19.05.2004 - 27.03.2011 - Historisches Museum Frankfurt

Von Fremden zu Frankfurtern

Zuwanderung und Zusammenleben

Die Ausstellung weist nach, daß der typische Frankfurter eigentlich gar keiner ist. In Vergangenheit wie Gegenwart resultiert das Wachstum der Frankfurter Einwohnerschaft aus der Zuwanderung von außen. Sie war ab 2004 bis zum Abriss des Betonbaus des historischen museums frankfurt 2011 zu sehen. Derzeit verwandelt sich das historische museum zum Stadtmuseum der Mainmetropole, das Frankfurt sowohl in seiner historischen Bedeutung als auch mit seinen aktuellen Themen präsentiert. Im neuen historischen museum verstehen wir Migration als Teil der kulturellen Diversität, deren Spuren wir in Geschichte und Gegenwart verfolgen.

Die Ausstellung arbeitete exemplarisch. Nicht alle historisch belegbaren Wanderungsbewegungen nach Frankfurt konnten nachgezeichnet, nicht alle Migrantengruppen der Gegenwart erfasst und thematisiert werden. Die Geschichte der Migration bis 1945 wurde als Folge von Text- und Bildtafeln (Bannern) ohne Exponate präsentiert. Im Zentrum standen hier die Wanderungsbewegungen von Glaubensflüchtlingen früherer Jahrhunderte, denen Frankfurt ein willkommener Ort war. Ein Schwerpunkt der Ausstellung indes war die Geschichte der Migration nach 1945. Im 20. Jahrhundert waren es vor allem politische und wirtschaftliche Gründe, die viele Menschen als Heimatvertriebene, Republikflüchtlinge oder als "Gastarbeiter" nach Frankfurt brachten. In der Ausstellung wurden die unterschiedlichen originalen Ausstellungsobjekte vorgestellt. Die Themen reichten von den Heimatvertriebenen und den Displaced Persons in der Nachkriegszeit, der ersten Gastarbeiteranwerbung in den 50er und 60er Jahren sowie ihrer Wohn- und Arbeitssituation und über die kulturelle Vielfalt und Bereicherung durch Zuwanderung bis zur Integration durch Aus- und Weiterbildung.

In die Ausstellung integriert war der "Treffpunkt der Kulturen"/"Galerie Migration". Hier fand das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung, unterstützt von zahlreichen Kooperationspartnern, statt.

Konzept

Ausstellung

Das leitende Paradigma der Ausstellung sah vor, die frühneuzeitlichen Objekte und jene bis 1945 auf Bannern (nur) zu dokumentieren, nach 1945 die Objekte der Leihgeber oder Schenker, insbesondere seit den 1950er Jahren, in ihrem segmental reflektierenden Charakter aber zu betonen. Es sollte deutlich gemacht werden, dass die museumsbezogene Leitfunktion dieser Ausstellung nicht die Präsentation wissenschaftlich zureichend bearbeiteter Sammlungen sein könne (zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt), sondern vielmehr der Appell, eben eine solche zeitgeschichtlich bedeutsame Sammlung von Objekten der Zuwanderungsgeschichte neu zu begründen.

Um gleichwohl mit der Ausstellung auf wissenschaftlich gesichertem Terrain zu bleiben, hat ein wissenschaftlicher Beirat das Unternehmen von Anfang an mit Rat und Tat begleitet (Professoren Bade, Dölemeyer, Kramer, Kroll, Schindling und Priv. Doz. Dr. Asche).

Sammlung

Während die frühneuzeitliche Zuwanderung in unsere Stadt durch kulturgeschichtlich herausragende Objekte belegt ist hat die Zuwanderung insbesondere seit 1945 kaum nennenswerten Niederschlag in den Sammlungen gefunden. Dies gilt insbesondere für die Arbeitsmigration seit den 1950er Jahren und den thematischen Schwerpunkt  Asyl.

Hinzu tritt ein mit dem Anspruch des Bewahrens der Objekte verbundenes Problem: Die Notwendigkeit, Sammlungen bzw. Leihgabenkonvolute unter den erforderlichen raumklimatischen Bedingungen zu sichern, führt dazu, dass kultur- oder sozialgeschichtlich signifikante Objekte unter gattungsspezifischen Gesichtspunkten diversifiziert werden: Also z.B. Möbel zu Möbel, Grafik zu Grafik, Textil zu Textil.

Eine Rekonstruktion ursprünglicher sozialer und kultureller Zusammenhänge läßt sich bei einer großen Anzahl der Objekte also in forschungspraktisch vertretbarer Weise nur durch EDV- gestützte Inventarisierung ermöglichen, so dass etwa unter der Frage „Migration“ in raschem Zugriff Zusammenhänge des Zugangs und vorangegangener Nutzung rekonstruierbar würden (Das historische museum arbeitet mit Museum Plus).

Für diese neuen Parameter bestand das grundsätzliche Problem, dass die weitere Inventarisierung von Sammlungsgegenständen aus dem kulturgeschichtlichen Zusammenhang von Wanderungsbewegungen nach Frankfurt am Main einen erheblichen wissenschaftlichen und technischen Aufwand bedeuten würde und zugleich die Frage nach zusätzlichem Depotraum aufwarf, zugleich die entstehenden Kosten, fehlendes Personal, Räumlichkeiten und Ressourcen.

Die Ausstellung versteht sich als "Ausstellung in Progress": während die frühneuzeitliche Zuwanderung nach Frankfurt durch kulturgeschichtlich herausragende Objekte belegt ist hat die Zuwanderung nach 1945 noch kaum einen Niederschlag in den Sammlungen gefunden. Mit der Ausstellung "Von Fremden zu Frankfurtern" sind erste Sammlungsbereiche insbesondere für die Arbeitsmigration seit den 1950er Jahren entstanden. So konnte im Verlauf der nächsten Jahre das Thema "Zuwanderung nach Frankfurt" und der Blick auf das Zusammenleben zwischen Migrantinnen und Migranten und Einheimischen einen festen und lebendigen Platz in der Darstellung der Frankfurter Stadtgeschichte erhalten.

Kommunikation

Mit der Präsentation „Von Fremden zu Frankfurtern“  erwuchs zugleich der Anspruch, zu einem zukünftigen Kommunikationszentrum für Zuwanderer zu werden. Mit dem „Treffpunkt der Kulturen“, nach der späteren Verlagerung der Ausstellung vom EG in das 2. OG „Galerie Migration“ genannt, schien das realistisch. Die vielfältigen Aktivitäten von 2004 bis zum heutigen Zeitpunkt bestätigen dies.


Das bereits erwähnte Konzept der "Ausstellung in Progress" drückt sich auch darin aus, dass die Ausstellungstexte in der Folge auch in anderen Sprachen vorliegen sollten: zuerst in den Hauptsprachen der frühen "Gastarbeiterabkommen", wie Türkisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Serbisch, Kroatisch und im weiteren in Polnisch, Französisch und Englisch.

Ausstellung

Aufbau

Die Ausstellung im Erdgeschoß sieht auf ca. 480 m² zwei ineinander übergehende offene Räumlichkeiten vor. Der größere Raum ist für die Ausstellung, der kleinere für den sogenannten Treffpunkt der Kulturen gedacht. Um einen langgestreckten spitz-ovalen "Tisch der Kulturen" - metaphorisch als "runder Tisch" für Einleitungs- und Nachbereitungsgespräche zu verstehen - ordnet sich das modulare Ausstellungssystem. Es ist gestaltet als multivariables Regalsystem - Magazine genannt - zur Präsentation unterschiedlich großer Exponate, Dokumente, Fotos, Filmsequenzen oder für Schubfächer mit zusätzlichen Informationen.

Ausstellungsbereiche

Ausstellungsbereiche

Von Fremden zu Frankfurtern - Zuwanderung und Zusammenleben

Der typische Frankfurter ist keiner – eine nur scheinbar unsinnige Aussage. Tatsächlich stammen die meisten Frankfurter Bewohner nicht von alteingesessenen Familien ab. Dies gilt nicht nur für die gegenwärtig 175.000 ausländischen Einwohner, sondern ebenso für die 500.000 deutschen Einwohner: ihr jeweils größerer Teil ist im Lauf der letzten Jahrzehnte zugewandert. Aus dem Umland, aus Deutschland oder dem Ausland. Die Motive hierfür sind vielfältiger Natur. Ausländische und deutsche Zuwanderer unterscheiden sich bis heute in ihrer rechtlichen Stellung. Im Gegensatz zu den deutschen Zuwanderern sind Ausländer in Frankfurt in verschiedenen Graden aufenthalts- und arbeitsberechtigt, können jedoch nur sehr eingeschränkt das politischen Leben mitgestalten.

Die grundsätzliche Freizügigkeit für Deutsche ist Ergebnis einer jungen Entwicklung. Bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein war die Wahrnehmung der politischen und wirtschaftlichen Rechte in der Stadt mit dem seit dem Mittelalter entwickelten Bürgerrecht verknüpft. Der Wandel zu einem an die Staatsbürgerschaft gebundenen Einwohnerrecht erfolgte erst mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Frankfurter ist von da an – unterbrochen durch die rassenideologisch begründete Gesetzgebung der Nationalsozialisten – wer über einen deutschen Paß verfügt und seinen ständigen Aufenthalt im Frankfurter Stadtgebiet beim Einwohnermeldeamt als Hauptwohnsitz registrieren lässt.Kein Frankfurter im rechtlichen Sinn ist dagegen der türkische Jugendliche Mehmet, obwohl in Höchst geboren. Denn: Mehmets Eltern sind Ausländer. Heute leben unter den 670.000 Frankfurtern 175.000 Ausländer als „Fremde“ in der Stadt, obwohl viele von ihnen Einheimische sind, lediglich mit fremdem Paß.

Die Ausstellung „Von Fremden zu Frankfurtern“ macht die Zuwanderung nach Frankfurt und das allgemein gedeihliche Zusammenleben von Frankfurtern und Zugewanderten in Geschichte und Gegenwart bewusst. Die Ausstellung arbeitet exemplarisch. Nicht alle Wanderungsbewegungen nach Frankfurt, nicht alle Migrantengruppen der Gegenwart können thematisiert werden. Ausgehend von den Gründen, die Menschen in Geschichte und Gegenwart nach Frankfurt führen, wird deren Integration in die städtische Gesellschaft nachvollziehbar. Als wesentliches Element für die gelungene Aufnahme der Fremden haben sich Bildung und Ausbildung der zuwandernden Menschen und die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes erwiesen.

Die dingliche Überlieferung der Zuwanderung nach Frankfurt ist ebenso zufällig wie bruchstückhaft. Einen Sammlungsbestand zum Thema Migration gab es im historischen museum frankfurt bisher nicht. Die Ausstellung „Von Fremden zu Frankfurtern“ wollte daher ein Signal an die weitverzweigte Migrationsgesellschaft geben, zum Aufbau einer solchen Sammlung beizutragen. So konnte im Lauf der nächsten Jahre das Thema „Zuwanderung nach Frankfurt“ und der Blick auf das Zusammenleben zwischen Migrantinnen, Migranten und Einheimischen einen festen und lebendigen Platz in der Darstellung der Frankfurter Stadtgeschichte erhalten.


Das Frankfurter Bürgerrecht und die Fremden

In Frankfurt leben Gruppen unterschiedlicher Rechtsstellung zusammen: Bürger, Beisassen, Juden und Dorfbewohner. Sie grenzen sich gegen Fremde ab, die als Permissionisten für kurze Zeit hier leben oder als Bedienstete länger in Frankfurter Familien und Betrieben arbeiten. Fremde haben nur wenige Rechte und sind der Härte des Fremdenrechts ausgeliefert.


Gesellen und Gesinde

Die größte Gruppe der Frankfurter „Fremden“ stellen Handwerksgesellen und Gesinde. Als Gemeinschaft minderen Rechtes unterstehen sie der paternalistischen Aufsicht der zuständigen Zünfte bzw. ihres Dienstherrn. Neben Lohn und Unterkunft genießen sie dessen Rechtsschutz. Von der städtischen Armen- und Krankenfürsorge sind sie ausgeschlossen. Nur selten erfolgt der Aufstieg in das Bürgerrecht durch Einheirat.


Frankfurt und die Reformation

In Frankfurt treibt die Reformation einen Keil zwischen Bürgerschaft und Rat. Während der Rat der Stadt im Interesse der kaiserlichen Privilegien für Messe und Wahlstadt beim alten Glauben verharren möchte, bekennen sich die Bürger zu der von Luther angestoßenen Bewegung. Doch gegen die Bevölkerung kann der Rat nicht regieren. Frankfurt wird protestantisch.


Wanderungswellen als Folge von Reformation und Gegenreformation

Als ein neues Phänomen des Reformationszeitalters erleben die Menschen der frühen Neuzeit große Bevölkerungsverschiebungen. Wegen ihres Glaubens flüchten im 16. Jahrhundert Hunderttausende Menschen vor religiöser Intoleranz und Unterdrückung durch Europa. Frankfurt ist ein wichtiges Ziel solcher Flüchtlinge.


Englische Glaubensflüchtlinge

Mitte des 16. Jahrhunderts hat sich der Ruf Frankfurts als einer weltoffenen Stadt bis England herumgesprochen. Von dort kommen protestantische Glaubensflüchtlinge an den Main, die vor der Rekatholisierung der Insel durch Maria Tudor geflüchtet sind und von anderen deutschen Städten abgewiesen wurden. In Frankfurt werden sie 1554 freundlich aufgenommen.


Wallonen und Flamen kommen als Glaubensflüchtlinge nach Frankfurt

Auch in den spanischen Niederlanden, dem heutigen Belgien, hat sich der Katholizismus gegen den Protestantismus durchgesetzt. Zu Tausenden flüchten Niederländer in das Ausland. Über England kommen 1554 eine kleine wallonische Gemeinde und 1555 flämische Exilanten nach Frankfurt. Während sie vom Rat der Stadt willkommen geheißen werden, regen sich in der Bevölkerung bald Widerstände.


Zweite Einwanderungswelle aus den Niederlanden

1585 fällt Antwerpen in spanische Hände. Wieder sehen sich Tausende Protestanten gezwungen, der Rekatholisierung durch Flucht zu entgehen. Es sind Angehörige der Antwerpener Oberschicht, darunter jetzt auch Lutheraner, die ihre bisherigen Handelsbeziehungen an den Main verlegen und für einen beispiellosen Aufschwung des Messe- und Handelswesens sorgen.


Juden in Frankfurt

Seit dem 11. Jahrhundert ist die Existenz von Juden in Frankfurt schriftlich überliefert. Ihr Schicksal ist gekennzeichnet durch eine Folge von Ansiedlung, Vertreibung und neuerlicher Ansiedlung. Da die Frankfurter Juden im Kaiser einen Schutzherrn haben, der die Folgen von Konflikten mit der Mehrheitsgesellschaft immer wieder mildert, ist die Stadt für die Zuwanderung auswärtiger Juden ausgesprochen attraktiv.


Fremde und Minderheiten

In Krisenzeiten verhält sich die Frankfurter Bevölkerung feindselig gegenüber Fremden und Minderheiten. Anfang des 17. Jahrhunderts werden die Juden im Verlauf des „Fettmilchaufstandes“ aus der Judengasse vertrieben. Während des Dreißigjährigen Krieges erfahren alle Fremden, dass sie unerwünscht sind. Solidarität in der Not ist nur für die Bewohner ein Begriff, deren Familien selbst erst vor wenigen Generationen zugewandert sind.


Frankfurt als Durchgangsort für hugenottische Flüchtlinge

Seit 1685 setzt sich neuerlich eine große Flüchtlingswelle durch Europa in Bewegung: Es sind Protestanten aus Frankreich, die als „Hugenotten“ vor den Folgen der Religionspolitik des französischen Königs Ludwig XIV. fliehen. Viele kommen nach Frankfurt und erhalten großzügige Unterstützung durch die hiesige Französisch-Reformierte Gemeinde. Die abweisende Haltung Frankfurts gegenüber Calvinisten hindert sie, sich hier niederzulassen.


Italienische Händler kommen nach Frankfurt

Im 17. und 18. Jahrhundert gründen bedeutende italienische Handelshäuser Niederlassungen in Frankfurt. Wirtschaftliche Gründe veranlassen die katholischen Familien, sich in der lutherischen Stadt als Minderheit anzusiedeln. Die städtische Gesellschaft begegnet den Fremden mit Feindseligkeit. Man fürchtet die Konkurrenz.


Staatsbürgerrecht gegen Stadt- und Gemeindebürgerrecht

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden die starren Formen des Frankfurter Gemeindebürgerrechts mit seiner restriktiven Gewerbeordnung aufgehoben. Mit der Einverleibung Frankfurts durch Preußen 1866 und die Gründung des Deutschen Reiches 1871 wird das Gemeindebürgerrecht durch das deutsche Staatsbürgerrecht ersetzt.


Juden aus Osteuropa

Religiöse Unterdrückung und existenzielle Angst nach mehreren Pogromen veranlassen im ausgehenden 19. Jahrhundert Juden aus Osteuropa zur Flucht in den Westen. Neben dem Ziel Nordamerika ist auch die Frankfurter jüdische Gemeinde für Tausende von ihnen eine Anlaufstelle. In der Stadt fallen sie durch Sprache, Kleidung und Brauchtum als Fremde auf. An ihrer Anwesenheit entzünden sich hier erste Anzeichen aufkeimenden Antisemitismus.


Politik gegen Sinti und Roma zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus

Sinti und Roma – früher „Zigeuner“ genannt – werden in Frankfurt als störende Fremde empfunden. In den 20er Jahren häufen sich Forderungen nach Ausweisung der hiesigen Sinti und Roma. Die Stadtverwaltung reagiert mit der Einrichtung eines kommunalen „Zigeuner-Lagers“. Dieser „Konzentration“ und diskriminierenden Behandlung folgt die weitgehende Vernichtung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten.


Juden in Frankfurt zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus

Zur Zeit der Weimarer Republik sind Juden erstmals mit der christlichen Mehrheitsbevölkerung gleichberechtigt. Als vollwertige Mitbürger bringen sie sich in das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Frankfurts ein. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wird dieses Miteinander jäh beendet. In der Frankfurter Bevölkerung regt sich kein nennenswerter Widerstand gegen die Entrechtung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger.


Zuwanderung nach Frankfurt am Main seit 1945

Zuwanderung hat Frankfurt nach 1945 zur deutschen Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung werden lassen. Diese Entwicklung lässt sich in vier Zeitabschnitte unterteilen. Bis 1961 Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten; seit Beginn der 60er Jahre Arbeitsmigranten aus Südeuropa; in den 70er Jahren werden durch Daueraufenthalt und Familiennachzug ehemalige „Gastarbeiter“ zu Einwanderern; seit den 80er Jahren schaffen weltweite Krisen sowie die Auflösung des Ostblocks eine komplexe Einwanderungssituation.


Zuwanderung von Vertriebenen und DDR-Flüchtlingen

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs suchen circa zwölf Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus Mittel- und Osteuropa in den vier Besatzungszonen Deutschlands Sicherheit und wirtschaftliche Perspektive. Nur mit wenigen Habseligkeiten kommen sie aus ihren ehemaligen Siedlungsgebieten Russlands, Polens, Rumäniens, Ungarns, Jugoslawiens und der Tschechoslowakei in den Westen und versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen.


Anwerbung von Arbeitskräften im südeuropäischen Ausland

Die als „Wirtschaftswunder“ bezeichnete Aufschwungphase der westdeutschen Nachkriegswirtschaft veranlasst Deutschland, 1955 mit Italien und 1960 mit Spanien und Griechenland Verträge zu schließen, die es deutschen Unternehmen erlauben, dort Arbeitskräfte anzuwerben. Gesucht werden unqualifizierte Arbeiter für niedrig bezahlte Hilfstätigkeiten. Die nichtamtliche Bezeichnung „Gastarbeiter“ ist Programm: Die ausländischen Arbeitskräfte sollen nur auf Zeit in Deutschland bleiben.


Anwerbung von Arbeitskräften im außereuropäischen Ausland

1961 dringt die türkische Regierung gegenüber Deutschland auf Abschluß eines Anwerbeabkommens für türkische Arbeiter. Sie verspricht sich hiervon eine weitergehende Qualifikation der in die Türkei zurückkehrenden „Gastarbeiter“. In Folge entsprechender Vereinbarungen mit der Türkei, Tunesien, Marokko und 1968 mit Jugoslawien kommen vermehrt außereuropäische Arbeitsmigranten nach Deutschland. Kulturelle Unterschiede führen zu Konflikten zwischen diesen und den europäischen „Gastarbeitern“, sowie mit der
deutschen Bevölkerung.

„Gastarbeiter“ – Leben und Wohnen

So dringend die deutsche Wirtschaft in den 60er Jahren auch Arbeitskräfte aus dem Ausland benötigt, so unvorbereitet trifft sie deren Ankunft schließlich. Die von vielen Firmen bereitgestellten Unterkünfte sind erbärmlich. In Barackenlagern und überfüllten Wohnheimen werden die „Gastarbeiter“ der ersten Generation untergebracht. Hygienische und bauliche Mängel führen immer wieder zu Skandalen. Auf dem freien Wohnungsmarkt haben hohe Mieten selbst für schlechteste Wohnungen Überbelegungen und entsprechende Missstände zur Folge.


Von der Arbeitsmigration zur Einwanderung

Eine durch die Ölkrise verschärfte Wirtschaftskrise der frühen 70er Jahre veranlasst Deutschland, 1973 einen Anwerbestopp für Ausländer zu erlassen. Das sinkende Arbeitsplatzangebot soll Deutschen vorbehalten sein. Tatsächlich verringert sich zwischen 1973 und 1989 die Zahl ausländischer Erwerbstätiger von 2,6 auf 1,7 Millionen. Gleichzeitig aber wächst durch Familiennachzug und hohe Geburtenrate die ausländische Wohnbevölkerung von knapp 4 auf etwa 5 Millionen. Aus vielen der längst zu Dauergästen gewordenen „Gastarbeitern“ werden nach 1973 Einwanderer.


Zuwanderung aus politischen Gründen

Arbeitsmigranten aus Südeuropa und Mitarbeiter ausländischer Unternehmen, die diese aus den Herkunftsländern in ihre Niederlassungen senden, stellen das Gros der ausländischen Bevölkerung in Frankfurt. Für beide Gruppen gelten wirtschaftliche Gründe als Migrationsmotiv. Daneben erfährt die Stadt auch Zuwanderung von Menschen, die aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen. Der niedergeschlagene Aufstand in Ungarn 1956 und die gescheiterten Reformbemühungen des „Prager Frühlings“ 1968 zwingen viele Intellektuelle, sich der politischen Unterdrückung durch Flucht zu entziehen.


Integration durch Bildung

Als Folge der Anwerbeabkommen für ausländische Arbeitskräfte aus dem Mittelmeerraum setzt in den 60er Jahren zögerlich, nach dem Anwerbestopp von 1973 dann sprunghaft ein Nachzug von Familien der angeworbenen Arbeitskräfte ein. Diese Entwicklung stellt die kommunalen und staatlichen Einrichtungen des Kinderbetreuungs- und Bildungssystems vor neue Herausforderungen. Kinder und Jugendliche ohne oder mit nur unzureichenden Deutschkenntnissen müssen in das Schul- und Ausbildungssystem integriert werden.


Das START-Stipendienprogramm für begabte Zuwandererkinder

Als eine der großen privaten Stiftungen Deutschlands hat die in Frankfurt ansässige Gemeinnützige Hertie-Stiftung im Jahr 2002 das Stipendienprogramm START ins Leben gerufen. Als „Investition in Köpfe“ sollen durch Stipendien an begabte, bildungswillige und engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund deren Entwicklungschancen verbessert und damit Zuwandererkarrieren der Weg bereitet werden. Aus dem Bewerberkreis werden bis 2007 jährlich 20 Stipendiaten ausgewählt. Es stehen 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.


Amt für multikulturelle Angelegenheiten

Seit Mitte der 70er Jahre ist Frankfurt die deutsche Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung. Der Widerspruch, daß Deutschland zwar ein Land mit vielen Ausländern, aber kein Einwanderungsland sei, wird in Frankfurt besonders offensichtlich. Lange verschließt man im Römer vor dem Bestehen einer multikulturellen Stadtgesellschaft die Augen. Erst eine Verfügung des Oberbürgermeisters Volker Hauff vom Juli 1989 zur Gründung des Amtes für Multikulturelle Angelegenheiten trägt den Tatsachen Rechnung.


Von Fremden zu Frankfurtern – durch Einbürgerung

Wer Deutscher ist - und nach seinem Hauptwohnsitz dann auch Frankfurter -, regelt grundsätzlich ein 1913 erlassenes und seither modifiziertes Reichsgesetz. In diesem „Staatsangehörigkeitsgesetz“ ist auch der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für Ausländer durch Einbürgerung vorgesehen. Eine grundlegende Reform haben diese Regelungen zur Einbürgerung zuletzt im Jahr 2000 erfahren. In Frankfurt ist für die Beratung und Bearbeitung entsprechender Anträge auf Einbürgerung das Standesamt mit seiner Abteilung „Staatsangehörigkeit, Einbürgerungen“ zuständig.


Integration durch Aus- und Weiterbildung

Neben der Schulbildung ist die berufliche Qualifikation eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von Ausländerinnen und Ausländern in die aufnehmende Gesellschaft. Migrantinnen stehen hier oft vor großen Problemen. Wegen der Traditionen ihrer Heimatgesellschaft verfügen viele von ihnen über keine oder eine nur unzureichende Ausbildung. Hier setzen spezielle Fortbildungseinrichtungen an. „beramí e.V.“ führt seit 13 Jahren Beratung und Qualifizierungen speziell für Migrantinnen durch und ist damit bundesweit einmalig.


Nach 1990 - Neue Migration aus Osteuropa

Das Ende des Ost-West-Konfliktes und die Auflösung der UDSSR bedeuten für Deutschland einen erheblichen Migrationsschub von Spätaussiedlern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Anders als die Vertriebenen der Nachkriegszeit haben diese schlechte Integrationschancen. Infolge der Öffnung Osteuropas kommen viele Juden nach Deutschland, die als Kontingentflüchtlinge aufgenommen werden und Anschluß an die jüdischen Gemeinden suchen. Der Zerfall Jugoslawiens löst eine weitere Wanderungsbewegung aus. Viele Bürger des ehemaligen Jugoslawien flüchten zu Verwandten nach Deutschland.


Binationale Ehen, Partnerschaften und Familien als Folge von Zuwanderung

Eine Folge von Zuwanderung sind binationale Partnerschaften, Ehen und Familien. Aktuell ist jede dritte in Frankfurt geschlossene Ehe binational. Trotz dieser scheinbaren Normalität sind solche Partnerschaften im Alltag sowie vor dem Gesetz vielen Schwierigkeiten ausgesetzt. Diese zu beseitigen ist eines der Ziele des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., der 1972 gegründet wurde und seither Lobbyarbeit für Partnerschaften über nationale Grenzen hinweg leistet.


Kulturelle Vielfalt durch Einwanderung – religiöse Gemeinden in Frankfurt

Das religiöse Leben Frankfurts wird durch die ausländische Bevölkerung in der Stadt außerordentlich bereichert. In über 130 Einzelgemeinden finden sich heute Angehörige aller großen Weltreligionen zusammen und praktizieren ihren Glauben. Die Stadt ist multireligiös. Neben Gebet und Andacht bedeutet die Wahrnehmung dieser durch die deutsche Verfassung garantierten Religionsfreiheit für die Migrantinnen und Migranten zugleich auch Bewahrung eigener Identität in der Fremde. Der Glaube verleiht Sicherheit und Geborgenheit in einer verunsichernden Umwelt.


Typisch Frankfurter: Erst erfinden sie die Würstchen, und dann ...

Sizilien, Argentinien, Rom, Frankfurt und zuletzt Portugal sind die Stationen der bewegten Migrationsbiografie von Mariano Cocimano. Wirtschaftliche Gründe hatten seine Eltern 1924 von Italien nach Argentinien auswandern lassen.

Politische Repression und wirtschaftlicher Niedergang veranlassen ihn, 1972 nach Italien zurückzukehren. 1973 schließlich gelangt er über Berlin nach Frankfurt. Nach einer Anstellung im „Peppone“ am Eschenheimer Turm eröffnet er das Restaurant „Tano“, benannt nach der Bezeichnung der Italiener in Argentinien. Seine italienische und südamerikanische Küche wird stadtbekannt. Es folgen argentinische Restaurants in Sachsenhausen, die mittlerweile von seinem Sohn Leonardo betrieben werden.
Mariano Cocimano zieht es im Alter von 70 Jahren noch einmal in die Ferne: Von 1993 bis 98 führt er in Portugal ein Speiselokal. Seither wieder in Frankfurt überlegt er derzeit, für ein italienisches Restaurant in Kroatien zu arbeiten.

 

Migrantinnen sind in der aufnehmenden Gesellschaft bisweilen mit erheblichen Problemen konfrontiert. Mangelnde Sprachkenntnisse, Trennung von sozialen Bindungen aus der Heimat, fehlende Qualifikation für den hiesigen Arbeitsmarkt und zum Teil unsicherer Aufenthaltsstatus bedeuten Belastungen, denen sie mitunter nicht gewachsen sind. Überproportional häufig sind Migrantinnen Opfer häuslicher Gewalt. Zudem nutzen Schleuserbanden des organisierten Menschenhandels die Notsituation vieler Migrantinnen aus Asien sowie aus Mittel- und Osteuropa aus und zwingen sie in die Prostitution.


Migration und Grenzen: Asyl

Das Grundgesetz garantiert politisch Verfolgten in Deutschland Asyl. Der Anspruch auf dieses Grundrecht wird auf Antrag in einer Einzelfallprüfung festgestellt. Im Fall der Anerkennung erhält der Asylberechtigte eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Eine Ablehnung kann zur Abschiebung, oder aber – im Fall möglicher Abschiebungshindernisse – zu einer Aufenthaltsbefugnis führen. Wichtig ist, auf welchem Weg der Asylbewerber in Deutschland eingereist ist. Kommt er über einen „sicheren Drittstaat“, so schließt das eine Anerkennung des Asylantrags aus.

Erfahrungen

Museen müssen stärkere Bringer von Informationen sein (werden) - Die Erstellung der Ausstellung hätte mit internen Kuratoren allein eine stärkere Gewichtung in der Präsentation und Vermittlung erfahren (so war die nach langen Diskussionen dann „fremd“ vergebene endgültige Präsentation eher ein Schnellschuss geworden, deren Ausgang offen blieb.)

Der Entstehungsprozeß verdankte sich zwar der Zustimmung auch stadtgesellschaftlicher Meinungsträger (Gewerkschaften, Glaubensgemeinschaften), nahm aber nicht wirklich Bezug auf die speziellen Communities.

Eher das vielschichtige Rahmenprogramm (siehe unten) und weitere Podiumsdiskussionen zum nämlichen Thema machten die Ausstellung/Galerie Migration zum wichtigen und richtigen Ort in der Stadt.

Eine wichtige Forderung: migrantisch geprägte Kurator/innen bzw. Guides sind in der Zukunft unabdingbar für das neue Museum der Stadtgesellschaft (Vertrauensbildung - Kontinuität).

Begleitprogramm

2004

Interkulturelle Reise 2004: Biografie und Migration
In Kooperation mit Caritas e.V., Internationales Familienzentrum e. V.

Da ging er in ein fremdes Land… Fremdsein als Ressource im Märchen
Vortrag Ulrich Freund, Bad Orb

Integration und Migration aus New Yorker Sicht
Vortrag Peter Bloch, New York

Der Stau
Lesung Franco Biondi, Hanau

Von Gastarbeiterinnen zu Migrantinnen. Der Weg der Carmen Rodriguez.
Szenische Lesung aus dem Buch „Mit Koffern voller Träume…“
Frauentheatergruppe des Spanischen Kulturkreises und des Portugiesischen Kulturzentrums

Jenseits der Diagnosen. Biografisches Erzählen als Integration von Krankheit und Lebensgeschichte
Heidrun Schulze, Universität Kassel

Von der Migrantin zur Politikerin
Lale Akgün, MdB Köln

Ich bin in der deutschen Sprache glücklich geworden…
Lesung Emine Sevgi Özdamar, Berlin

2005

Cross Culture Projektwochen für Schulklassen
Ein Team erfahrener Künstler, Pädagogen und Das Historische Museum will im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Von Fremden zu Frankfurtern – Zuwanderung und Zusammenleben“ mit Jugendlichen das Leben in Frankfurt unter die Lupe nehmen. Schülerinnen und Schüler sind als cross-culture-Experten vor Ort gefragt:
Als „Feldforscher“ gehen sie mit Fotoapparat und wachem Blick auf die Suche nach Spuren des vielfältigen kulturellen Lebens in unserer Stadt. Auf der Straße, in Geschäften und auf Bahnhöfen interviewen und porträtieren sie Menschen, sammeln alltägliche und "fremde" Dinge und experimentieren damit. Und sie inszenieren sich selbst vor der Kamera und entwerfen Szenen, in denen sich ihr Lebensgefühl widerspiegelt.
Wissenschaftler begleitet die jungen Feldforscher auf ihren Wegen und steht ihnen bei der Umsetzung ihrer Ideen zur Seite. Ein Projekt, das mit drei Schulklassen (RS, Gym.) durchgeführt wurde.


Orhan Pamuks Frankfurt
Fotografien von Heiko Arendt
Der türkische Autor Orhan Pamuk erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2005. In Pamuks neuestem Roman „Schnee" spürt der Erzähler dem Schicksal des Lyrikers Ka nach, der um das Jahr 2000 von Frankfurt in die Stadt Kars im äußersten Nordosten der Türkei reist. Ka erlebt dort einen Militärputsch und kehrt nach Frankfurt zurück, wo er einige Zeit später erschossen wird. Der Erzähler beschreibt das Frankfurt Kas: die Wohnung in der Gutleutstraße und das Milieu der Münchner Straße, seine Wege in die Stadtbibliothek auf der Zeil, das Filmmuseum. Der Roman ist durchzogen von Frankfurt-Motiven. Der Fotograf Heiko Arendt geht den Spuren Orhan Pamuks in Frankfurt nach. Die Präsentation steht im Kontext der Dauerausstellung „Von Fremden zu Frankfurtern. Zuwanderung und Zusammenleben“.

2006

Interkulturelle Reise 2006:  Identität und Migration
Deutsches Filmmuseum und Historisches Museum
In Kooperation mit Caritas Verband Frankfurt e. V., Internationales Familienzentrum e. V.

  • Hürriet Love Express
    Lesung mit Imran Ayata
  • Das Gutachten. Satiren und Kurzgeschichten.
    Lesung mit Dr. Metin Buz
  • Identitätsentwürfe von jungen Migrantinnen
    Vortrag Prof. Dr. Elisabeth Rohr, Universität Marburg
  • Vom Ausländer zum nichtechten Deutschen - eine deutsche Karriere!
    Vortrag Dr. Tarek Badawia, Universität Mainz
  • Galsan Tschinag, Schriftsteller und Schamane
    Lesung aus seinen Werken
  • Von klassischer Musik bis Orientronic – künstlerische Tendenzen im türkisch-deutschen Kulturleben
    Vortrag mit Musikbeispielen Dr. Martin Greve
  • Vicente Such-Garcia
    „Von draußen und von unten“
    Moderation: Dr. Michael Fleiter

Filmreihe „Migration im Film“ im Deutsches Filmmuseum

Die Filmreihe versucht, einen Überblick zu geben über die Darstellung von Migration im deutschen Kino: 

  • In der Fremde R: Sohrab Shahid Saless, BRD/Iran 1975
  • Angst essen Seele auf R: Rainer Werner Fassbinder BRD 1974
  • Angst isst Seele auf R: Shahbaz Noshir-Öz D 2002
  • Palermo oder Wolfsburg R: Werner Schroeter BRD 1980, 177 min
  • 40 m² Deutschland R: Tevfik Baser BRD 1986
  • Geschwister Kardesler R: Thomas Arslan D 1996, OmU
  • Lost Killers R: Dito Tsintsadze D 2000
  • Kurz und Schmerzlos R: Fatih Akin D 1998
  • Drei gegen Troja R: Hussi Kutlucan D 2005
  • In Anwesenheit von Hussi Kutlucan!
  • Brudermord R: Yilmaz Arslan D 2005, OmU
    In Anwesenheit von Yilmaz Arslan
    Nach beiden Filmen diskutiert die Filmemacherin Heike Kühn mit den Regisseuren!
  • Kleine Freiheit R: Yüksel Yavuz D 2003, OmU

2008

Morgenakademie 2008
FREMDE HEIMAT - WAS BEDEUTET MIGRATION FÜR DIE IDENTITÄT ÄLTERER MENSCHEN?
In Koop mit Evang. Stadtakademie Römer9, Universität des 3. Lebensalters, Koordination Erwachsenenbildung/Seniorenarbeit im ERV
„Mobilität“ gilt als Schlagwort zur Bezeichnung der gegenwärtigen Gesellschaft. Was dabei als moderne Anforderung an eine dynamische und flexible Lebenseinstellung erscheint, haben Menschen mit Migrationshintergrund immer schon bewältigt. Besonders die Situation und Befindlichkeiten älterer Menschen mit Migrationshintergrund verdienen aufgrund der im Lauf ihrer Lebensgeschichten
durchlaufenen Identitätsfindungsprozesse besondere Beachtung. Die dreitägige Morgenakademie,
die sich speziell an die Zielgruppe Älterer richtet, nähert sich dem Thema reflexiv und kreativ. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Migrationsgeschichte steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie – gerade in einer Stadt wie Frankfurt – die Frage nach den interkulturellen Verständigungsmöglichkeiten.

Informationen und Kontakt

AnsprechpartnerIn:

Wolf von Wolzogen
E-mail: wolf.vonwolzogen@stadt-frankfurt.de

Dr. Nina Gorgus
E-mail: nina.gorgus@stadt-frankfurt.de


Literatur zur Ausstellung

Link zur Ausstellung