Zeche Nachtigall

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Kohlenschiff bei Blankenstein an der Ruhr, Radierung um 1810

Kohlenschifffahrt auf der Ruhr

Ruhrnachen und Wasserspielplatz

Ein wichtiger Standortfaktor für die Zeche Nachtigall war die Ruhrschifffahrt. Nach der Schiffbarmachung im Jahre 1780 entwickelte sich der Fluss zum wichtigsten Transportweg für Steinkohle. Im Mittelpunkt der Ausstellungslandschaft steht der rekonstruierte Ruhrnachen „Ludwig Henz". Das über 35 Meter lange und fünf Meter breite Schiff entstand zwischen 1999 und 2002 im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme für arbeitslose Jugendliche und erinnert mit seinem Namen an einen Hattinger Wasserbaumeister, der sich um 1840 intensiv mit der Verkehrsentwicklung des Ruhrtals auseinandersetzte.

Auf dem Schiff geht es um die Kohlenschifffahrt zwischen Witten und Ruhrort: Wie sah die Ruhr damals aus? Mit welchen Schwierigkeiten hatten die Schiffer zu kämpfen? Thema auf dem Schiffbauplatz ist der historische Schiffbau an der Ruhr, aber auch der Nachbau für das Museum.

Nachbau eines Ruhrnachen auf dem Museumgelände

In der Kohlenniederlage, einem nachempfundenen typischen Lagerplatz am Fluss, geht es um den Kohlenhandel. Die Geschichte des Flusses nimmt einen breiten Raum ein. So kann die Frage „Was geschah bei der Schiffbarmachung?" nicht nur am Modell erprobt werden: Ein Wasserspielplatz lädt Kinder zum Experimentieren ein.

Mit dem Einzug der ersten Eisenbahnen ins Ruhrtal bekam die Kohlenschifffahrt Konkurrenz. Als die Zeche Nachtigall 1849 die Verbindung zum Schienennetz herstellte, hatte der Fluss als Absatzweg seine Bedeutung verloren. Knapp 40 Jahre später wurde die Schifffahrt eingestellt. Wie bescheiden die Anfänge der Eisenbahnen aussahen, zeigt die Rekonstruktion von zwei Wagen der 1829 gebauten Muttentalbahn.