Zeche Nachtigall

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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5.5.-15.12.2019

Raubbau

Rohstoffgewinnung weltweit

Der Bedarf der Menschheit an Rohstoffen ist gewaltig. Kobalt, Coltan, Lithium, Mangan, Kupfer – ohne sie gibt es weder Smartphones noch Elektroautos, Stahl oder Stromkabel. Viele der mineralischen Rohstoffe stammen aus unkontrolliertem Kleinbergbau. Weltweit arbeiten über 80 Millionen Menschen dort unter oft katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen. Bilder und Berichte veranschaulichen die aktuelle Situation. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Alternativen zum Raubbau auf.

Fotos vom Zinn-Abbau im Walikale-Gebiet, Dem. Rep. Kongo. Mark Craemer, Fotograf aus New York, hat die Gegend in den Jahren 2007/2008 bereist. Foto: Mark Craemer, New York

Raubbau damals und heute

Vor über zweihundert Jahren waren im Ruhrbergbau schnelle Gewinne durch einen unvollständigen und unsachgemäßen Abbau einer Kohlenlagerstätte üblich. Mit den Worten „Jeder thut was er will“ kritisierte Oberbergrat Friedrich Wilhelm Graf von Reden den Raubbau. Der aus dem Bergbau stammende Begriff beschreibt ein Verfahren, das auf kurzfristige Gewinnmaximierung abzielt. Heute meint Raubbau die Übernutzung von endlichen Ressourcen, die im Groß- und Kleinbergbau gewonnen werden sowie umwelt- und gesundheitsgefährdende Abbauweisen. Diesen Raubbau rückt die Ausstellung in den Fokus. Vom Kleinbergbau nach Zinn im Kongo, von jungen Goldschlammtauchern auf den Philippinen, von der Sandgewinnung am Victoriasee in Uganda oder dem Lithiumabbau in Chile und Bolivien – Fotografien von weltweiten Abbaugebieten zeigen den Raubbau bei der Rohstoffgewinnung.

Industrielle Rohstoffförderung

Die meisten Rohstoffe kommen aber aus industriellen Bergwerken, großen Tagebauen und von Bohrplattformen auf den Weltmeeren. Für den großflächigen Tagebau von Braunkohle, Steinkohle, Kupfer oder Uran werden Menschen umgesiedelt. Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung sind an der Tagesordnung. Staub und Emissionen machen viele Anwohner krank.

Ohne Rohstoffe gibt es weder Smartphones noch Autos, Häuser und Straßen. Die Elektroindustrie braucht immer außergewöhnlichere Minerale, die sog. Seltenen Erden. Metalle wie Tantal machen Knochennägel und andere Medizinprodukte robust und langlebig. Aktuell steigt der Bedarf an Lithium und Kobalt für Elektroautos. Teils stammen die Rohstoffe aus Krisen- und Konfliktregionen, und ihr Vorkommen ist endlich. Die wachsende Nachfrage nach den Bodenschätzen wirkt sich negativ auf Arbeitsbedingungen und Umwelt aus.

Manuelle Goldgewinnung bei Dunkwa in Ghana: Nach Entfernung einer vier Meter mächtigen Lehmschicht mit einem Bagger wird der goldhaltige Kies mit der Hand gewaschen. Auf Rutschen bleibt das Gold in Leinen hängen, während der leichtere Sand weggespült wird.

Der Weg zum fairen Produkt

Wie kann ein fairer Abbau aussehen? Ist die Rückgewinnung von Aluminium aus alten Elektrogeräten oder der Ersatz von mineralischen durch nachwachsende Rohstoffe eine Lösung? Projekte wie das internationale Fairmined-Netzwerk, Forschungen für kobaltfreie Batterien oder Initiativen wie das Repaircafé zeigen Alternativen zum Raubbau.

Begleitprogramm zur Ausstellung 2019

17.–19. Mai
Bildhauerworkshop für Erwachsene mit der Steinbildhauerin Christina Clasen

Kosten: 65 Euro inkl. Material und Eintritt

19. Mai | 14.30 Uhr
Offene Führung durch die Sonderausstellung mit dem Kurator Stefan Nies

Freier Eintritt

6. Juni | 18.30 Uhr
Filmvorführung: „Welcome to Sodom. Dein Smartphone ist schon hier.“ Dokumentarfilm, 92 Min.

Wenn Monitore, Fernseher und Handys nicht mehr funktionieren, landen sie auf einer gigantischen Mülldeponie in Ghana. Unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen suchen die Menschen dort nach wertvollen Materialien, um sie an Elektrofirmen zurück zu verkaufen.

Freier Eintritt

7. Juli | 14.30 Uhr
Raubbau. Offene Themenführung durch die Sonderausstellung

Nur Eintritt

25. – 27. Juli | 14.00 – 20.00 Uhr
Waste Attack. Upcycling mit Almut Rybarsch-Terry

Für Interessierte von 16 – 20 Jahren. Kosten: 30,00 Euro pro Teilnehmer inkl. Imbiss
Anmeldung bis 7. Juli 2019

4. August | 14.30 Uhr
Raubbau. Offene Themenführung durch die Sonderausstellung

Nur Eintritt

17. August | 13.00 – 17.00 Uhr
Kohlezeit. Geführte Wanderung durch das Muttental

Kosten: 10 Euro pro Teilnehmer, inkl. Eintritt
Anmeldung bis 15. August 2019

24. – 25. August | 11.00 – 16.00 Uhr
Bildhauerworkshop für Kinder mit der Steinbildhauerin Christina Clasen

Kosten: 20 Euro inkl. Material
Anmeldung bis 21. August 2019

1. September | 14.30 Uhr
Raubbau. Offene Themenführung durch die Sonderausstellung

Nur Eintritt

18. September | 16.30 Uhr
Maulwurfsrunde. Vorlese- und Malstunde für Kinder bis 7 Jahren

Freier Eintritt

6. Oktober | 14.30 Uhr
Raubbau. Offene Themenführung durch die Sonderausstellung

Nur Eintritt

10. Oktober | 18.30 Uhr
Filmvorführung: „Workingman´s death“. Dokumentarfilm, 122 Min.

Männer arbeiten in illegalen Minen in der Ukraine, chinesische Stahlarbeiter träumen von einer
glorreichen Zukunft. Ist körperliche Schwerstarbeit im 21. Jahrhundert unsichtbar geworden?

Freier Eintritt

16. Oktober | 16.30 Uhr
Maulwurfsrunde. Vorlese- und Malstunde für Kinder bis 7 Jahren

Freier Eintritt

17. Oktober | 18.30 Uhr
Rohstoffe aus dem Meer. Chancen und Risiken eines zukünftigen Abbaus in der Tiefsee?

Vortrag von Sven Petersen, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Freier Eintritt

3. November | 14.30 Uhr
Raubbau. Offene Themenführung durch die Sonderausstellung

Nur Eintritt

13. November | 16.30 Uhr
Maulwurfsrunde. Vorlese- und Malstunde für Kinder bis 7 Jahren

Freier Eintritt