LWL-Industriemuseum

Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Nachruf

Dr. Dagmar Kift

Stellvertretende Direktorin des LWL-Industriemuseums
und Leiterin des Referats Wissenschaft und Projekte (a.D.)

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist unsere langjährige Kollegin Dr. Dagmar Kift am 23. April 2020 verstorben. Wir trauern mit ihren beiden Töchtern und ihrer Mutter um eine hochkompetente, diskussionsfreudige und abenteuerlustige Wissenschaftlerin, vor allem aber um einen wertvollen Menschen.

Dagmar Kift gehörte zur Aufbaugeneration des LWL-Industriemuseums, das sie über drei Jahrzehnte geprägt hat. 1987 begann sie als wissenschaftliche Referentin ihre Arbeit auf der Zeche Zollern, bei ihrer Verabschiedung Ende Oktober 2019 war sie stellvertretende Direktorin und Leiterin des zentralen Referats Wissenschaft und Projekte.

Sie vernetzte das Haus sowohl in der Region wie international. Als Projektleiterin sorgte sie 1999 für die Dauerausstellung in der Dortmunder Museumszentrale Zeche Zollern. Ihre Stimme in den Diskussionen zur Weiterentwicklung des Hauses, für das sie sich in den letzten Jahren eine neue Meistererzählung wünschte, war immer von scharfer Analyse geprägt. Mit Projekten wie der Großausstellung „Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder“ (2005), dem EU-Forschungsprojekt „Work with Sounds“ (2013-2015) oder dem Kooperationsprojekt der Landschaftsverbände „die welt neu denken“ zum 100. Geburtstag des Bauhauses (2017-2019) setzte sie Zeichen. Sie unterstützte, motivierte und förderte ihre Mitarbeiter, leitete an und ließ jene Freiheiten, die nötig sind, um kreativ und zielgerichtet zu arbeiten.

Dagmar Kift studierte Geschichte, Germanistik, Soziologie und Jura an der Freien Universität Berlin und am St. Anne’s College und am St. Antony’s College der Universität Oxford. Im Jahr 1989 promovierte sie an der Freien Universität mit einer Arbeit über „Arbeiterkultur im gesellschaftlichen Konflikt: Die Music Hall im 19. Jahrhundert“. Der Sozial- und Kulturgeschichte, ergänzt um Jugend- und Revierkultur und Gendergeschichte, blieb sie auch in ihrer Zeit an unserem Museum treu. Ihr umfassendes wissenschaftliches Werk und ihre internationale Reputation ist uns Ansporn und Verpflichtung. Mit Dagmar Kift verliert die Fachwelt eine wichtige Stimme, nicht zuletzt, weil sie für ihren Ruhestand noch einige Forschungsvorhaben geplant hatte.

Dagmar Kift wird uns fehlen.

 


 

Schauvorführung in der Spinnerei des TextilWerks Bocholt

LWL-Industriemuseum

Industriekultur erforschen und entdecken

Als ältestes und größtes Industriemuseum in Deutschland bewahren, erforschen und vermitteln wir Geschichte und Kultur des Industriezeitalters.

Basis unserer Arbeit ist neben dem Denkmalbestand unsere Sammlung mit mehr als 250.000 Stücken aus dem Industriezeitalter - vom Glasknopf bis zur Dampfmaschine, vom Abendkleid bis zur Ziegelpresse.

Wir dokumentieren, bewahren und erforschen diese Gegenstände und in ihrem historischen Kontext. Daraus erwachsen zum Beispiel unsere Dauer- und Sonderausstellungen, aber auch eine Vielzahl von Publikationen.

Tagungen und EU-Projekte sind weitere Arbeitsfelder unseres Hauses. Zum LWL-Industriemuseum gehört auch die "Porta Polonica", das Portal zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Mitteln des Bundes und in Kooperation mit dem Bund der Polen in Deutschland betreibt.

Wissenschaft

Basis unserer wissenschaftlichen Arbeit ist die interdisziplinäre Forschung am überlieferten Baudenkmal, am Sammlungsbestand, in Archiven und - gemäß unseres „biographischen Ansatzes“ - mit Zeitzeugen. Diese Forschung bildet die Grundlage für eigene Ausstellungen sowie für Projekte anderer Einrichtungen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir in eigenen Schriftenreihen und in elektronischen Medien.

Leitbild

Das Westfälische Landesmuseum war das erste Museum für Industriekultur und ist heute das größte Industriemuseum in Deutschland. Herausragende Baudenkmale, eine umfangreiche Sammlung und ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Disziplinen bilden das Fundament unseres Museums. Wir vermitteln, erforschen und bewahren die Kultur des Industriezeitalters von den Anfängen bis zur Gegenwart.