Henrichshütte Hattingen

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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24.11.2017 - 1.5.2018 (verlängert)

Motiv Hochofen 1987-2017

Fotografien von Berthold Socha


Am 18. Dezember 1987 wurden in Hattingen die Hochöfen ausgeblasen. 30 Jahre später ist die Henrichshütte mit jährlich 100.000 Besuchern einer der beliebtesten Standorte des LWL-Industriemuseums. Den Weg vom stillgelegten Hüttenwerk zum Forum für kulturelles und gesellschaftliches Leben hat Berthold Socha mit seiner Leica-Kamera begleitet.

Eine Auswahl von 100 Schwarz-Weiß-Fotografien wird bis zum 1. Mai 2018 in der Henrichshütte präsentiert.

 

 

Film von der Ausstellungseröffnung


Seit 1977 war Berthold Socha beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in der Kulturabteilung tätig. Als Referent für das damalige Westfälische Industriemuseum hatte er seine Kamera stets dabei. Der Hütte und seiner Leica blieb Socha auch nach seiner Pensionierung 2004 treu.

So entstand ein Schatz, den Socha zum Jahrestag der Hochofen-Stilllegung für die Ausstellung gehoben hat. Die Schau ermöglicht die Begegnung mit dem Denkmal, das Entdecken von Hochofen 3 als Skulptur, das Erspüren von Verfall und Wandel, aber auch das Wiedersehen mit Menschen, die den Weg von der Industriebrache zum Museum geebnet haben.

Sie zeigt fast dokumentarisch anmutende Aufnahmen des Geländes neben solchen, die Sochas Interesse an Oberflächen und grafischen Strukturen abbildet, sowie teilweise morbide fotografische Eindrücke und verbindet alles zu einer Rückschau auf 30 Jahre Geschichte des Industriemuseums Henrichshütte.

Blick auf das Gelände im Jahr 1994


Im Fokus der Ausstellung steht der titelgebende Hochofen 3, der als monumentales Relikt der Industriegeschichte einen Ankerpunkt des Museums darstellt. Berthold Socha porträtiert ihn und seine Geschichte über die Jahre hinweg. Die Aufnahmen zeigen Entwicklungen und Veränderungen der Industrieanlage: Gebäudeteile verschwinden, die Vegetation verändert sich, Objekte werden marode und verfallen. Socha erkennt die skulpturalen Qualitäten der Industriekulisse und macht diese in seinen Bildern auch für den Betrachter sichtbar. Er dokumentiert den Aufbau des Denkmals und hält auch die Bedeutung der Henrichshütte als Ort der kulturellen Begegnung fotografisch fest.

Berthold Socha und die Fotografie


Berthold Socha, 1940 im oberschlesischen Ratibor geboren, lebt seit 1955 in Münster. Beide Elternteile waren begeisterte Amateurfotografen, so machte er bereits im Kindesalter seine ersten Erfahrungen mit der Arbeit in der Dunkelkammer.

Von 1977 bis 2004 war Socha als Referent in der Kulturabteilung des LWL tätig. 1965 gründete er die "fotogruppe oculus" und 1991 die Friedrich-Hundt-Gesellschaft. 2002 wurde Socha in die "Deutsche Gesellschaft für Photographie" berufen.

Sein fotografisches Werk ist geprägt von der in den 1950er Jahren begründeten "Subjektiven Fotografie". Er fotografiert bis heute konsequent analog, spielt mit der Wirkung von Licht und Schatten und sucht ungewöhnliche Perspektiven, die es dem Betrachter ermöglichen, durch das Auge des Fotografen skulpturale Qualitäten in gewöhnlichen Objekten zu erkennen.

Berthold Socha


Katalog

Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog im Klartext Verlag erschienen, der die Werke von Berthold Socha in ihrer zeitlichen Entwicklung und mit ihren thematischen Schwerpunkten vorstellt (ISBN 978-3-8375-1907-5). Er ist zum Preis von 19,95 Euro im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.