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Mitteilung vom 18.10.06

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Auf dem Weg in die Tiefe
Schachtbohrmaschine für die Zeche Nachtigall

Bewertung:

Witten (lwl). Ein frühes Kapitel der Bergbaugeschichte schlägt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nächstes Frühjahr im Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten auf: Unter dem Titel "Der Weg in die Tiefe" entsteht rund um den ehemaligen Schacht Hercules eine neue Ausstellung, die die schwere und oft gefahrvolle Arbeit der Bergleute auf der Suche nach den "schwarzen Diamanten" der Ruhrberge darstellt. Am heutigen Mittwoch (18.10.) traf mit dem Modell einer historischen Schachtbohrmaschine eines der ersten Exponate der neuen Ausstellung ein und absolvierte den ersten erfolgreichen Probelauf.

Der Bau eines Bergwerks-Schachtes war um 1840 immer auch ein Vorstoß ins Ungewisse. Selten wusste der Bergmann, was ihn in der Tiefe erwartete: Wo lagen die Flöze? War das Gestein brüchig? Gab es unvermutete Wasservorkommen? Diese und viele andere Fragen mussten durch Erkundungsbohrungen geklärt werden. "Es konnte geschehen, dass sich der Ansatzpunkt für einen neuen Schacht als ungeeignet erwies - so geschehen auf der Zeche Nachtigall 1838", erläutert Museumsleiter Michael Peters. Nachdem eine ersten Bohrung große Wasserzuflüsse erbracht hatte, wurde der neue Schacht Hercules an anderer Stelle abgeteuft.

Das Bohren war mühsame Handarbeit. Mit eisernen Bohrstangen sowie "Schwengel und Drückel" wurden selbst tiefe Bohrlöcher in den Fels gestoßen. Auf Zeche Nachtigall ging daher der erfindungsreiche Maschinenmeister Jost Friedrich Westmeyer (1802-1884) daran, eine Schachtbohrmaschine zu konstruieren, die diese Arbeit leichter und schneller erledigen sollte. Typisch für die frühe Maschinenbautechnik bestand sie noch zu großen Teilen aus Holz und wurde mit Muskelkraft über zwei Handkurbeln angetrieben. Die Maschine wurde gebaut, erfolgreich erprobt und durch das Bergamt begutachtet. "Da sie sich auf anderen Zechen des Reviers nicht durchsetzte, ist jedoch leider kein originales Exemplar erhalten", so Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom LWL-Industriemuseum. Auf der Grundlage historischer Bauzeichnungen und Beschreibungen gab das Museum deshalb bei der Firma Hauck Modellbau in Hassfurt ein betriebsfähiges Modell im Maßstab 1:5 in Auftrag.



Pressekontakt:
Michael Peters, Museumsleiter, Tel. 02302 93664-0 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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