Zeche Nachtigall

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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17.5.-3.10.2020

Papierwelten

Kartonmodellbau gestern und heute

Zu sehen ist eine Auswahl von über 70 Modellen aus verschiedenen Epochen, darunter Gebäude wie die Kathedrale von Reims, Schiffe und Fahrzeuge. Highlights sind ein Kruzifix von 1529, das als erstes Kartonmodell bekannt ist, und ein zwei Meter langes Diorama, das Szenen in der chinesischen Stadt Tsingtau um 1911 darstellt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Kartonmodellbaufreunden der Modellsportgemeinschaft (MSG) Duisburg.

Der Ursprung des Papierhandwerks reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Wandelnde Drucktechniken sorgten für die Verbreitung von Modellbaubögen. Auf Holz- und Kupferstich folgte die Lithografie. Das von Alois Senefelder (1771-1834) erfundene Druckverfahren mit Steinplatten ermöglichte eine kostengünstige, einfache und auflagenstarke Produktion von Papierbögen jeder Art. Bekannte Verlage wie Schreiber oder Scholz konnten auf diese Weise ein breiteres Repertoire an Bausätzen anbieten, die für die Masse bezahlbar wurden.

Vorgestellt werden in der Ausstellung auch Papiertheater. Die auch als Tisch-, Zimmer- oder Haustheater bezeichneten Miniaturbühnen erlebten besonders in bürgerlichen Familien ab den 1820er Jahren eine Blütezeit. Drucktechnik, Theaterfaszination und Bildungsbeflissenheit trugen zur Verbreitung in Europa bei. Aus Figuren- und Kulissenbögen entstanden detailgetreue Kleinstbühnen, die sich an den zeitgenössischen Inszenierungen der großen Theater orientierte. Opern, Schauspiele und Märchen vermittelten Wissen und unterhielten Familien.

Eigens für die Ausstellung wurde das Modell „Schachtanlage Hercules der Zeche Vereinigte Nachtigall Tiefbau 1840“ entwickelt. Besucher dürfen sich den Baubogen kostenlos mitnehmen.

Blicke in die Ausstellung