: Ambulantes Betreutes Wohnen in Westfalen-Lippe.pdf



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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