Migration

(Aus-)Wanderung, Flucht und Vertreibung

16.06.2016 bis 30.12.2016 - Verkehrsmuseum Dresden

Foto: Verkehrsmuseum Dresden

16.06.2016 bis 30.12.2016 - Verkehrsmuseum Dresden

Migration

(Aus-)Wanderung, Flucht und Vertreibung

Die Ausstellung präsentiert im Kern ausgewählte Migrationsbewegungen der letzten Jahrhunderte nach und von Deutschland. Sie möchte dem Besucher das Thema Migration näher bringen.

Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Fakten (wie viele Menschen sind emigriert/ immigriert). Hinter jeder dieser Zahlen stehen persönliche Schicksale, die gezeigt werden sollen. D.h. zu jeder der gewählten Migrationsepochen (z.B. Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert) wird dem Besucher ein Schicksal näher gebracht. Den Zahlen wird ein Gesicht gegeben. Dies erfolgt anhand von Tagebucheinträgen, Auswandererbriefen oder in jüngster Zeit durch Interviews (via Touchscreens) der Migranten.

Dem Besucher wird klar warum, wann, wohin und wie die Migration stattfand. Häufig ging und geht es ihnen dabei schlicht darum, ihr Leben zu retten.

Ferner wird auch gezeigt, dass Verkehrsmittel bei Migrationsbewegungen oftmals eine wichtige Rolle spielen. Diese werden als Modelle oder im Original zu den zugehörigen Migrationsgeschichten präsentiert.

Konzept, Idee und Umsetzung

Auch das Verkehrsmuseum Dresden wollte sich der aktuellen Ausstellungsthematik Migration widmen. Ihnen es wichtig, dem Besucher das Thema anhand eines historischen Abrisses und in Verbindung mit Verkehrsmitteln näher zu bringen.

Es soll dem Besucher klar werden, dass Migration nicht nur Gegenwärtiges, sondern Menschheitsgeschichte ist: 

Beginnend mit den ersten archäologischen Nachweisen für Wanderungen in das heutige Sachsen (Zeit der Neolithischen Revolution), endet sie in der gegenwärtigen Situation Flüchtender, die aus Krisengebieten nach Deutschland kommen. Es wird sichtbar, dass es Migration seit jeher gibt.

Foto: Verkehrsmuseum Dresden
Migration der Dinge, Foto: Verkehrsmuseum Dresden

In einer Vielzahl an Migrationsbewegungen (ausgewählte Beispiele, z.B. Auswanderung der „Donauschwaben“ im 18. und 19. Jahrhundert, Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert, Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland, Arbeitsmigration in die Bundesrepublik und die DDR ab den 1950er Jahren, Asylsuchende der Gegenwart, Arbeitsmigration der Gegenwart von und nach Deutschland) werden persönliche Schicksale zu den jeweiligen Migrationsbewegungen vorgestellt.

Neben den Epochen und den einzelnen Schicksalen werden auch Alltagsgegenstände/Lebensmittel (von der Lewis-Jeans über Nutella bis zum Döner) und deren Geschichte vorgestellt. Viele Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, haben ihren Ursprung ganz woanders oder deren Erfinder waren selbst Migranten. Zu sehen sind diese Dinge auf der Ausstellungswand „Migration der Dinge“.

Kurz gesagt:
Die Sonderausstellung soll dem Besucher verdeutlichen, dass Migration schon immer da war und ist und damit ein Teil der Menschheitsgeschichte ist. Migranten kommen selbst zu Wort und geben den Zahlen ein Gesicht. Jeder hat Gründe zur Migration, seien es Flucht, Vertreibung oder freiwillige Auswanderung, am Ende steht immer die Hoffnung auf ein besseres Leben. Bei der Migrationen spielten und spielen Verkehrsmittel eine wichtige Rolle, sind oft unabdingbar für die „Migrationsreise“, aber sie können aber auch sehr gefährlich werden.

Umsetzung

Migration ist Bewegung. Deshalb wird der Inhalt in sogenannten „Storyboxen“ präsentiert. Es handelt sich um große Holzkisten, die Informationen über die Migrationsbewegung sowie das Portrait des Migranten und dessen Route präsentieren. Ferner werden auch weitere Objekte, die mit der jeweiligen Geschichte in Verbindung stehen, gezeigt. Die Boxen erinnern an große Kisten/Koffer, die bildlich eine Aufbruchstimmung/ Reise/ das Bewegte aufzeigen. Hinter den Storyboxen befinden sich die zugehörigen Verkehrsmittel. Diese sind sowohl außerhalb der Boxen, wie auch innerhalb der Boxen (durch ein Fenster) zu betrachten.   

Storyboxen, Foto: Verkehrsmuseum Dresden

Ausstellungsbereiche

Die Großexponate sind sicherlich die Eyecatcher der Ausstellung. Sie sind jedoch nicht als übergeordnete Schwerpunkte zu sehen. Alle Themenbereiche sind gleichgewichtet und ergeben das Gesamtbild: Migration.

Ausgewählte Exponate

Foto: Verkehrsmuseum Dresden

Plattform Fluchtballon (Original)

Leihgabe aus Naila (Museum im Schusterhof)

mit dieser selbstgebauten Plattform (und einem selbstgenähten Ballon) gelang den Familien Strelzyk und Wetzel (vier Erwachsene, vier Kinder) 1979 die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland.

Einer der Geflüchteten (Günter Wetzel) erzählt die Fluchtgeschichte

Foto: Verkehrsmuseum Dresden

Leiterwagen (Original)

Leihgabe Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum, Ulm

Mit diesem Leiterwagen flohen 1944 die Nachkommen von dort angesiedelten „Donauschwaben“ des 19. Jahrhunderts aus Neudorf bei Vinkovci (heute Kroatien) vor der Roten Armee. Auf dieser Flucht wurde die Frau (Hertha Breitenbücher), die die Fluchtgeschichte ihrer Eltern erzählt, geboren.

Foto: Verkehrsmuseum Dresden

Festrumpfschlauchboot (Original)

Leihgabe Christoph Wachter & Mathias Jud, Berlin/Zürich

Dieses Schlauchboot nutzten 48 Menschen/Geflüchtete zur Überfahrt des Mittelmeeres von der Türkei nach Lesbos 2015. Zugelassen ist es für nur 16 Personen. Es steht stellvertretend für die Nutzung dieses Fahrzeugtyps vieler Flüchtlinge, die seit einigen Jahren über das Mittelmeer nach Europa fahren.

Begleitprogramm

31.08.2016, 18 Uhr
Podiumsdiskussion: Neue Heimat Dresden
»Zuwanderer« mit unterschiedlichen Biografien erzählen über das Gehen, Unterwegs sein und Ankommen. Eintritt frei

19.10.2016, 18 Uhr
Bildervortrag: Syrien – meine zweite Heimat
Frau Reingard Al-Hassan, Direktorin der Hochschulbibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau, lebte von 1982–1989 in Syrien und besuchte von 2000–2011 regelmäßig Verwandte und Freunde im Land. Eintritt frei

09.11.2016, 18 Uhr
Podiumsdiskussion: Fluchtland DDR 
27 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer berichten Zeitzeugen von der Flucht aus der DDR, aber auch in die DDR. Eintritt frei

Jeden Samstag, 15 Uhr
Offene, kostenlose Führung durch die Sonderausstellung

Führungen für Schulklassen:
Buchung unter Tel. 0351 8644-133
weitere Führungstermine nach Absprache.


Sommerferienaktion: Meine Heimat.
Was bedeutet Heimat für mich?
1., 8., 15., 22., 29. Juli, 15–16 Uhr;

Informationen und Kontakt

Ansprechpartner (während der Ausstellung/dauerhaft):
Benjamin Otto (Kurator)
Benjamin.Otto@verkehrsmuseum-dresden.de

Link zur Ausstellungshomepage

Verkehrsmuseum Dresden
Augustusstraße 1
01067 Dresden

www.verkehrsmuseum-dresden.de/