Zeche Hannover

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Specially Unknown

Flucht und Zuwanderung prägen Europa gegenwärtig in besonderer Weise. Viele Menschen haben auf der Suche nach Sicherheit ihre Heimat verlassen, haben Familie,  Freunde und ihre berufliche Existenz zurück gelassen. Das auf europäischer Ebene geförderte Projekt Specially Unknown will den geflüchteten Menschen die Möglichkeit geben ihre Geschichten zu erzählen, sich kulturell zu beteiligen und damit ihren Beitrag zur Gesellschaft und Geschichte Europas aufzuzeigen.

Ein europäisches Oral History Projekt

Dazu werden insgesamt 160 Lebensgeschichten von Geflüchteten in den vier europäischen Städten durch speziell ausgebildete Interviewer erhoben.

In Bochum arbeiten die vier Interviewer als so genannte Fieldworker mit geflüchteten Menschen aus Syrien, der Türkei, dem Kongo und Guinea zusammen.

Die Lebensgeschichten werden nachfolgend ins Englische übersetzt und erhalten Einzug in regionalen Archive sowie in eine europäische Datenbank. Begleitet wird das Projekt von einer wissenschaftlichen Studie in neun europäischen Ländern, welche sich den Erfahrungen und Erwartungen kultureller Teilhabe sowie der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Europa widmet.

Die Bochumer Fieldworker

Die Bochumer interviewen Geflüchtete und Asylsuchende aus den folgenden Regionen:

Sera Massakidi (Kongo) ist Gründer und Vorsitzender des Bosangani e.V. in Bochum. Der Verein arbeitet mit afrikanischen Geflüchteten.
Obwohl die Gruppe der aus dem Kongo Geflüchteten in Bochum recht klein ausfällt, sind die Kongolesen erstaunlich aktiv in der Bochumer Kulturszene unterwegs. Die Kongolesen sind vor ethischen und religiösen Konflikten, als auch Armut und Gewalt geflohen.

Agir Mustafa Birhîmeoglu (Türkei) arbeitet für die IFAK e.V., eine transnationale Migranten Organisation aus Bochum. Seine Arbeit für den Verein konzentriert sich hauptsächlich auf das Projekt Samofa, welches sich zum Ziel gesetzt hat die soziale Teilhabe von Migranten in Deutschland zu fördern.
Deutschland und die Türkei teilen eine lange gemeinsame Geschichte. Heute leben über drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland. Die meisten türkischen Immigranten kamen als Gastarbeiter. Auch heute noch ersuchen Türken Asyl in Deutschland.

Zoubeida Khodr (Syrien) ist Gründerin und Vorsitzende des Humanitäre Solidarität Middle East e.V., welcher das gegenseitige Verständnis und das Koexistieren verschiedener in Bochum lebender Kulturen fördern soll.
Seit Beginn der Flüchtlingswelle im Jahr 2015, ist Syrien das Land mit den meisten Menschen, die vor dem Bürgerkrieg und vor Verfolgung in ihrer Heimat fliehen. Die Gruppe syrischer Flüchtlinge wird auch heute noch in deutschen Medien stark thematisiert. In Bochum stellen syrische Geflüchtete eine der größten Gruppen dar.

Alpha O. Barry (Guinea) ist Gründer des Übersetzungsdienstes African Languages. Als Mitglied des Guinee-Coop e.V., engagiert er sich außerdem für die bildungstechnische Integration von in Bochum und dem Ruhrgebiet lebenden Menschen aus Guinea.
Verglichen mit den Menschen aus der Türkei oder aus Syrien, sind Flüchtlinge aus Guinea im Bochumer Stadtbild eher unauffällig. Sie sind eine recht kleine Community, welche in den letzten Jahren aufgrund von Armut und Gewalt in ihrem Land stetig angewachsen ist. In vielen Städten des Ruhrgebiets, kommen die meisten minderjährigen und ohne ihre Eltern Geflüchtete aus Guinea.

 

Das Projekt wird koordiniert von der niederländischen Stiftung BMP. Die weiteren Kooperationspartner in den europäischen Städten sind das Red Star Line Museum (Antwerpen), die Association Génériques (Paris), die Rete Italiana di Cultura Popolare (Turin) und das LWL-Industriemusem Zeche Hannover (Bochum). Finanziert wird das Projekt im Rahmen des European Year of Cultural Heritage durch den AMIF-Fond, einem Fond der Europäischen Komission für Asyl, Migration und Integration.