17.02.2013 bis 14.04.2013 - Kreismuseum Wewelsburg

Heimat

Sonderausstellung im Burgsaal der Wewelsburg

Das Kreismuseum Wewelsburg entstand aus dem Heimatmuseum, das 1924 in der Burg eröffnet wurde. Damals war Heimat der Ort, an dem man geboren war und lebte, das vertraute Umfeld mit seiner spezifischen Natur und dem geübten Brauchtum. Und heute? In einer globalisierten Welt, in der die Arbeitssuche immer stärker mit großen räumlichen Veränderungen verbunden ist, erlebt die Heimat eine Renaissance. Was ist Heimat? Kann sie in der Fremde gefunden werden? Wie denken Menschen darüber, die aus anderen Ländern zugezogen sind und hier seit kurzem oder bereits in der 2., 3. Generation leben?

Konzept

Nur 5% der Bevölkerung geht regelmäßig ins Museum. Unter ihnen sind nur wenige Migranten. Natürlich gibt es "die Migranten" als einheitliche Gruppe nicht. Könnte aber nicht das Heimat-Museum das Museum sein, das besonders interessant für Migranten sein könnte? Welche unterschiedlichen Auffassungen von Heimat gibt es?

Um das herauszufinden, besteht die erste Hälfte der Ausstellung aus einer Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat am Beispiel des Kreises Paderborn bis hin zum Nationalsozialismus, der die Heimat zum Exklusionsort gemacht hat und im Kreismuseum Wewelsburg in der Erinnerungs- und Gedenkstätte besonders behandelt wird.
 
Die zweite Hälfte behandelt die Aus- und Einwanderung, wobei letztere wiederum aufgeteilt ist in Russlanddeutsche und andere Zuwanderer. An beide Gruppen ist das Ausstellungsteam durch Emails herangetreten – zunächst über die Verteiler des Integrationsrates der Stadt (und durch ein Vorsprechen bei deren Treffen), dann über selbständig ermittelte Adressen von Vereinen und Migrantenselbstorganisationen. Der Rücklauf war sehr unterschiedlich.
Das Kernstück der Ausstellung ist ein Tisch, an dem Interviews mit 12 verschiedenen Interviewpartnern gezeigt werden, die ihre Auffassung von Heimat darlegen. Daher ist das Ausstellungsteam auch direkt auf mögliche Interviewpartner zugegangen, mit Handzetteln von Ort zu Ort gezogen und hat über Kollegen Kontakte zu deren Bekannten geknüpft.

Die meiste Resonanz kam – wenig überraschend – von Organisationen, die sich bereits früher an Kulturveranstaltungen beteiligt hatten. Von allen wurde ein Gegenstand mitsamt der dazugehörigen Geschichte erbeten, durch die das Verhältnis von alter und neuer Heimat sichtbar werden soll.
Am Ende der Ausstellung wird es einen Zusammenschnitt von Interviews mit Spielern des SC Paderborn geben, weil dieser zwar der Heimatverein ist, aber aus Spielern unterschiedlicher Nationen besteht. Alle Interviews sind in einer Kooperation mit der Multi-Media-AG des Liebfrauengymnasiums in Büren entstanden.

Zentrale Ausstellungsbereiche

Der Interviewtisch ist räumlich wie auch inhaltlich der zentrale Ausstellungsbereich. In den Interviews begegnen sich die unterschiedlichsten Heimatbegriffe, welche wiederum mit dem Besucher in Beziehung treten. Jeder Gesprächspartner hat zudem einen Gegenstand, der für ihn "Heimat" symbolisiert, zur Verfügung gestellt. Die Objekte werden unter einer Plexiglasglocke zwischen Monitor und Besucher ausgestellt.

Erfahrungen

Jedem Menschen fällt etwas zum Thema Heimat ein. Ideen, Zeitungsausschnitte und andere wertvolle Hinweise haben sich schnell aus dem Kollegenkreis gehäuft, besonders wenn diese selbst in Heimat- oder Traditionsvereinen mitwirkten. Das Thema erfordert ein sehr hohes Maß an persönlichem und zeitlichem Einsatz und progressiver Kommunikation – auch um der Institution Museum ein Gesicht zu geben und mögliche Schwellenängste abzubauen. Inwieweit das Früchte trägt, wird sich dann zeigen.

Ausgewählte Exponate

Es gibt ein besonderes Objekt, welches sich nicht direkt in der Ausstellung befindet, sondern in vielen Filialen der Bäckerei Lange zu erwerben ist: Das Paderborner Brot. Lebensmittel sind spätestens seit Prousts Madeleines eine Pforte zur Vergangenheit, zur Erinnerung und damit auch zur Heimat. Da wir aber keine Häppchen in der Ausstellung reichen können, wurde das Exponat ausgelagert. Im Vorfeld und im Laufe der Ausstellung tragen die Brote extra angefertigte Banderolen, die für die Ausstellung werben.

Begleitprogramm

Workshop: Heimat – Die Welt vor meiner Haustür?!
Wo lebe ich? Wie alt ist das Haus, in dem ich wohne?

Für SchülerInnen der 3.-5. Klasse
Inhaltliche Informationen: Reinhard Fromme Tel.02955 762217
Buchbare Termine: Do; 21.02., 28.02., 07.03., 14.03., 21.03., 11.04.13
Jeweils 10:00-12:30 Uhr

Der Workshop in der Sonderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg soll über die eigene Biographie und das eigene Zuhause Geschichtsbewusstsein wecken, im weiteren
Unterrichtsverlauf aber auch als Anregung dienen, auf Entdeckungstour im eigenen Ort oder Stadtteil zu gehen.

Tagesseminar: Deutschland, Deutschland über alles?
„Die Heimat“ im Nationalsozialismus

Für SchülerInnen der 9.Klasse
Inhaltliche Informationen: Katharina Dehlinger Tel.: 02955 762217
Buchbare Termine:Di., 26.02.,05.03., 19.03., 09.04.2013
Jeweils von 10:00 – 17:00 Uhr

Welche Idee von „Heimat“ gab es in der Zeit des Nationalsozialismus und welche Bedeutung hatte sie z.B. auch für einen SS-Mann oder für einen Häftling im Konzentrationslager?
Die SchülerInnen lernen verschiedene Aspekte des Themas kennen und beschäftigen sich darüber hinaus mit ihren eigenen Ideen und Vorstellungen von „Heimat“. Das Tagesseminar beinhaltet einen Besuch der Sonderausstellung „Heimat“, selbst entdeckendes Lernen in der
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945.
 

Projekte in Kooperation mit dem Theater Paderborn
für SchülerInnen ab der 9. Klasse
Informationen unter www.wewelsburg.de
„Aus der Mitte der Stadt“: Dienstag, 19.02.2013, 09:30 – 12:30 Uhr
„Türkisch Gold“; Dienstag und Mittwoch, 12.03., 13.03.2013., 09:30 – 12:30 Uhr
Für alle Veranstaltungen wird um Anmeldung bis zum
15.02.2013 unter 02955/7622-0 gebeten.

Was hat Heimat mit Rassismus zu tun? Hat jeder ein Recht auf („meine“) Heimat? Diesen Fragen wird zunächst vor dem Gemäldezyklus Josef Glahés im Nordturm und in der Sonderausstellung „Heimat“ nachgegangen. Daran schließt eine Theatervorstellung an, nach deren Ende Zeit für eine Diskussion bleibt.

„Heimat“ – eine szenische Lesung
Donnerstag, 14.03.2013, 20:00 Uhr
 

„Hier bin ich aufgewachsen; hier werde ich erwachsen. Die
Heimat fängt mich auf. Wenn ich dann doch mal falle, dann
halten sie mich alle, die Menschen, die ich lieb‘ und brauch.“


Ein Beitrag der Hauptschule Niederntudorf/Wewelsburg – Hauptschule ohne Rassismus/Hauptschule mit Courage – zu den Anti-Rassismus-Wochen im Kreismuseum Wewelsburg in Zusammenarbeit mit dem Theater Paderborn und dem
„Chor & More“.

Heimat im Kino
Montags, 18.02., 25.02., 04.03.,11.03., 18.03., 08.04.2013, jeweils 18:00 Uhr

Begleitende Heimatfilmreihe im Cineplex Paderborn kuratiert von Annalena Müller in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Annette Brauerhoch, Natalie Lettenewitsch und
Sabine Angenendt. Die Filmreihe wird finanziell unterstützt vom Förderverein des Kreismuseums Wewelsburg e.V.

Kontakt

Sabine Angenendt
Burgwall 19
33142 Büren
Tel.: +49 2955 7622-29
E-mail: angenendts@kreis-paderborn.de

Homepage des Kreismuseums Wewelsburg