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Schlossanlage "Oberes Schloss" Siegen
 

Im Zentrum der Stadt Siegen auf dem Siegberg liegt das "Obere Schloss", eine ursprünglich mittelalterliche Burg, die erst Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Besitz der Erzbischöfe von Köln an die Grafen von Nassau überging. Sie nutzten das inzwischen umgebaute Schloss als Wohnresidenz. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die Stadt Siegen das Gelände vom Preußischen König. In dem Gebäude befindet sich bereits seit 1905 das Siegerlandmuseum - ein Museum für regionale Geschichte - der Park wurde später Stadt- bzw. Bürgerpark.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131213-0001
Erfassungsdatum: 13.12.2013
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2011: Schlosspark "Oberes Schloss"

Zugehöriges Objekt

Schlosspark am "Oberen Schloss" in Siegen (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan.

Das Obere Schloss (1) liegt auf der Kuppe des Siegbergs. Von dort ergeben sich vielfältige Blicke auf die Stadt Siegen mit ihrem historischen Kern. Um die Gebäude aus dem 15. Jahrhundert erstreckt sich der Schlosspark auf einer Fläche von rund 2,3 Hektar.
Ein Lageplan von 1736 zeigt bereits verschiedene Gärten unmittelbar am Oberen Schloss: Über eine Zugbrücke hinter der Schlosskapelle gelangte man in den "Blumengarten". Er grenzte an den Sack- und den Hexenturm - in beiden Türmen wurden Häftlinge eingesperrt. Ein Tor führte vom Blumengarten in den "Großen Garten". In direkter Nachbarschaft zum Oberen Schloss befand sich das Jesuitenkolleg mit Kirche und eigenem Garten. Zusätzlich lagen vor dem Schloss der "Hasengarten" und das Zeughaus, das heute zum Studentenwohnheim umgebaut ist.
Die ruhige Lage über der Stadt, die großzügigen Rasenflächen, die zahlreichen Bäume und Sträucher sowie die farbenfroh blühenden Beete machen den städtischen Schlosspark bei den Siegenern sehr beliebt. Mit etwa 60.000 Tulpen beginnt im Frühjahr die jährliche Blütenpracht. Die Wechselbepflanzung mit Geranien, Fuchsien, Knollenbegonien und anderen bekannten Pflanzen wird in der stadteigenen Gärtnerei herangezogen und dreimal im Jahr ausgetauscht. Bis zu 130.000 Pflanzen werden jährlich für die Siegener Grünanlagen im kommunalen Ausbildungsbetrieb für angehende Gärtner kultiviert.
Unter den leuchtend gelben Schirmen des Musikpavillons (2) findet im Sommer ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Konzerten und Theateraufführungen statt. Der ganze Park ist beim "Rubensfest" und beim "Freundschaftsfest" voller kulturellem Leben.
Im Schlosspark sind zeitgenössische Skulpturen ausgestellt: An den flämischen Maler Peter Paul Rubens (1577 bis 1640) erinnert der "Rubens-Brunnen" (3) am "Hexenturm" mit einer Plastik des Siegerländer Bildhauers Hermann Kuhmichel (1898-1965). Die Darstellung aus dem Jahr 1935 symbolisiert die lange währende Streitfrage zwischen den Städten Köln, Antwerpen und Siegen, in welcher Stadt Rubens geboren sei. Die Frage wurde letztlich zu Gunsten Siegens entschieden. Bereits ein Jahr nach seiner Geburt zog die Familie jedoch nach Köln um.
Neun Gemälde des Barockmalers werden im Siegerlandmuseum ausgestellt, das 1905 im Oberen Schloss eröffnet wurde. Das Dachgeschoss des Schlosses zeigt auch eine Siegener Küche und eine Schlafstube, Beispiele der Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Eine weitere Besonderheit des Regionalmuseums für Kunst und Kulturgeschichte ist das 1938 unter dem Schlosshof eingerichtete Schaubergwerk. Es demonstriert die bergmännische Arbeit und erinnert an über 2.000 Jahre Bergbau und Eisengewinnung im Siegerland.
Der Ursprung des Oberen Schlosses ist eine mittelalterliche Höhenburg, die zunächst im gemeinschaftlichen Besitz des Er­zbischofs von Köln und des Grafen von Nassau war. Später - als die Burg allein den Nassauern gehörte - wurde sie zum Schloss umgebaut und diente zeitweise als Wohnresidenz der Grafen. Die Stadt Siegen hat das Schloss 1888 vom Preußischen König gekauft. Der Schlosspark wurde schließlich zu einem öffentlich zugänglichen Bürgerpark.
Während des Nationalsozialismus errichtete man auf den Grünanlagen zwei Hochbunker. Die Bauten waren teilweise in die historische Befestigung des Schlosses integriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der heruntergekommene Schlosspark wieder hergerichtet und in den 1970er Jahren dem damaligen Gartengeschmack angepasst.
Zu Füßen des Siegbergs liegt das Untere Schloss in der Siegener Innenstadt. Es wurde zwischen 1659 und 1720 als Residenz der evangelischen Fürsten zu Nassau-Siegen errichtet. Das Untere Schloss verfügt leider nicht mehr über Gärten, deren auf Plänen erhaltene Entwürfe von ­Johann Moritz, Fürst von Nassau-Siegen stammen. Das Untere Schloss wird heute von Landesbehörden genutzt.

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
  • Dehio, Georg (2011): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band 2: Westfalen. Berlin /München.
Externe ID: LWL-GUP01079
Erfassungsdatum: 13.12.2013
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1659 - 1720
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10064973


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2011: Schlosspark "Oberes Schloss"
2012: Schlosspark "Oberes Schloss"
2011: Schlosspark "Oberes Schloss"
2011: Schlosspark "Oberes Schloss"
2011: Schlosspark "Oberes Schloss"
2011: Schlosspark "Oberes Schloss"