Sounds of Changes

Mit fünf Partnermuseen aus Schweden, Finnland, Polen und Slowenien erforscht das LWL-Industriemuseum im EU-Projekt „Sounds of Changes“ Klänge der Veränderung: des Strukturwandels, der Energiewende, der Digitalisierung.

Wie klingen Westfalen und das Ruhrgebiet, nachdem das Surren der Fördermaschine, das Dröhnen der Stahlwerke und das Heulen der Werkssirene verschwunden sind? Welche  Klänge sind nun hörbar und prägen unsere klangliche Umwelt? Dies sind einige der Fragen, mit denen sich der wissenschaftliche Dienst des LWL-Industriemuseums im EU-Projekt „Sounds of Changes“ beschäftigt.

Ziel ist es, gemeinsam mit den Partnermuseen aus Schweden, Finnland, Polen und Slowenien 800 Sounds of Changes ausfindig zu machen, aufzunehmen, zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen. Die Sounds können Geräusche einzelner Gegenstände oder Soundscapes (Klanglandschaften) mit einer Vielzahl von Klängen sein. Das Themenspektrum reicht dabei von Strukturwandel über Energiewende, Digitalisierung und technischen Fortschritt bis hin zu Protesten, die Verlangen nach Veränderung ausdrücken.

Soundaufnahmen mit Studierenden des Studiengangs Film und Sound der FH-Dortmund auf dem Gelände der Zeche Zollern

Ein Beispiel für die auch klangliche Veränderung, die der Strukturwandel ausgelöst hat, ist der Phoenix-See in Dortmund Hörde. Einst Standort des Stahlwerks Phoenix-Ost, ist der künstlich angelegte See heute ein Freizeit- und Naherholungsgebiet. Statt ohrenbetäubendem Dröhnen und den Rufen der Stahlarbeiter, hört man plätscherndes Wasser, quakende Enten und spielende Kinder. Geräusche der Arbeit findet man hier nun  in Form klackernder Computertastaturen und klirrendem Geschirr in den Restaurants an der Hafenpromenade.

Vorführung der Ringspinnmaschine im TextilWerk Bocholt

Zusätzlich zur Dokumentation der Klänge erarbeiten die Museen Verwendungsbeispiele für die Tonaufnahmen: mit Fachhochschulen, Künstlern, Wikipedia und anderen lokalen und internationalen Partnern. Diese Praxisbeispiele werden in allen Partnermuseen zum Internationalen Museumstag 2018 und in einer Abschlussausstellung im Mai 2019 vorgestellt.

Plattform für die Sounds of Changes ist die Datenbank des Vorgängerprojekts „Work with Sounds“ (www.workwithsounds.eu). Dort wurden seit 2013 über 700 Arbeitsklänge aus der industriellen Vergangenheit gesammelt und wissenschaftlich dokumentiert. Alle Klänge können in der Datenbank angehört, kostenfrei heruntergeladen und verwendet werden.

 

Kontakt

Kathinka Engels
LWL-Industriemuseum I Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Referat Wissenschaft und Vermittlung
Grubenweg 5 I 44388 Dortmund
Tel. 0231 6961-132 I Fax -114
kathinka.engels@lwl.org

Konrad Gutkowski
LWL-Industriemuseum I Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Referat Wissenschaft und Vermittlung
Grubenweg 5 I 44388 Dortmund
Tel. 0231 6961-270 I Fax -114
konrad.gutkowski@lwl.org

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