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LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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15.2.1998 bis 2.8.1998 - Ruhrlandmuseum Essen

Fremde Heimat

Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei

Als Bundesweit erste Präsentation zu dem Thema veranstaltete das Ruhrlandmuseum und DOMIT (heute DOMID) eine Ausstellung über die Geschichte der arbeitsuchenden türkischen Einwanderer in Deutschland.
Türkische Migranten und Deutsche erforschten zum ersten Mal gemeinsam die Geschichte der Einwanderung aus der Türkei nach Deutschland. Die Ausstellung dokumentierte die Anwerbung von ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei vom Anwerbeabkommen 1961 bis zum Anwerbestopp 1973 und den Prozess der Niederlassung der Ersten Generation bis Anfang der 1980er Jahre aus türkischer und deutscher Perspektive. Dabei richtete sie ihren Blick insbesondere auf die Anfänge der Migration und beleuchtete die Ursprünge der Migrationssituation der Bundesrepublik, wo heute mehr als zwei Millionen Menschen aus der Türkei leben und arbeiten. Längst gehören diese Zuwanderer der 1960er und 1970er Jahre bzw. deren Kinder und Enkel zur deutschen Gesellschaft.

Ausstellung

Auf einer Gesamtfläche von 600qm und in acht inhaltliche Kapitel aufgeteilt erzählten die Objekte, Dokumente und Fotografien sowie diverse Installationen den Einwanderungsprozess der "Gastarbeiter" und machten so ihre Geschichte erfahrbar. Führungen in deutscher und türkischer Sprache, sowie in Gebärdensprache ergänzten die zahlreichen Exponate durch weiterführende Hintergrundinformationen.

Konzept

Jenseits konventioneller Deutungsmuster und heutiger Klischeevorstellungen ermöglichte die Ausstellung, die Geschichten und Gefühle der MigrantInnen besser kennen zu lernen. Eine Möglichkeit, die sich gleichermaßen deutschen BesucherInnen und türkischen MigrantInnen eröffnete. Während die deutschen BesucherInnen an einer "fremden" Lebenswelt partizipieren und gleichzeitig die eigene in Vergessenheit geratene Geschichte wiederbeleben konnten, führte die Ausstellung den MigrantInnen aus der Türkei die eigene Erfahrung oder die ihrer Großeltern und Eltern lebendig vor Augen: Abschied und Trennung von der Heimat, Ankunft in der Fremde, Hoffnungen, Erfüllungen, Enttäuschungen, Zerrissenheit zwischen Hierbleiben und Zurückwollen. Insgesamt eine schmerzhaft-wohltuende Begegnung mit der eigenen Erinnerung, die unterschiedlichste Emotionen auslöste, wie drei Gästebücher belegen. Die Ausstellung war sowohl bei deutschen BesucherInnen, als auch bei den MigrantInnen ein großer Erfolg und genoss ein reges öffentliches Interesse.

Literatur

Katalog:
Zu der Ausstellung sind ein zweisprachiger Katalog und eine zweisprachige Kurzinformation erschienen.

Eryılmaz, Aytaç; Dr.Jamin, Mathilde (Hrsg.): "Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei. Yaban, Sılan olur. Türkiye'den Almanya'ya Göçün Tarihi" zweisprachig (deutsch/türkisch), Essen 1998

Kurzinformation:  
(Kısa bilgilendirme)

DOMiT; Ruhrlandmuseum (Hrsg.): "Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei", zweisprachig (deutsch/türkisch), Essen 1998, 50 Seiten.

 

Kontakt

DOMiD - Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V.

Venloer Straße 419
50825 Köln

Tel.: +49 (0) 221 800 28 30
Fax: +49 (0) 221 800 28 31

E-Mail Zentrale: info[at]domid.org

http://www.domid.org/de