Fächer mit Alpenpanorama, zwischen 1848 und 1856; kolorierte Umrisszeichnung, Elfenbein. Basel als «Tor zur Schweiz» profitierte im 19. Jahrhundert stark von den durchreisenden Touristen, die auf dem Weg zu den Naturschönheiten der Alpen oder nach Italien waren. Foto: HMB Peter Portner

23.09.2010 bis 30.04.2011 - Historisches Museum Basel

In der Fremde

Mobilität und Migration seit der frühen Neuzeit

Mobilität – wird oft als Kennzeichen der heutigen Gesellschaft angesehen. Migration – ein Begriff, der in aller Munde ist und fast täglich in den Zeitungen erscheint. Dabei wird Migration oft mit Einwanderung gleichgesetzt; die Auswanderung, kaum sichtbar, wird wenig thematisiert. Leicht stellt sich der Eindruck ein, als seien Mobilität und Migration ausschliesslich moderne Erscheinungen.
Doch schon immer haben Menschen auf der Suche nach Arbeit, Freiheit oder Sicherheit, aus Not, Liebe oder Neugier, im Dienste des Glaubens, des Handels oder der Wissenschaft ihre Heimat verlassen.
Basel als bedeutende Handels-, Universitäts-, Kultur-, Industrie- und Grenzstadt hatte auch in der Vergangenheit einen hohen Grad an Wanderbewegungen zu verzeichnen – und einen besonders deutlichen Zugewinn an kulturellen Einflüssen und wirtschaftlichen Neuerungen.

Viele Basler Berühmtheiten der Vergangenheit – wie Erasmus von Rotterdam, Hans Holbein d. J. – erweisen sich bei genauerer Betrachtung als Zugezogene, und entscheidende Basler Errungenschaften – wie der Buchdruck und die Seidenbandindustrie – haben ihre Entstehung Menschen zu verdanken, die aus der Fremde kamen.

Andererseits stellt man mit Verwunderung fest, wie viele Basler in der Fremde ihr Glück gesucht haben, sei es mit der Auswanderung nach Übersee oder in der universitären Laufbahn, im Handel oder bei der Suche nach Erkenntnis und Abenteuer.

Auch Phänomene, die man vielleicht als Merkmale unserer Zeit ansieht – weltweite Handelsverbindungen, internationaler Wissensaustausch, grosse Reisen in die Ferne –, finden sich bereits in früheren Jahrhunderten. In der Ausstellung werden die historischen Aspekte des Themas behandelt. Diese Einblicke in die Vergangenheit sollen die Sicht auf die Gegenwart relativieren und deutlich machen, dass Mobilität und Migration – wie am Beispiel von Basel gezeigt – keine neuen Erscheinungen sind, sondern prägend und bereichernd zu unserer Geschichte gehören.

Ausstellungsbereiche

Die Ausstellung ist in 17 Kapitel aufgeteilt:

  1. Reisen für den Glauben – Pilger und Konzilsteilnehmer
  2. Verdrängt aus religiösen Gründen – Glaubensflüchtlinge
  3. Für die Ausbildung in die Fremde – angehende Kaufleute und Wandergesellen
  4. Auf der Suche nach neuen Märkten – Buchdrucker und Seidenbandherren
  5. Für Einkommen und Arbeitsplatz in die Fremde – Wanderhändler, Dienstmägde und Bauarbeiter
  6. Für ein anderes Leben in die Neue Welt – Auswanderer
  7. Mobilität als Notwendigkeit – Schausteller und Komödianten
  8. Überall vertrieben – fremde Bettler und Vaganten
  9. Im Dienste fremder Mächte – Söldner
  10. Zur Ausbildung und Lehre in die Fremde – Studenten und Professoren
  11. Den Glauben in die Ferne tragen – Missionare
  12. Familienbande und Anstellung in der Fremde – Frauen
  13. Reisen für Verhandlungen und Verträge – Diplomaten
  14. Verfolgt aus politischen Gründen – Exilanten und Flüchtlinge
  15. Unterwegs für Ausbildung und Auftraggeber – Künstler
  16. Für die Erkundung der Welt – Forscher und Abenteurer
  17. Der Tod fern der Heimat – bestattet in fremder Erde

Informationen und Kontakt

Ansprechpartnerin:
Dr. Margret Ribbert
margret.ribbert@bs.ch
Tel. +41 (0)61 205 86 00

Historisches Museum Basel, Steinenberg 4,CH-4051 Basel

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