Plakat zur Ausstellung

19.05.2008 bis 13.02.2009 - Museum Schloss Homburg

Ankommen

Zuwanderung ins Oberbergische nach 1945

Die Ausstellung und der Katalog verfolgen die Entwicklung der Zuwanderung ins Oberbergische nach 1945 chronologisch, ausgehend von der Situation der Flüchtlinge und Vertriebenen. Diese Bewegung von Ost nach West wird Anfang der 1960er Jahre abgelöst durch eine zweite Phase der Zuwanderung: die Gastarbeiter. Der starke Zuzug der Aussiedler und der damit verbundene Siedlungsbau im Kreisgebiet bilden neben der Asylbewerber-Debatte das Schwerpunktthema der 1980er/90er Jahre. Den Ausklang bildet die Vorstellung einer Auswahl von engagierten Integrationseinrichtungen.

Konzept

Das komplexe Thema wurde exemplarisch behandelt und sollte möglichst kreisweit wirken, insofern wurde das Projekt von vornherein als Wanderausstellung konzipiert. Es bestand kein wissenschaftlicher Anspruch auf Vollständigkeit. Jede Station entwickelte in Kooperation mit dem Museum Schloss Homburg ein pädagogisches und kulturelles Rahmenprogramm zur Ausstellung. Wichtig waren für die Umsetzung individuelle Lebensgeschichten sowie künstlerische Aspekte zum Thema. Original-Exponate wurden sehr sparsam eingesetzt, aufgrund der Wandersituation und Unterschiedlichkeit der Räume. Das Projekt versteht sich als Öffnung für weitere Aktionen und Themen zur Migrationsbewegung.

Ausstellung

Eingangssituation: Großfoto (Flüchtlingsschleuse, 1949) mit Schreibtisch als Symbol für die bürokratischen Vorgänge für Zuwanderer

14 Stellwände, kaschiert mit Texten und Bildern zu nachfolgenden Themen:

  • „Sehnsucht nach dem besseren Leben – Zuwanderung nach 1945“
  • „ Die Familie Hackel – Vertrieben aus dem Sudetenland“
  • „Vom Tal der Steine nach Felsenthal und zurück – Das Leben der Familie Eccher“
  • „Gastarbeiteranwerbung – Die Griechen in Gummersbach“
  • „Von Ost nach West – Auf den Spuren oberbergischer Aussiedler“
  • „Friedrich von Bömches – Die Vertreibung“
Griechische und deutsche Gastarbeiter, Firma Steinmüller, Gummersbach, um 1970
  • Martin Rosswog – Flüchtlingsunterkünfte im Oberbergischen Kreis“
  • „Von der Sozialberatung für Gastarbeiter zur Migrationsberatung – Organisationen stellen sich vor“
  • „Begegnungsstätte Hackenberg“
  • Eine Medienstation mit drei aktuellen WDR-Dokumentarfilmen zum Anklicken:
  • „Heimat in der Einkaufstüte“, „Heimat ist da wo Du lebst“ und „Von der Wupper nach Tigris“
  • Bilderprojektion zu Vertriebenen und Flüchtlingen um 1951
  • Eine aufgeklappte Reisetruhe mit Exponaten erzählt eine Zuwanderungsgeschichte
  • Interaktives Dokumenten-Blätterbuch für Besucher beleuchtet eine familiäre Vertriebenen Biografie
  • Eine Litfasssäule mit Zeitungsartikeln von 1986-1992 dokumentiert die Asylbewerberdebatte und den Kurdenstreik in Gummersbach
  • Eine Standvitrine mit Originalkleidung einer Siebenbürger Tracht
  • Eine Standvitrine mit aktuellen Artikeln zum multikulturellen Leben in Oberberg

Resonanz

Sehr gute Resonanz, auch überregional in Fachkreisen. Das Projekt „Ankommen“ hatte eine gewisse Vorreiterfunktion. Besucherresonanz: Rund 2.000 Besucher und rund 25 gebuchte museumspädagogische Führungen. Auch aktuell wieder eine Anfrage zum Projekt im Rahmen der „Interkulturellen Woche“

Begleitprogramm

Moderierte Podiumsgespräche mit Zeitzeugen, Filmabend „Heimat ist da wo Du lebst“ mit Diskussion, museumspädagogische Führungen für Einzelbesucher und Schulklassen, Musik von Zuwanderern, Erzählcafé mit Moderation.

Flyer zum Museumstag

Sonderveranstaltung zum Internationalen Museumstag am 16.05.2010

Im Museum:
11:30 – 13:00 Begrüßung (stellv. Landrat) und Podiumsgespräch mit jungen oberbergischen Zuwanderern (Moderation: Murad Bayraktar, WDR)
16:00 – 17:00 Projektvorstellung „tyoisch türkisch, typisch deutsch“ mit Züleyhau Mau, Duisburg
Ausstellung „typisch türkisch, typisch deutsch“ und Präsentation malerischer Arbeiten der Künstlerin Ragna Sichelschmidt unter dem Titel „Jugendstil“


Open-Air-Bühne im Innenhof:
13:00 – 14:00 Booty Camp, new style Hip-Hop Oberberg
14:15 – 14:30 „Die Konferenz der Vögel“ multikulturelles Kinderprojekt aus Waldbröl
15:00 – 16:00 „Chupas Sounds“ – Latino Rap aus Köln
17:00 – 18:00 „Nefes in Motion“ – Sufi Jazz aus dem Ruhrgebiet

Dazu ein kulinarisches Angebot mit türkischen und russischen Spezialitäten.

Ziel war es die jüngere Generation der Zuwanderer anzusprechen und zu erreichen. Insofern wurden neue Kontakte zur oberbergischen Hip-Hop Szene und Jugendhäusern geknüpft. Das Graffiti Design des Einladungsflyers sollte auch gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen.

Es kamen rund 400 Besucher zu diesem Aktionstag. Die Veranstaltung wurde als mutige und innovative Aktion in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Menschen mit Migrationshintergrund (vorwiegend türkischer Herkunft) kamen zum ersten Mal ins Museum.
Eine Folgeveranstaltung wäre sinnvoll, um weiter aufzubauen. Von Seiten der Migranten kam auch eine sehr positive Rückmeldung.

Literatur

Katalog zur Ausstellung:
Oberbergischer Kreis (Hrsg.): „Ankommen. Zuwanderung ins Oberbergische nach 1945“,
ISBN 978 -3-00-024363-9, 10 €, 2008.

Blick in eine Ausstellungsvitrine

Informationen und Kontakt

Ansprechpartnerin:
Silke Engel, M.A.
silke.engel@obk.de
Tel. 02293/9101-14
Museum Schoss Homburg, 51588 Nümbrecht

Homepage des Museums