13.9.2016 - 26.2.2017
Aus einem Guss
Die Hütte als Design-Atelier
Wer an modernes Design denkt, verbindet dies nicht unbedingt mit Gusseisen. Als Werkstoff der Hochindustrialisierung verbindet man mit Eisen eher alte Technik, Wuchtigkeit, Rost und vielleicht ornametales Formengut.
Lange dominierte das pragmatische und funktionalistische Design als Erbe des Bauhauses, gefolgt von der Postmoderne der 80er Jahre. In den letzten Jahren ist jedoch ein neues Bedürfnis nach Individualität und Materialhaftigkeit in den Dingen gewachsen. Gerade in unserer digital geprägten Zeit mit extremer Geschwindigkeit, Schnelllebigkeit und Entsinnlichung wächst das Bedürfnis, greifbare Dinge zu besitzen. Dinge, die Individualität und Emotionen vermitteln und vielleicht sogar die Geschichte ihrer Entstehung oder ihres Gebrauchs erzählen.
Genau hier hakten elf Designstudierende der Hochschule Niederrhein ein. Sie suchten nach Bezügen und Anwendungen, die zeitgemäßes Design mit sandgegossenem Aluminium und Eisen ermöglichen. Die Projektergebnisse zeigen die gefundenen Lösungen: Ein Nussknacker, der das Prinzip von Hammer und Amboss nutzt. Ein Türstopper arbeitet mit der Schwere des Materials. Eine Smartphone-Ladestation aus Metall verbindet überzeugend Analoges mit Digitalem, Archaisches mit Modernem. Möbelfüße thematisieren improvisiertes und kreatives neues Wohnen zwischen Möbeln mit Vergangenheit. Ein Schachspiel beweist Innovation in Figuren- und Brettgestaltung. Unterschiedliche Produktkonzepte verströmen atmosphärische Licht- und Dufteinwirkungen, die mit der sinnlichen Qualität der Metalloberflächen korrespondieren. Ganz ins Ästhetische weist ein Aluminium-Halsschmuck, der die Idee von schützender Halskrause und weicher Körperform mit Einflüssen aus dem afrikanischen Kulturbereich verbindet.