Werbebild der Getränkemarke Sinalco

7.5.2017 - 14.1.2018

Zum Wohl!

Getränke zwischen Kultur und Konsum


Bier für das Ruhrgebiet, Schnaps für Westfalen – was ist dran an den regionalen Vorlieben für spezielle Getränke? Mit zahlreichen Exponaten, Fotos und Dokumenten zeichnet die Schau eine „Landkarte“ der Trinkkultur nach. Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee – das sind die Getränke, die in den letzten 150 Jahren Westfalen-Lippe prägten.


Seit 10.000 Jahren stellen Menschen selbst Getränke her. Die Industrialisierung beeinflusste das flüssige Kulturgut in doppelter Hinsicht: Sie veränderte die Produktion der verschiedenen Getränke sowie deren Rolle in der Gesellschaft.

Mit zahlreichen Exponaten, Fotos und Dokumenten gibt die Wanderausstellung am Beispiel von Wasser, Limonade, Bier, Schnaps, Wasser, Milch, Kaffee und Tee einen Einblick in die Produktion, das Image und den Konsum des flüssigen Kulturguts im Wandel der Zeit. Welche Rolle spielten Getränke im Alltag? Wie haben sich die Trinkgewohnheiten in den letzten Jahrhunderten verändert? Welche Getränke haben Zuwanderer mit nach Deutschland gebracht? Gibt es typische regionale Trinkgewohnheiten?
Diesen Fragen geht die Ausstellung nach.

Ob Flaschen-Abfüllanlage, Teebeutelpackmaschine, Bauchmelker oder Kaffeeröster: Große und kleine Exponate berichten von Kultur und Konsum der Getränke. Fühl-Bars mit Rohstoffen der Getränkeherstellung und Medienstationen helfen beim Verstehen.

Die Bude



Die originale historische Trinkhalle von Emmy Olschewski aus dem Jahr 1921 bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Bis 1998 stand sie in der Bergarbeitersiedlung Schwerin in Castrop-Rauxel. Die Trinkhalle sicherte der Bergmannswitwe Anna Jaeger und ihrer Tochter Emmy Olschewski Jahrzehnte lang das Einkommen und galt außerdem als wichtiger Ort der Nahversorgung sowie als beliebter Nachrichtentreff.

Trinkhalle von Emmy Olschewski
Einblick in die Ausstellung mit historischer Schnapsbrennmaschine

Schnaps



Schnaps diente bis in die Anfänge der Industrialisierung als günstiger und haltbarer Energielieferant für die Ärmsten der Gesellschaft. Im Maschinenzeitalter brachten die berauschende Wirkung und drohende Alkoholsucht hochprozentigen Alkohol in Verruf. Vor allem in den ländlichen Regionen Westfalens haben Konsum und Herstellung von Schnaps bis heute jedoch ihre Bedeutung bewahrt.

Bier

Bier erlebte als erfrischendes Getränk mit geringem Alkoholgehalt im Industriezeitalter eine einzigartige Hochkonjunktur. Neue Brau- und Kühlverfahren machten Bier zum beliebten Massengetränk im Ruhrgebiet. Die Biermetropole Dortmund war Anfang der 1970er Jahre mit mehr als 7,5 Millionen Hektolitern Bierausstoß pro Jahr in Europa Spitze.

Mit dem Niedergang von Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie schwanden seit Mitte der 1960er Jahren die Massenarbeitsplätze, und auch der Bierkonsum ging deutlich zurück. Heute dominieren wenige Großbrauereien den deutschen Markt. Viele der bekannten Biersorten und Biermarken sind verschwunden. Einige wenige kleinere können sich jedoch am Markt behaupten.

In einer der Fühl-Bars kann Hopfen errochen und ertastet werden
Einblick in die Ausstellung mit historischer Maschine zur Limonadenproduktion

Limonade



Limonade wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Mäßigkeitsbewegung als alkoholfreie Alternative zu Schnaps und Bier propagiert. Die Marke Sinalco - ein Kunstwort aus dem lateinischen "sine alcohol" - ohne Alkohol - trat ab 1905 aus dem ostwestfälischen Städtchen Lage und später Detmold ihren Siegeszug durch ganz Deutschland und Europa an.

Wasser



Wasser ist das natürlichste aller Getränke und heute doch ein High-Tech-Produkt. Maschinelle Produktion und künstliche Kohlensäure machten das Mineralwasser Ende des 19. Jahrhunderts im Ruhrgebiet populär.
Aus den Verkaufsständen der Mineralquellen aus der Eifel entwickelten sich die Trinkhallen im Revier - bis heute eine weit verbreitete und hoch geschätzte Institution im Ruhrgebiet.

Trinkgläser aus der Glashütte Gernheim
Einblick in die Ausstellung mit historischer Kaffeeröstmaschine

Kaffee



Kaffee galt lange als teures Luxusgut für die "bessere Gesellschaft". Erst im 20. Jahrhundert breitete sich der Kaffeekonsum in allen Gesellschaftsschichten aus. Aus den Bergwerken des Ruhrgebiets war die "Kaffeepulle" bald nicht mehr wegzudenken. Heute ist Kaffee in seinen vielfältigen Formen das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland.

Tee



Tee gelangte mit den Entdeckungsreisen aus Fernost nach Europa. Im Industriezeitalter entwickelte sich die Luxusware zum Massenprodukt. Hochofenarbeiter schätzten den Tee als Hilfe gegen hohen Flüssigkeitsverlust. Für viele Arbeiter aus Südeuropa bedeutete das Teetrinken in vertrauter Runde ein Stück Heimat in Deutschland.

Tee-Geschirr aus Porzellan, Berlin um 1900
Junge Bergmänner nach der Schicht mit Milchflaschen, 1955

Milch





Milch ist nahrhaft, galt aber wegen der geringen Haltbarkeit bis Anfang des 20. Jahrhunderts als riskant. Mit verbesserten Möglichkeiten zur Kühlung und Vorbeugung gegen Keime entwickelte sich die Milch schließlich vom Risikogetränk zum gesunden Grundnahrungsmittel. Der Mythos vom Gegenmittel bei Vergiftungen verankerte die Milch nicht nur in der Hausapotheke, sondern auch an gefährlichen Arbeitsplätzen in Kokereien und den Gasschleppern des Bundesschleppbetriebes.

Begleitprogramm

Folgende Führungen, Vorträge, Verkostungen und Exkursionen begleiten die Ausstellung:

Führungen durch die Sonderausstellung
So.: 4. Juni, 18. Juni, 2. Juli, 16. Juli, 6. August, 20. August, 3. September, 17. September, 15. Oktober, 19. November, 17. Dezember,
7. Januar sowie Di.: 3. Oktober, immer um 14.30 Uhr. Nur Museumseintritt, keine Anmeldung erforderlich.

Sa., 3. Juni, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Die Whisky Universität, 1. Semester: Einsteigerseminar mit Sebastian Büssing - Von der Gerste bis Single Malt.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Sa., 24. Juni, 18-2 Uhr
Extraschicht: Die lange Nacht der Industriekultur. Mit Musik, Theater, Illumination des Hebewerks und Aktionen rund um die Ausstellung "Zum Wohl!". Sondereintritt. Infos: www.extraschicht.de

Sa., 15. Juli, 17 Uhr
Whisky-Tasting: Irish Folk meets Irish Whiskey. Leckeres von der grünen Insel mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Fr., 21. Juli, 15.30 Uhr
Exkursion "Bier" zur Privatbrauerei Moritz Fiege. Max. 25 Teilnehmer, 15,85 € inkl. Verpflegung und ÖPNV, Anmeldung erforderlich.

Sa., 19. August, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Whisky in Cocktails - Wie kombiniere ich Whisky mit weiteren Zutaten? Tasting mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Sa., 2. September, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Die Whisky Universität, 2. Semester: Von Single Malt über Bourbon bis hin zu Blend mit Sebastian Büssing.
Mmax. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Fr., 8. September, 15.30 Uhr
Exkursion zum Bauernhof von Familie Billmann. Dauer: ca. 2 Stunden, max. 20 Teilnehmer, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich.

Di., 26. September, 19 Uhr
Vortrag zum Thema Bier von Jorma Wagner. Eintritt frei.

Fr., 6. Oktober, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Fassstärke - Caskstrength frisch aus dem Fass mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Fr., 10. November, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Whiskey aus ungewöhnlichen Holzfässern mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Di., 7. November, 19 Uhr
Vortrag zum Thema Kaffee von Willi Kulke. Eintritt frei.

Di., 21. November, 19 Uhr
Vortrag zum Thema Milch von Robert Laube. Eintritt frei.

Fr., 8. Dezember, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Ein Whisky-Weltreise - Whiskys aus aller Welt und für jeden Geschmack mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 29,90 €, Anmeldung erforderlich.

Di., 12. Dezember, 19 Uhr
Vortrag zum Thema Wasser von Dietmar Osses. Eintritt frei.

Sa., 6. Januar, 19.30 Uhr
Whisky-Tasting: Old and Rare - Alte Whiskys und Raritäten mit Sebastian Büssing.
Max. 25 Teilnehmer, 50 €, Anmeldung erforderlich.