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Mitteilung vom 24.05.12

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Der LWL verleiht seinen Förderpreis an Heinrich Rüthing aus Bielefeld

Historiker hat eine Geschichtslandschaft für Laien erschlossen

Bewertung:

Bielefeld (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seinen mit 3.100 Euro dotierten Förderpreis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an den in Lichtenau (Kreis Paderborn) geborenen und heute in Bielefeld lebenden Historiker Prof. Dr. Heinrich Rüthing vergeben. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale hat den Preis am Mittwoch (23.05.) im ehemaligen Franziskanerkloster St. Jodokus in Bielefeld überreicht.

"Bei seinem Engagement für den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens Abteilung Paderborn sowie für den Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg hat Dr. Heinrich Rüthing mit Vorträgen und regionalgeschichtlichen Exkursionen im östlichen Westfalen eine ganze Geschichts-landschaft für interessierte Laien erschlossen. Ihm gelingt es, vergangene Zeiten lebendig werden zu lassen", lobte Rüschoff-Thale .

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Werner Freitag, 2. Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen, hervor, dass Rüthing sich nicht auf Fachdebatten beschränke: "Er verlässt permanent den Elfenbeinturm der Wissenschaft. Mit den Ergebnissen seiner Forschungsarbeit sucht und findet er die interessierte Öffentlichkeit. Seine Publikationen, Vorträge, Führungen und Exkursionen kommen an, er spürt das Interesse der Menschen, er spürt das Feedback hier in der Region. Seine Art der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse fasziniert", sagte Freitag. "Dr. Heinrich Rüthing regt neues Nachdenken an. Und auf diese Weise bietet er Geschichtsinteressierten Bausteine für eine westfälische Geschichte an, und diese Bausteine finden eine reißende Nachfrage", so der Laudator weiter.

Rüthing, Jahrgang 1937, schloss sein Studium der Fächer Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Erlangen 1967 mit der Promotion über einen Kartäusermönch ab. 1986 habilitierte er mit einer Arbeit über Höxter um 1500. Bis 2002 lehrte der Historiker an der Universität Bielefeld. Nach seiner Pensionierung baute er sein ehrenamtliches Engagement in den Geschichtsvereinen und der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL weiter aus. Für die Kommission beteiligte er sich mit mehreren Beiträgen an Tagungen zur Geschichte der Klöster und Stifte in Westfalen, die auch den Aufbau des LWL-Museums im Kloster Dalheim begleiteten. 2005 legte er in der Schriftenreihe der Kommission die Edition der Chronik Bruder Göbels aus Böddeken vor. Obwohl das Mittelalter von Hause aus sein Fachgebiet ist, decken seine Arbeiten nicht nur die spätmittelalterliche Religions- und Kirchengeschichte ab, sondern sie reichen bis zur frühneuzeitlichen Wirtschafts- und Geistesgeschichte.

Hintergrund
Der Förderpreis, den der LWL jährlich vergibt, ist für Personen gedacht, die nicht an einer Universität tätig sind und in ihrer Freizeit Landesforschung betreiben oder die ehrenamtliche Forschung besonders fördern. Es soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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