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Mitteilung vom 29.08.02

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Neues vom Wilzenberg

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Schmallenberg (lwl). Auf dem Wilzenberg bei Grafschaft (Hochsauerlandkreis) haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bei Ausgrabungen ein vier Meter langes Stück der 2.200 Jahre alten Befestigungsanlage auf der Bergkuppe freigelegt.

Der Wilzenberg ist als Wallfahrtsort weithin bekannt. Doch fasziniert der "Heilige Berg" der Sauerländer seit jeher auch die Archäologen, denn die Wallfahrtsstätten liegen im Bereich zweier ineinanderliegender Wallburgen aus der Eisenzeit und dem Frühmittelalter (200 v. Chr. Und 9. Jahrhundert n. Chr.).

Die Archäologen der LWL-Außenstelle Olpe haben in einer viermonatigen Grabungskampagne in diesem Sommer die 2001 begonnene Untersuchung der Befestigungsanlage auf dem Wilzenberg erfolgreich fortgesetzt. Als bedeutender Befund erweist sich ein zirka vier Meter langes Stück der Mauer. Sie ist in der so genannten Trockenmauertechnik errichtet, das heißt ohne Mörtel, und noch rund 60 Zentimeter hoch erhalten.

"Wir können die Burg nun zeitlich präziser einordnen", freut sich Dr. Michael Baales, der neue Leiter der LWL-Außenstelle in Olpe. Die Mauer ist auf einer Planierschicht gegründet. An der Außenfront lassen sich im Abstand von etwa einem Meter senkrecht verlaufende Aussparungen erkennen.

Sie sind die Reste von Pfosten, die als Mauerstützen eingebaut waren. Offenbar hatte das Mauerwerk eine hölzerne Brustwehr getragen, die wahrscheinlich den gesamten Wilzenberg umgab. Einige Meter vor der Mauer entdeckten die Archäologen einen Graben. Er war entstanden, als man das anstehende Schiefergestein als Material für die Befestigung abbaute.

Die Zahl der insgesamt geborgenen Funde ist nicht sehr groß. Einige Keramikfragmente belegen die Nutzung während der jüngeren Eisenzeit, in den beiden Jahrhunderten vor Christi Geburt.

Waffenfunde wie im Jahr 1950 kamen nicht zu Tage. Damals hatte man ein Depot mit absichtlich unbrauchbar gemachten Lanzen und Schwertern gefunden - ein Opfer für die Götter, denen die Menschen anscheinend mehr zugetraut haben als der Schlagkraft ihrer Eisenwaffen. Dieser immer noch größte Waffenfund aus der Eisenzeit in Westfalen wird ab Frühjahr 2003 im neuen Westfälischen Museum für Archäologie in Herne neu präsentiert.

Mit der diesjährigen Kampagne beenden die Archäologen ihre Untersuchungen auf dem Wilzen-berg. "Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Trotz der mitunter sehr ungünstigen Witterung haben die Grabungstechniker Karin Peters und Bernd Schneider mit drei Mitarbeitern erfreulich gute Arbeit geleistet", meint Anna-Helena Schubert. Die Wissenschaftlerin hat die Kampagne in diesem Jahr geleitet, nachdem der damalige Leiter der LWL-Außenstelle, Dr. Philipp R. Hömberg, im Herbst des vergangenen Jahres plötzlich verstorben war.



Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Mit seinen 40 Schulen, 17 Krankenhäusern, 17 Museen und als einer der größten Sozialhilfezahler Deutschlands erfüllt der LWL Aufga-ben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament mit 135 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert wird.



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