Rundwege

Auf unseren Rundwegen durch die Handstrich- und die Maschinenziegelei entdecken Sie, wie sich die Arbeit im Laufe von 100 Jahren verändert hat.

Rekonstruktion einer Mischbühne - an Aktionstagen wird wie früher ein Pferd zur Aufbereitung des Lehms vorgespannt.

Rundweg Handstrichziegelei

Auf dem Rundweg Handstrichziegelei lernen Besucher die vorindustrielle Methode der Ziegelproduktion kennen. Schrittweise, dem Werdegang des Ziegels folgend, werden die einzelnen Arbeitsschritte erläutert.

Der Rundweg umfasst die Stationen Rohmaterial, Lehmaufbereitung, Formgebung, Trocknung und Feldbrandofen.

Jeder Gast kann seinen eigenen Ziegel herstellen, der später im Museum gebrannt und danach abgeholt werden kann.

Rundweg Maschinenziegelei

An neun Stationen lernen die Besucher die Arbeit am Leseband und Kollergang kennen, den Pressenraum, die Trocknungsregale und schließlich den Ringofen, den Arbeitsplatz von Einsetzern, Zuschiebern und Auskarrern, die die Rohlinge in der Brennkammer aufschichteten beziehungsweise die fertigen Ziegel herausfuhren – ein schwere und schweißtreibende Arbeit. Die historischen Maschinen, die aus den 1950er bis 1970er Jahren stammen, sind restauriert und wieder funktionstüchtig.

Jedes Jahr im Mai lebt dieses Stück Geschichte bei uns wieder auf, wenn wir den Ringofen für den Ziegelbrand anheizen.

Der Pressenraum
Acht Tafeln behandeln das Thema Ziegel und Ökologie aus vielfältigen Perspektiven.

Rundweg Ökologie und Ziegel

Die Ziegelherstellung hat die Landschaft nachhaltig verändert, nicht nur durch die Herstellung, auch durch die vielen neuen Fabriken und Häuser, die mit diesen Ziegeln gebaut wurden.

Der Abbau von Ziegeltonen geschieht fast ausschließlich im Tagebau. Daher prägen großflächige Gruben das Landschaftsbild in der Nähe von Ziegelwerken. Stillgelegte Ziegelgruben wurden häufig zu Seen. Noch in den 1950/60er Jahren ging man daher davon aus, dass Tongruben wasserundurchlässig und damit für die dauerhafte Einlagerung von Abfällen besonders geeignet seien. Heute leben die Menschen in der Umgebung von ehemaligen Ziegeleien mit diesen Altlasten. Auch die ehemalige Lehmgrube der Ziegelei Beermann wurde mit Hausmüll verfüllt.
 

Er sieht allerdings auch positive Aspekte: In Gruben, in denen das Oberflächenwasser nicht versickern konnte, bildeten sich Seen und Teiche. Hier herrschen ideale Bedingungen für seltene Amphibien und andere Pflanzen und Tiere, die sich in feuchter Umgebung wohlfühlen. Auch in trockenen Gruben entwickelte sich eine besondere Vegetation. Sie reicht von kraut- und grasreichem Bewuchs über Gebüsche bis hin zum Endstadium Wald.

Auch über das Thema Ziegel und Energie informiert der Rundweg: Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde zum Brennen von Ziegeln ausschließlich Holz und Torf eingesetzt. Die Kohle aus dem Ruhrgebiet ersetzte danach diese Brennstoffe. Heute produzieren die verbliebenen Großbetriebe vor allem mit Erdgas.