LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 11.04.13

Presse-Infos | Maßregelvollzug

Kurzfilm über die forensische Psychiatrie

LWL zeigt die Arbeit hinter den Mauern seiner Klinik in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Mindestens zwei der fünf vom NRW-Gesundheitsministerium geplanten forensischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen wird der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger übernehmen. Um den Menschen insbesondere in den künftigen Standort-Kommunen ein realistisches Bild vom Maßregelvollzug zu vermitteln, präsentiert der LWL einen Kurzfilm über die Arbeit im Maßregelvollzug. In der neuesten, 2011 eröffneten LWL-Maßregelvollzugsklinik in Herne hat ein Drehteam die Therapiefachleute und ihre Patienten begleitet. Insgesamt versorgt der LWL als größter Klinikträger der Region derzeit rund 1200 psychisch kranke oder suchtkranke Patienten in sechs forensischen Kliniken.

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne ist keine gewöhnliche Klinik: hohe Mauern, Stahltor-Schleuse, Kameras überall - enorme Sicherheitsvorkehrungen. Wer hier behandelt wird, hat eine schwere Straftat begangen. Dafür konnte das Gericht aber keinen der hier untergebrachten 90 Patienten voll schuldig sprechen, denn bei allen war eine psychische Erkrankung Ursache für die Tat.

Viele Patienten leiden unter Psychosen, hören Stimmen, fühlen sich verfolgt, befürchten vergiftet zu werden. Unter diesen Wahnvorstellungen kann es zu Straftaten kommen. Ein anderes Krankheitsbild sind Persönlichkeitsstörungen: "Hier liegen die Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Wir haben Patienten, die nicht mit ihren Mitmenschen klarkommen, zum Beispiel nicht die nötige Empathie erlernt haben", erzählt Axel Schröder-Bergstermann, der als Pflegedirektor in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne arbeitet.

Behandlungsziel ist, dass die Patienten nach ihrer Entlassung ein eigenverantwortliches Leben führen und keine Gefahr mehr für ihre Mitmenschen darstellen. Dafür arbeiten verschiedene Berufsgruppen wie Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte und Sozialarbeiter Hand in Hand. Der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven ergibt eine fundierte Beurteilung. "Wir müssen mit unseren Patienten im Therapieplan erarbeiten, wie viel Hilfe sie brauchen, um draußen straffrei leben zu können. Eine einmal getroffene Entscheidung steht dabei nicht unabdingbar fest, sondern muss bei Veränderung der Prognose revidiert werden", so Ute Franz, die Ärztliche Direktorin der Herner Klinik.

Im Unterschied zur Gefängnishaft ist die Unterbringung in einer Forensik für psychisch kranke Menschen grundsätzlich unbefristet, gilt für manche Patienten lebenslang. Erst nach gründlich geprüften Behandlungsfortschritten wird dem Einzelnen Ausgang in Begleitung bewilligt. Bis zu einer möglichen Entlassung ist es aber auch dann noch ein langer Weg. Er dauert im Durchschnitt acht Jahre - auch in Herne.

Link zum LWL-Kurzfilm:
http://www.lwl.org/LWL/Der_LWL/PR/tv_audioservice/Filme_Massregelvollzug/massregelvollzug_herne



Pressekontakt:
Karl G. Donath, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Petra Schulte-Fischedick, Telefon: 02325 3724-2730.
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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