Zeche Hannover

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Katalog zur Ausstellung

01.10.2005 bis 15.01.2006 - Rudolfplatz, Friesenplatz, Kölnischer Kunstverein

Projekt Migration

Ohne Migration würde es Deutschland und Europa in seiner historischen und derzeitigen Form nicht geben. Denn nicht erst seit dem 19. Jahrhundert zogen Menschen aus unterschiedlichen Regionen in die wachsenden Städte und Industrieregionen. Arbeits- und PendelmigrantInnen kamen schon nach Deutschland, als es diesen Nationalstaat noch gar nicht gab. Migrationsprozesse sind Teil der europäischen Erfahrung. Wie sehr Migration auf unsere Gesellschaften Einfluss genommen hat, ist aber kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert. Durch die in der BRD der Nachkriegsära forcierte Politik der Arbeitskräfteanwerbung und durch die Vertragsarbeitsregelungen der DDR leben in Deutschland über 5 Millionen Menschen mit komplexen Migrationserfahrungen. Diese Entwicklungen sowie der Fall der Mauer haben neue Bewegungs- und Aufenthaltsmuster hervorgerufen, die globale Dimensionen annehmen und neue Perspektiven eröffnen.

Ausstellung

Das „Projekt Migration“ wurde im Jahre 2002 von der Kulturstiftung des Bundes initiiert. Es war als mehrstufiges und mehrjähriges Projekt konzipiert um durch verschiedene Vermittlungsangebote eine breite und vertiefende Wahrnehmung herzustellen.
Über 120 Veranstaltungen, darunter projektinterne und öffentliche Workshops, Film- und Vortragsreihen, mediale und performative Projekte sowie Ausstellungen, Theateraufführungen und Medienkooperationen, wissenschaftliche Forschungsvorhaben mit Film- und Kunstprojekten und ein internationales, wissenschaftliches Symposium wurden im Rahmen des Projektes realisiert. Diese Aktivitäten, die sich auf vielfältige Weise mit der Darstellung und Sichtbarmachung von Migration auseinandersetzten, fanden im Kölnischen Kunstverein statt, aber auch in Frankfurt am Main, Berlin, Belgrad und Istanbul, auf Kreta und an anderen europäischen Orten.
Ab Herbst 2005 waren die Ergebnisse aus zweieinhalb Jahren Forschungs-, Vernetzungs- und Entwicklungsarbeit in einer groß angelegten, transdisziplinären Ausstellung zu sehen.
An den dreijährig geführten Forschungs-, Recherche- und Sammlungsaktivitäten und den künstlerischen Produktionen sind die folgenden Partner beteiligt:

Kölnischer Kunstverein (Träger des Gesamtprojektes)

DOMID, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (sozial- und kulturhistorischen Recherchen)

Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main

Institut für Theorie der Gestaltung und Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich
 

Konzept

Es wurde ein neuartiges Format entwickelt, das weder eine rein themenbezogene Kunstausstellung, noch eine ausschließlich sozial- und kulturgeschichtliche Dokumentationsausstellung war. Es ging den Projektpartnern um eine Verbindung von dem sozialwissenschaftlich, dokumentarisch und künstlerisch erarbeiteten Wissen und den verschiedenen Darstellungsformen.
Aus der Betrachtung der Geschichte und der Gegenwart heraus stellte die Ausstellung die Frage nach dem Zukunftspotenzial, dem utopischen Moment und den Visionen, die Migration entwirft. Dazu gehören Fragen einer neu verfassten europäischen Identität, einer postnationalen „Staatsbürgerschaft“ und generell die Frage nach einem neuen, kosmopolitischen Blick auf die sich um uns und mit uns bewegenden Verhältnisse.

Literatur

Katalog:
Kölnischer Kunstverein (Hg.): Projekt Migration. DuMont, Kölns 2005. 888 Seiten. Mit Beiträgen von Homi Bhabha, Ulrich Beck, Rosi Braidotti und Étienne Balibar.
ISNB 978-3832176600

Informationen und Kontakt

Ansprechpartnerinnen:
Künstlerische Projektleitung:
Kathrin Rhomberg
Marion von Osten

Geschäftsführende Projektleitung:
Virginia Friedlaender-Koof

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