Plakat zur Ausstellung, Foto: Metin Yilmaz

21.11.2009 bis 28.02.2010 - Museen Dahlem, Berlin

Döner, Dienste und Design. Berliner UnternehmerInnen

Eine Werkstattausstellung zur Migrantenökonomie

Kleine und mittelständische Unternehmen, insbesondere in den Großstädten, werden in Deutschland mit steigender Tendenz von Migrantinnen und Migranten sowie deren Nachkommen geführt. Zurzeit gibt es ungefähr 300.000 dieser Selbstständigen, die für die wirtschaftliche, politische und kulturelle Belebung ihrer Städte eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Die Ausstellung lieferte dafür Beispiele aus Berlin, indem sie Selbstständige unterschiedlicher kultureller und nationaler Herkunft vorstellte. Deren Unternehmen waren so verschieden wie ihre Lebenswege und Strategien. Einige betrieben ein kleines Geschäft oder Restaurant; andere führten mittelständische, international tätig Unternehmen; wiederum andere arbeiteten in den Bereichen der Dienstleistung oder der Kunst.

Basis der Präsentation waren Interviews, geführt von den Kuratorinnen des Museums Europäischer Kulturen und des Nachbarschaftsmuseums e.V. sowie Studierenden des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität. SchülerInnen der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Berlin-Kreuzberg erstellten auf der Grundlage von Gesprächen mit UnternehmerInnen Porträts. Dies erfolgte unter Anleitung von KünstlerInnen mit den Medien Foto, Video und Text.

Die Ausstellung war das Ergebnis des Berliner Beitrags zum EU-Projekt „Unternehmenskulturen in europäischen Städten“ (2008-2010). Partner waren historische und ethnografische Museen sowie Kultureinrichtungen aus Amsterdam (NL), Barcelona (ES), Berlin (DE), Liverpool (GB), Luxemburg (LU), Tallinn (EE), Volos (GR) und Zagreb (HR). Sie verfolgten die Fragen, inwieweit UnternehmerInnen mit ihrem multikulturellen Potenzial eine neue Dimension der europäischen Bürgerschaft kreieren und wie ihr kulturelles Erbe in Museen präsentiert und bewahrt werden kann.

Ausstellung

Für die Ausstellung, die ca. 100 qm einnahm, arbeiteten wir exemplarisch mit 26 UnternehmerInnen zusammen, die im weitesten Sinne einen Migrationshintergrund hatten. In der Herangehensweise an das Thema unterschieden wir zwischen jenen Selbstständigen, die kleinere Geschäfte in Berliner „Kiezen“ führten, und mittelständischen Unternehmen verschiedener Couleur, die in der Regel international tätig waren. Um Stereotypisierungen zu vermeiden, verzichteten wir bewusst auf eine ethnische Zuordnung bzw. Gruppierung der InterviewpartnerInnen. In der Präsentation wurden die meisten UnternehmerInnen mit Fotografien, andere mit Hörbeispielen, Texten und Objekten in ihrem Umgebungsfeld vorgestellt.

Literatur

Katalog:
Rita Klages, Dagmar Neuland-Kitzerow, Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.): Döner, Dienste und Design. Berliner Unternehmerinnen. Staatliche Museen zu Berlin 2010. 95 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

Sonstige Literatur:
Renée E. Kistemaker und Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.), Entrepreneurial Cultures in Europe. Stories and museum projects from seven cities. Schriften der Freunde des Museums Europäischer Kulturen e.V., Heft 10. Berlin 2010: Selbstverlag.

Informationen und Kontakt

Ansprechpartnerin:
Dr. Elisabeth Tietmeyer
Postanschrift: Im Winkel 6/8, 14195 Berlin
Tel.: 0049-(0)30-266-42-6801/6802
Fax: 0049-(0)30-266-42-6804
E-Mail: e.tietmeyer@smb.spk-berlin.de

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