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1946 von Schlesien ins Münsterland vertrieben

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Art.Nr. D197-500620

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1946 von Schlesien ins Münsterland vertrieben

Zeitzeugen berichten
 

DVD mit Begleitheft, 2018 (D 197)
Film ca. 42 Minuten

PDF-Version des Begleitheftes

 

Als Folge des verlorenen Zweiten Weltkriegs wurden Millionen von Menschen aus den vormals deutschen Ostgebieten vertrieben und gen Westen deportiert. In völliger Ungewissheit, wo ihr Zug enden würde, gelangten allein von März bis September 1946 Zehntausende Ostvertriebene aus Schlesien ins Münsterland. Im Kreis Coesfeld erfolgte ihre Verteilung auf den kriegsbedingt äußerst knappen Wohnraum über das Bezirksdurchgangslager Maria Veen und das Kreisdurchgangslager Lette bei Coesfeld. Ende 1948 lebten in Westfalen 736.000 Vertriebene und Flüchtlinge, was zwölf Prozent der Bevölkerung entsprach. Die Neuankömmlinge waren ungleich verteilt. In manchen Landkreisen machte ihre Zahl über 30 Prozent der Bevölkerung aus, im Kreis Coesfeld betrug ihr Anteil 1951 rund 15 Prozent. Sie mussten sich in der fremden Umgebung eine Existenzgrundlage verschaffen und gemeinsam mit den Alteingesessenen die Wiederaufbauanstrengungen bewältigen.

Das Durchgangslager in Lette, von dem der Film handelt, hinterließ bei den Neuankömmlingen einen prägenden Eindruck. Gleich nach ihrer Ankunft wurden sie hier kurzzeitig untergebracht, registriert, desinfiziert und medizinisch untersucht. Dieses Lager hatte der Kreis Coesfeld in schon bestehenden älteren Holzbaracken eingerichtet. An deren abgelegene Lage und Kargheit, aber auch Naturnähe erinnern sich die Zeitzeugen bis heute lebhaft und berichten darüber im Film.

Im Juli 2014 und August 2015 wurde in Coesfeld auf Initiative des Vereins „Denkmal Barackenlager Lette e.V.“ ein umfangreiches Interviewprojekt durchgeführt, das mit der Filmkamera aufgezeichnet wurde. Ziel war, neben der eigentlichen Lagergeschichte auch die persönlichen Vertreibungs- und Integrations-Erinnerungen der kleiner werdenden Erlebnisgeneration zu dokumentieren. Aus diesem Fundus ist dieser Film entstanden. Er schildert die Vertreibung, die großen Gruppentransporte mit der Eisenbahn ins Münsterland, die Ankunft im Lager Lette, die Verteilung auf die zumeist ländlich gelegenen, einfachen Quartiere und die Erfahrungen mit den Einheimischen in neuer Umgebung. Mit dem Abstand von Jahrzehnten blicken die Zeitzeugen auf ihre Erlebnisse zurück und gewähren dabei Zugang zu ihren damaligen wie heutigen Gedanken und Gefühlen.

Der Film thematisiert das Thema Flucht und Vertreibung anhand von eigenem Erleben vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Die Schilderungen der Protagonisten machen deutlich, wie nachhaltig Flucht und Vertreibung auch nach vielen Jahrzehnten im persönlichen Leben nachwirken. So kann der Film auch dazu beitragen, mehr Verständnis für Situation und Gefühle heutiger Migranten in Deutschland und Europa zu entwickeln.

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