LWL-Industriemuseum

Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Alles nur geklaut?

Zeche Zollern

U-Boote

Schiffshebewerk Henrichenburg

23. März bis 13. Oktober 2019

Alles nur geklaut?

Die abenteuerlichen Wege des Wissens

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Dortmund
 

Prometheus stahl den Göttern das Feuer. Friedrich Harkort kupferte Dampfmaschinentechnik in England ab. Playmobil kickte seine Konkurrenten mit dem Plagiatsvorwurf aus dem Wettbewerb. Ob griechische Mythologie, deutsche Technikgeschichte oder juristisches Reglement – in Geschichte und Gegenwart gibt es unzählige Beispiele, wie Wissen geschaffen, geteilt und geschützt wird. Die Ausstellung „Alles nur geklaut?“ zeigt von März bis Oktober 2019 im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern die abenteuerlichen Wege des Wissens.

Buchstabenräder der Verschlüsselungsmaschine "Enigma".

Verräter oder Held?

Auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche unternehmen die Besucher eine Zeitreise von der Antike bis in die Gegenwart, lernen Erfinder, Fälscher, Spione und Whistleblower kennen. Dabei wirft die Schau immer wieder Fragen nach Motivation und Moral auf. Ist die Verbreitung geheimer Informationen legitim, wenn sie der guten Sache dient? Sind Agenten Verräter oder Helden? Macht uns die digitale Welt zum gläsernen Menschen? Wem gehört eigentlich das Wissen?

Das Spektrum der Exponate reicht vom Kirchenbuch bis zum digitalen Speichermedium, vom Eisenbahnrad bis zum Fischer-Dübel, von der antiken Skulptur bis zu Teilen einer V 2-Rakete. Spannung versprechen die Abteilungen zur Spionage in den beiden Weltkriege und der Zeit des Kalten Krieges. Eine BH-Minikamera gehört zu den kleinsten Objekten, die Verschlüsselungsmaschine „Enigma“ zu den faszinierendsten.

Geheime Kammern des Wissens

Die Garderobe der Tänzerin Mata Hari entführt den Besucher in die Welt der berühmten Spionin und Meisterin der Inszenierung. Ein Originalsegment des Spionagetunnels aus Berlin zeigt die geheimen Wege des Wissens im geteilten Deutschland.

Neben Objekten, Fotografien und Urkunden vermitteln Medienstationen und Videos an vielen Stellen der Ausstellung lebendige Eindrücke. Immer wieder ist der Besucher zum Mitmachen aufgefordert. So können Gäste in einem Sachverständigenlabor für Original und Nachahmung selbst herausfinden, welche von mehreren Varianten einer Ware oder Idee die originale bzw. ursprüngliche ist. Eine Karaoke-Station lädt zum Nachsingen von bekannten Hits ein.

Ein besonderes Erlebnis versprechen sechs in die Ausstellung integrierte Escape-Rooms. In kleinen Gruppen müssen Aufgaben gelöst werden. Ist der Code geknackt, öffnet sich die Tür zur nächsten "geheimen Kammer des Wissens".

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit polnischen, irischen und deutschen Schulen und Museen entwickelt das Museum außerdem eine Wissens-Werkstatt. Jugendliche werden in einer Mitmach-Ausstellung und auf einer virtuellen Plattform ihre individuelle, länderspezifische oder auch gemeinsame europäische Perspektive zur Diskussion stellen.

Die Tänzerin Mata Hari auf Postkarte, um 1907