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Mitteilung vom 07.12.05

Presse-Infos | Der LWL

Westfälisches Landesmuseum gibt Ausblick auf sein Programm 2006

Bewertung:

Münster (lwl). Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster plant für das kommende Jahr neun Ausstellungen und eine stärkere Ausrichtung auf museumspädagogische Angebote und Kunstvermittlung. So wird das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ab Januar jeden Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet sein. Zusätzliche Sonderführungen, Vorträge, Konzerte und Lesungen werden das reguläre Programm ergänzen.

Ab dem 19. Februar wird das Westfälische Landesmuseum den amerikanischen Künstler Phil Sims (geb. 1940, "Emotion of Color", bis 9. April) präsentieren. Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold: "Sims hat in Auseinandersetzung mit amerikanischer und europäischer Malerei eine reale, direkte und unbildliche Präsentation von Farbe entwickelt, bei der ein einziger Farbton durch eine ausgeprägte materielle Pinsel-Struktur enorm an Dichte und Ausdruck gewinnt. Jede Farbe - jedes Bild - wird zum Träger einer sinnlich vermittelten Emotion." Die Ausstellung mit monochromen Werken setzt die Reihe des Westfälischen Landesmuseums mit Positionen der Malerei jenseits des Tafelbildes fort (Frize, Hantai, Louis, Mangold, Bishop, Fruhtrunk, Erben, Kelly, Martin).

Eine Ausstellung über Ernst Ludwig Kirchner (1880 -1938) wird fast vollständig den über 300 Werke umfassenden Gesamtbestand des Berliner Kupferstichkabinetts an Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken des Künstlers zeigen ("Erstes Sehen", 30. April bis 9. Juli). Mit wichtigen Beispielen beleuchtet das Museum die Hauptschaffensperioden Kirchners, die sich vornehmlich im Zusammenhang mit seinen drei Hauptwohnsitzen herausgebildet haben: Die Lebens- und Kunstauffassung der frühen "Brücke"-Zeit in Dresden, ab 1911 das Großstadterlebnis von Berlin und zuletzt das Motivfeld der Bergwelt und der Bauern in der Schweiz seit 1918.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine bislang noch unveröffentlichte Sammlung von etwa 200 kleinformatigen, außerordentlich lebendigen Zeichnungen und Aquarellen, die der Künstler aus Skizzenbüchern der "Brücke"-Zeit in Dresden und Berlin selbst zusammengestellt hat.

Als Künstler ein konservativer Revolutionär zwischen Jugendstil und Symbolismus, als Mensch ein in die Ferne schweifender Sinnsuchender voller spiritueller Sehnsüchte - so will das Westfälische Landesmuseum den Münsteraner Maler und Glasmaler, Grafiker und Buchkünstler Melchior Lechter (1865-1937) vorstellen. "Er war in vielem ein Abbild seiner Epoche, aber auch ein vollgültiger Exzentriker, der seiner Zeit voraus war und überall aus dem Rahmen fiel", sagte Arnhold am Mittwoch (7.12.) in Münster.

In der bisher größten und umfassendsten Ausstellung über den Künstler ("Melchior Lechters Gegen-Welten, Kunst um 1900 zwischen Münster, Indien und Berlin", 4. Februar bis 1. Mai) fächert das LWL-Museum den Mikrokosmos des berühmten Münsteraners breit auf und gibt anhand seiner Glaskunstwerke, seinen berühmten Buchausstattungen, seiner Gemälde, Zeichnungen und Modelle einen umfangreichen Einblick in die Vielfalt seines Werkes. Zahlreiche Exponate stammen aus Privatbesitz und werden zum ersten Mal öffentlich präsentiert.

Mit seinem künstlerischen Schaffen eng verbunden war Lechters lebenslange religiös-spirituelle Sinnsuche. Führte ihn seine Sehnsucht in frühen Jahren zu einer tiefempfundenen Naturmystik, traten später die christlichen Mystiker des Mittelalters und die Werke der Rosenkreuzer hinzu. Auch fernöstliche Philosophien und der Buddhismus zogen ihn bei der unsteten Suche nach letzten Orientierungen in ihren Bann.

Seine Sinnsuche führte ihn 1911 auf eine große Reise nach Indien, Ceylon und Burma. Innerhalb eines halben Jahres umrundete er, ohne Sprachkenntnisse und nur von einem Führer begleitet, den gesamten Subkontinent. Von den über 2000, noch nie gezeigten Fotos, die er in seiner Begeisterung gemacht hatte, wird eine Auswahl in der Ausstellung präsentiert.

Über Lechters "Lumen de Lumine", eines der bedeutendsten Glasgemälde des Jugendstils, schrieb Thomas Mann 1911 an seinen Bruder Heinrich Mann: "Die modernen [Schönheiten Münsters] beschränken sich auf die große Fenstermalerei von Melchior Lechter (einem geborenen Münsteraner) im Museum, deren Farben freilich alles derartige übertreffen, auch die Ste. Chapelle in Paris. Ganz wundervoll."


Ausstellungen 2006

Highlights der Mittelalterausstellung:
16. Dezember 2005 - 26. März 2006

GeldKunst - KunstGeld
Deutsche Gedenkmünzen und ihre Gestaltung:
14. Januar - 23. April

Melchior Lechters Gegen-Welten.
Kunst um 1900 zwischen Münster, Indien und Berlin:
4. Februar bis 1. Mai

Phil Sims
Emotion of Color:
19. Februar bis 9. April

Ernst Ludwig Kirchner
Erstes Sehen:
30. April bis 9. Juli

Sammlerlust und Augenweide.
Die Münzsammlung der Lüffe-Stiftung:
6. Mai bis 6. August

Siegfried Cremer - der Künstler:
3. Juni - 13. August

Annette Weisser/Ingo Vetter:
27. August - 12. November

Berliner Porzellan:
24. September 2006 - 7. Januar 2007



Pressekontakt:
Dr. Daniel Müller Hofstede, Tel. 0251 5907-168 und Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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