16.08.2015 bis 30.06.2016 - Haus der Vielfalt und Hoesch-Museum, Dortmund, 29.09.2016 bis 30.01.2017 - Junges Museum des Osthaus Museums, Hagen

Onkel Hasan und die Generation der Enkel

Dortmund als Einwanderungsstadt

Zwei Blick­rich­tungen werden zueinander in Beziehung gesetzt:
Die Arbeits­mi­granten der 1. Gene­ration und die Enkel­ge­ne­ration, die in Deutschland auf­ge­wachsen ist.

Dazwischen die Gene­ration der Söhne und Töchter, die Eltern der Enkel. Hasan, seine Frau und seine Kinder und Ver­wandten und die jungen Leute aus der Enkel­ge­ne­ration sind die Gesichter der Ausstellung. Die ange­worbenen männ­lichen Arbeits­mi­granten, für die „Onkel Hasan“ steht, ergeben nicht das ganze Bild der Einwanderung. Neben den Ange­worbenen gibt es die nicht Ange­worbenen, die Arbeits­mi­gran­tinnen, die Flüchtlinge. Nicht nur aus der Türkei, sondern aus vielen Ländern der Welt.

Die Gene­ration der Enkel ist viel­fältig geworden, in jeder Hinsicht. So viel­fältig wie Dortmund, eine Stadt, die dabei ist, sich selbst­bewusst als Ein­wan­de­rungsstadt zu verstehen. Jede der 20 Sta­tionen erzählt Geschichten, zeigt Hin­ter­gründe und gibt Hinweise und Kom­mentare zum Weiterdenken.

Ausstellungsbereiche

Im Hoesch – Museum: Onkel Hasan, ange­worben 1964

Die 10 Stationen

Station 1: Hasan K: Arbeits­migrant der 1. Generation

Hasans Bio­grafie wird vor­ge­stellt und in den Kontext der neueren Migra­ti­ons­ge­schichte Deutschlands gestellt. Zahlen und Fakten zur Arbeits­mi­gration und poli­tische Dokumente mar­kieren den Hin­tergrund; Dokumente zu Rück­füh­rungs­ak­tionen ver­weisen auf die unsichere Integration.

Station 2: Anwerbung, oder: der schwierige Weg nach Deutschland

Hasan wurde 1964 in der Türkei ange­worben. Anwerbung war ein „klas­sisches“ Tor nach Deutschland, in einer Reihe von Ländern. Dokumente zeigen, wie die Anwerbung z.B. in Istanbul von­statten ging. Ange­worbene Arbeits­mi­gration ist aber kei­neswegs die einzige Migration. Hierzu werden Fakten und Bei­spiele präsentiert.

Station 3: Ankunft in einer fremden Welt

Aus Hasans Familie wird berichtet, wie die Ankunft erlebt wurde. „Ankunft“ wurde zur sym­bo­lischen Situation für die Fremde und die Fremden, die die öffentliche Wahr­nehmung von Migration stark prägte. Fotos und Filme sind wichtige Medien hierfür. In einer Leseecke findet sich Ankunftsliteratur.

Station 4: Die Arbeit

Hasans Arbeitsplatz ist eine Has­pel­ma­schine in der Federn­pro­duktion in Hohen­limburg. So, wie der Haspel das Arbeitsleben von Hasan domi­nierte, zeigt sie ein Film auf Groß­leinwand „in Aktion“. Interviews, Fotos und Objekte aus dem damaligen Hoesch-Werk (heute: Thys­senKrupp) machen die damalige Arbeits­si­tuation anschaulich. Sta­tistiken geben einen Überblick über die Ent­wicklung der Beschäf­tigung von Arbeits­mi­granten. Proteste und Streiks kommen auf; Film­aus­schnitte doku­men­tieren dies. Eine Säule erinnert an Prof. Peter Kühne, der sehr früh­zeitig auch in den Gewerk­schaften auf eine größere Auf­merk­samkeit gegenüber Migranten und Flücht­lingen hin­gewirkt hat.

Station 5: Hoesch: Das Unter­nehmen & die Arbeitsmigration

Auch bei Hoesch wurden Arbeits­mi­granten beschäftigt, allerdings weit mehr in den Ver­ar­bei­tungs­be­trieben als in den Hüt­ten­werken. Fotos und Interviews zeigen Arbeits­plätze, an denen Arbeits­mi­granten tätig waren. Rück­füh­rungs­ak­tionen aus anderen Stahl­un­ter­nehmen werden doku­mentiert: sie machen deutlich, dass damals der Einsatz von Arbeits­mi­granten immer „auf Zeit“ gedacht war. Artikel aus der Hoesch-Werkzeitung Werk&Wir doku­men­tieren, wie das Unter­nehmen „seine“ Gast­ar­beiter gesehen hat. Eine Säule erinnert an die Aktion „Mach meinen Kumpel nicht an“.

Station 6: Auch bei Hoesch – aber anders. Die nächste Generation

Einer von Hasans Söhnen hat bei Hoesch gelernt und arbeitet heute bei Thys­senKrupp als Ingenieur. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie sich mit der soge­nannten 2. Gene­ration die Situation der Beschäf­tigten „mit Migra­ti­ons­hin­tergrund“ zu ver­ändern beginnt. Am Beispiel von Thys­senKrupp und durch Interviews mit Per­so­nal­ver­ant­wort­lichen und Betriebsräten wird geschildert, wie es heute aussieht. Die 2. Gene­ration wird oftmals als „zer­rissen“ zwischen der Herkunft der Familie und dem Hiersein in Deutschland dar­ge­stellt. Romane und Auto­bio­gra­fisches von Autoren aus der 2. Gene­ration ver­mitteln ein sehr dif­fe­ren­ziertes Bild.

Station 7: Erzincan – so weit weg

Hasan stammt aus einem kleinen Dorf in der Region um Erzincan in Ost­ana­tolien, gute 3.500 Kilometer entfernt. Dort sind seine Frau und er auch auf eigenen Wunsch beerdigt. Dokumente, Objekte und Interviews zeigen, wie der Kontakt gehalten wurde. Übrigens gingen auch Frauen als Arbeits­mi­gran­tinnen und die Männer blieben. An Bei­spielen anderer und anhand von Doku­menten und Literatur wird den Folgen der Fami­li­en­trennung nach­ge­gangen. „Kof­fer­kinder“ sind hierfür ein Stichwort.

Station 8: Sich Einrichten

Sich Ein­richten am neuen Ort, das war zunächst des Pro­vi­sorium der Gast­ar­bei­terheime. Schnell wurde deutlich, dass der Auf­enthalt länger sein würde. Irgendwann kommen Frau und Kinder nach und die eigene Wohnung in Dortmund wird zum Bezugspunkt für andere Fami­li­en­mit­glieder, die auch nach Deutschland kommen. Interviews, Dokumente und Objekte geben einen Eindruck. Hin­ter­grund­in­for­ma­tionen erläutern den Aufbau der Ein­wan­derung. Die Ein­ge­wan­derten schließen sich zusammen, Vereine ent­stehen. Eine Säule zeigt dies am Beispiel des Dort­munder „ Vereins für Inter­na­tionale Freundschaft“.

Station 9: Dortmund: Immer noch ver­traute Fremde?

Hasan und seine Familie sind auch ein Beispiel dafür, wie Dortmund zur Ein­wan­de­rungsstadt wird und was dies bedeutet. Ein Aspekt hiervon ist auch: immer mehr Ein­ge­wanderte kommen ins Ren­tenalter, werden alt. Hin­ter­grund­in­for­ma­tionen zeigen die soziale Brisanz. Vor welchen Her­aus­for­de­rungen steht Dortmund als Ein­wan­de­rungsstadt? Und wie geht sie damit um? Eine Säule informiert über das Kom­munale Inte­gra­ti­ons­zentrum und den Integrationsrat.

Station 10: Drei Generationen

Diese Station bildet die Klammer zum zweiten Aus­stel­lungsteil. Enkel blicken auf das Lebens­modell der Groß­eltern und Eltern und ver­gleichen dies mit ihrer eigenen Art, ihr Leben zu führen. Ergebnisse aus Studien zu den ver­schiedenen Gene­ra­tionen werden zitiert. In einem angren­zenden Kino-Raum können Filme, die zur Aus­stellung passen, geguckt werden. Die Aus­stel­lungs­macher äußern sich zu ihrem Aus­stel­lungs­konzept und zu den Fall­stricken einer Aus­stellung über Ein­wan­derung. Schließlich kann man an einer Säule, die wie eine Jukebox funk­tioniert, mit dem Soundtrack der Ein­wan­derung im Ohr diesen Aus­stel­lungsteil verlassen.

Die the­ma­tischen Säulen im Hoesch-Museum

Das andere Gesicht der Migration
Flucht wird als anderes Gesicht der Migration ver­standen; die Aufnahme von Geflüchteten in Dortmund ist Thema.

Früh an der Seite von Migranten und Flücht­lingen: Peter Kühne
Der in diesem Jahr ver­storbene ehe­malige Lehrer an der Sozi­al­akademie Dortmund wird für sein Enga­gement für Migranten und Flüchtlinge gewürdigt.

Gewerk­schaften sagen: Mach meinen Kumpel nicht an
Dis­kri­mi­nierung im Betrieb und außerhalb war und ist Teil der Realität in unserer Gesell­schaft. Die gewerk­schaftliche Aktion „Mach meinen Kumpel nicht an“ gibt Rückhalt.

Gemeinsam in Dortmund. Migran­ten­vereine ver­ändern sich
Mit der defi­nitiven Ein­wan­derung ver­ändern sich auch die Aufgaben der Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen. Heute steht gesell­schaftliche Teilhabe im Vor­dergrund; auch für alt gewordene Arbeits­mi­gran­tInnen der 1. Generation.

Ein­wan­derung in der städ­tischen Politik: Inte­gra­ti­onsrat und Kom­munales Inte­gra­ti­ons­zentrum
Städ­tische Politik muss mit der Tatsache der Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft positiv gestaltend umgehen. Inte­gra­ti­onsrat und Kom­munales Inte­gra­ti­ons­zentrum sind zwei Instrumente.

Sich Ver­ständigen: Sprache
Die prag­ma­tische Nutzung der deutschen Sprache wird für die Bewäl­tigung des betrieb­lichen und außer­be­trieb­lichen Alltags wichtig und steht in einem Span­nungs­ver­hältnis zur Pflege der Herkunftssprache.

Im Haus der Vielfalt: Die Gene­ration der Enkel, auf­ge­wachsen in Dortmund

Die 10 Stationen:

Station 1: Die Gene­ration der Enkel

Eine Serie von acht Por­traits aus der Gene­ration der Enkel eröffnet die Aus­stellung im „Haus der Vielfalt“. Diese jungen Leute haben aktiv an der Gestaltung dieses Aus­stel­lungsteils mit­gewirkt. Die Serie zeigt zugleich, wie viel­fältig diese Gene­ration der in Deutschland Auf­ge­wachsenen ist. Ihre Familien kommen aus der Türkei, aus Sri Lanka, aus Palästina, aus Nigeria…Diese Acht stellen sich vor mit dem, was sie machen, woher ihre Familie kommt, was ihnen wichtig im Leben ist. Aber: Ein­wan­derung hört nicht auf: junge Flüchtlinge müssen gut ankommen. Darauf wird schon an dieser Stelle hin­ge­wiesen. Sta­tistiken und Dokumente geben einen Eindruck zur Sozi­al­struktur der ver­schiedenen Gene­ra­tionen. Schließlich prä­sentiert eine Säule, die wie eine Jukebox funk­tioniert, den „Sound der 3. Gene­ration“, mit dem im Ohr der Weg durch diesen Aus­stel­lungsteil beginnen kann.

Station 2: Als wir Kinder waren

Die jungen Leute, die das Gesicht dieses Aus­stel­lungsteils sind, erinnern sich an ihre eigene Kindheit. Dies gibt Gele­genheit, Sta­tistiken und Doku­men­ta­tionen zu prä­sen­tieren, die das Auf­wachsen in Deutschland beschreiben. Neben Pro­blemen und Schwie­rig­keiten, die sich zeigen, und dem Hinweise auf Kin­der­rechte, werden positive Bei­spiele erfolg­reicher stadt­teil­be­zogener Arbeit mit Kindern aus Familien mit Ein­wan­de­rungs­ge­schichte gestellt. Auf einem Bild­schirm laufen Filme, die zusammen mit Kindern im VMDO pro­duziert wurden.

Station 3: Bildung und Beruf

Die Sta­tionen 3 bis 6 nehmen Aspekte zur Lebens­wirk­lichkeit der Gene­ration der Enkel auf. Deshalb gehören sie auch eng zusammen. „Bildung und Beruf“ geht wieder von den „Gesichtern“ der Aus­stellung aus. Einige der jungen Leute berichten aus­führ­licher über ihre Situation in Bildung und Beruf. Objekte und Fotos illus­trieren dies. Zum Hin­tergrund der Bildungs– und Beruf­si­tuation werden Sta­tistiken auf­be­reitet. Kritisch wird auf riskante Übergänge in den Bil­dungs­bio­grafien ver­wiesen und dies besonders am Übergang von der Schule in die Berufs­aus­bildung ver­deutlicht, auch mit Hin­weisen auf die Dort­munder Situation.

Station 4: Männer & Frauen

Frauen & Männer, also Geschlech­ter­rollen: das ist ein sen­sibles Thema, sowohl unter den jungen Leuten selbst, als auch in der Öffent­lichkeit. Dem soll aber in der Aus­stellung nicht aus­ge­wichen werden. Junge Frauen berichten in Interviews über ihre Sicht und ihre Lebens­konzepte. Aus Studien werden Ergebnisse zum Selbstbild von jungen Migran­tinnen und Migranten beige­bracht. Den Kon­tro­versen um „tra­di­tionelle Hochzeit“ und „Kopftuch“ wird nicht aus­ge­wichen. Film­aus­schnitte zu den Themen 3 bis 6 werden auf einer Leinwand gezeigt.

Station 5: Was ich glaube, ist meine Sache. Oder?

Eine Wand­zeitung, die die junge Gruppe anfertigt, zeigt unter­schiedliche Sicht­weisen auf das Thema Religion. Haupt­tendenz: Religion soll Pri­vatsache sein. Infor­ma­tionen beleuchten als Hin­tergrund Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keiten in Deutschland und die gesetz­lichen Grundlagen. Unter der Über­schrift „Pro­vo­kation Islam – Warum eigentlich“? wird auch dieser aktuell sehr kon­tro­versen Frage nicht aus­ge­wichen. Eine Leseecke bietet Hinweise für eine ver­tiefende Aus­ein­an­der­setzung. Infor­ma­tionen über den „Inter­re­li­giösen Dialog“ in Dortmund zeigen Mög­lich­keiten des Miteinander.

Station 6: Dis­kri­mi­nierung & Ras­sismus: eine Alltagserfahrung?

Eine Wand­zeitung, die die junge Gruppe fertigt, macht auf Situa­tionen deutlich, in denen Dis­kri­mi­nierung & Ras­sismus erlebt wurde/erlebt wird. Sta­tistiken und Bei­spiele belegen die Realität von Dis­kri­mi­nierung & Ras­sismus. Das Konzept „Grup­pen­be­zogene Men­schen­feind­lichkeit“ wird als ein kri­tischer Ansatz zur Erklärung dar­ge­stellt. Wie man sich in Dortmund gegen Dis­kri­mi­nierung & Ras­sismus wehrt und wo Inter­es­sierte mit­machen können, ist ein weiterer Schwerpunkt dieser Station.

Station 7: Wofür ich mich engagiere

Diese Station will die positive Gegen­be­wegung zu Benach­tei­ligung und Dis­kri­mi­nierung fort­führen, ins­be­sondere durch Berichte aus der Gruppe der jungen Leute, wofür sie sich enga­gieren. Als Hin­tergrund und zur Erwei­terung werden Sta­tistiken und weitere Bei­spiele beige­bracht. Ins­be­sondere soll dann ein Blick auf das Enga­gement von jungen Leuten in Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen geworfen werden: Haben die Migran­ten­or­ga­ni­sa­tionen Nach­wuchs­sorgen? Ändern sie ihren Cha­rakter? Ein Beispiel ist der VMDO und hierin eine eigene Orga­ni­sation junger Leute: GO inter­kultural. Eine Säule ist Infor­ma­tionen unter der Über­schrift „Wo ich mit­machen kann“ gewidmet. Hier gibt es auch flyer ver­schiedener Gruppen.

Station 8: Heimat – was ist das?

In der Vor­be­reitung auf die Aus­stellung hat diese Frage bei der jungen Gruppe zu vielen Dis­kus­sionen geführt. Ein Ergebnis ist eine For­derung, die auf einem Banner in der Aus­stellung zu sehen sein wird: Wir fordern den Plural von Heimat! Dennoch: diese Frage führt auch zu einer Aus­ein­an­der­setzung mit dem Her­kunftsland der Familie: Wie wichtig ist mir dies? Wie würde ich es anderen beschreiben? Ist es für mich eine Option, dort zu leben? Hier erfolgt auch ein Blick auf die aktuellen Ver­hältnisse in den Her­kunfts­ländern der Familien. Texte und Fotos sollen den Wunsch nach dem Plural von Heimat anschaulich machen. Auf Dortmund als Heimat wird in Son­derheit ein­ge­gangen. Hierzu werden auch ver­schiedene „Dortmund als Heimat“ — Berichte und Texte präsentiert.

Station 9: Mütter & Väter: Die zweite Generation

Auch in diesem Aus­stel­lungsteil kommt die 2. Gene­ration in den Blick. Diesmal aber aus der Per­spektive der Kinder. Ein Videofilm zeigt ein Gespräch zwischen beiden Gene­ra­tionen über Lebens­konzepte, Unter­schiede und Gemein­sam­keiten und über die Bedeutung, die der gemeinsame „Migra­ti­ons­hin­tergrund“ hat. Dies wird ergänzt durch eine kleine Serie von Interviews von Aktiven aus dem Haus der Vielfalt, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, und die dortigen Akti­vitäten mit prägen. Hinweise auf Bücher und Texte von und zur 2. und 3. Gene­ration und eine Leseecke kor­re­spon­dieren mit der Station 9 aus dem Aus­stel­lungsteil im Hoesch-Museum. .

Station 10: Was wir von unseren Groß­eltern wissen

Schließlich bildet auch hier die 10. Station das Bin­deglied zum anderen Aus­stel­lungsteil. Im Zentrum steht, was die jungen Prot­ago­nisten der Aus­stellung von ihren Groß­eltern erinnern. Sie ergänzen dies durch Fotos und Erin­ne­rungstücke. Der Bezug zu Onkel Hasan wird bildlich und textlich her­ge­stellt und zur Ein­ordnung der Aus­stellung werden Text­aus­schnitte und Posi­tionen zur Frage prä­sentiert: Wie wichtig ist Erin­nerung? Und: Wie kann erinnert werden? Damit schließt sich auch der Kreis zu der (selbst-) kri­tischen Nachfrage zu Aus­stel­lungen zur Migra­ti­ons­ge­schichte am Ende der Teil­aus­stellung im Hoesch-Museum.

Die the­ma­tischen Säulen im Haus der Vielfalt

Sounds der Gene­ra­tionen
Musik begleitet schon immer die Migration. Bei­spiele zeigen das. Die Sounds der Gene­ra­tionen „mit Migra­ti­ons­hin­tergrund“ unter­scheiden sich. Sounds der 1. Gene­ration kann man im Hoesch-Museum hören, den Sound der Jungen Gruppe hier.

Berufs­ein­stiege erfolgreich machen
Der Übergang von der Schule in die Berufs­aus­bildung ist für viele Jugendliche aus Familien mit Ein­wan­de­rungs­ge­schichte nach wie vor schwierig. Aber es gibt gute Bei­spiele der besseren Öffnung von Aus­bildung für sie.

„Wir“ und „Ihr“
Die Kon­struktion des „Anderen“, der nicht zum „Wir“ gehört, leistet Dis­kri­mi­nierung und Aus­grenzung Vorschub – dies wird erläutert. Und was dagegen getan wird.

Mit­machen und Dabeisein
Jugend und soziales Enga­gement: das muss sich nicht aus­schließen. Hierfür sind nicht nur die Jugend­lichen im vmdo ein gutes Beispiel. Vor­ent­haltene Teilhabe kann zu heftigen gesell­schaft­lichen Kon­flikten führen.

Geflüchtet
Die Flucht­ge­schichte eines jungen Mannes aus dem Irak zeigt ein­dringlich, wie wichtig es ist, hier gut auf­ge­nommen zu werden. Men­schen­rechte sind unteilbar.

mit­einander reden können
Heute werden in Deutschland viele Sprachen gesprochen. Deutsch wird zum Mittel, überhaupt mit­einander reden zu können. Aber: Die Pflege der Her­kunfts­sprachen macht nicht nur die ein­zelnen, sondern die Gesell­schaft reicher.

Resonanz

Die Ausstellung hatte insgesamt ca. 9000 BesucherInnen. Einen wesentlichen Anteil daran hatten die über 50 Führungen mit einem Schwerpunkt bei Schulklassen und die 26 Begleitveranstaltungen verschiedenster Art. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen und dabei insbesondere noch einmal mit einer „Jungen Gruppe“ der 3. Generation, die an der Konzipierung und Gestaltung dieses Ausstellungsteils aktiv mitgewirkt hat.

Erfahrungen mit der Ausstellung, ihrer Aufnahme und ihrem Kontext finden sich in den Blogs, die kontinuierlich geschrieben wurden und auf der Homepage www.onkel-hasan.de zu finden sind.

Informationen und Kontakt

Ansprechpartner (dauerhaft):

Dr. Ümit Koşan uekosan@vmdo.de
Dr. Wilfried Kruse w.kruse@weinheimer-initiative.de

Link zur Ausstellungshomepage

vmdo e.V.

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