Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Username:  
Password:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Sorpesee mit Seepromenade in Sundern-Langscheid
 

Der Sorpesee, oder die Sorpetalsperre, ist ein Stausee im Hochsauerlandkreis. Neben der Wasserregulierung der Ruhr dient er der Wasserversorgung und zur Stromerzeugung. Daneben ist dort ein großes  Freizeit- und Erholungsangebot.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131118-0001
Erfassungsdatum: 18.11.2013
Kategorie: Wasser
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2011: Sorpetalsperre mit Seepromenade in Sundern-Langscheid

Zugehöriges Objekt

Seepromenade in Sundern-Langscheid (Kulturlandschaft)

 

Das Sauerland ist nicht nur das "Land der tausend Berge", sondern auch das Land der zahlreichen Seen, genau genommen der durch Talsperren entstandenen Stauseen. Der Sorpesee gehört zu den fünf großen Talsperren des Ruhrverbandes, der seit 1899 die Bewirtschaftung des Talsperrenverbundes betreibt. Die landschaftsarchitektonisch neu gestaltete Uferpromenade am Sorpesee im Sunderner Ortsteil Langscheid soll hier für die touristische Entwicklung der Sauerländer Seen vorgestellt werden.
Durch die Industrialisierung wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Talsperrenbau vorangetrieben. Allein zwischen 1889 und 1925 wurden in Deutschland 30 Talsperren aus Bruchsteinen als sogenannte Gewichtsstaumauern errichtet. Der "Ruhrtalsperrenverein", der heutige "Ruhrverband", baute nach und nach ein System aus Talsperren, um den schwankenden Wasserstand der Ruhr für die Versorgung der damals 5 Millionen Menschen im Industrierevier auszugleichen, Hochwasserspitzen zu mindern, Strom zu erzeugen und die Trinkwasserversorgung zu sichern. Mit der Möhnetalsperre baute der Verein von 1908 bis 1913 die damals größte ihrer Art in Europa. 1926 bis 1934 folgte der Bau der Sorpetalsperre in der "moderneren" Dammbauweise mit einem Betonkern. Der Sorpesee wird vom Sorpebach, der in Sundern-Wildewiese entspringt, gespeist. Er ist etwa acht Kilometer lang und besitzt ein Stauvermögen von etwa 70 Millionen Litern Wasser.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Tourismus im Sauerland stetig. Mit seinen Luftkurorten wurde es zum attraktiven Ziel erholungssuchender Bewohner aus dem Ruhrgebiet mit seinen Großstädten. Neben der auch heute noch wichtigsten Hauptfunktion der Wasserregulierung wurden die Talsperren als Ausflugsziele immer beliebter und der Wassersport keimte auf: Durch Segeln, Surfen, Baden, Rudern und Tauchen wandelten sich die Talsperren von rein technischen Bauwerken in Freizeitseen und reinste Besuchermagneten. Selbst als Angelreviere sind die Talsperren längst überregional bekannt.
Die wachsenden Besucherströme machten Infrastrukturmaßnahmen erforderlich. Straßen wurden ausgebaut, Parkplätze geschaffen, Campingplätze, Bootstege und Clubhäuser wurden errichtet. Gastronomische Betriebe und Hotels sorgten für die zahlreichen Gäste, der Tourismus florierte. All diese Einrichtungen mussten sich auf einen mehr oder weniger engen Raum konzentrieren, nahmen doch die künstlichen Seen fast die gesamten Talräume ein. Den Sorpesee kann man heute zu Fuß, mit dem Rad oder auf Skatern umrunden.
Um den veränderten Ansprüchen an das Freizeitverhalten gerecht zu werden, wurde 2002 ein "Masterplan für die Seen im Sauerland" mit Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung aufgestellt. Die Anliegergemeinden der Stauseen haben sich vernetzt und vermarkten sich gemeinsam (www.seen-im-sauerland.de).
Langscheid bildet mit dem Sorpedamm und dem umfangreichen gastronomischen Angebot das touristische Zentrum am Sorpesee. Es ist zentraler Anziehungspunkt und Visitenkarte und zugleich der Ausgangsort für die Aktivitäten rund um den gesamten See. So lag es nah,  ihn umfangreich zu sanieren.
Zum 75jährigen Bestehen der Sorpetalsperre wurde im August 2009 die neue schöne Sorpeseepromenade mit einem Seefest eröffnet. Die Gestaltung stellt in Übereinstimmung mit dem Masterplan den vorläufigen Höhepunkt der Maßnahmen am "sportlichen See" dar. Die anderen Sauerländer Seen verfolgen eigene Schwerpunkte, der Hennesee zum Beispiel als "Tagungssee". An der Sorpetalsperre sind der Geh- und Radweg um den See, die zusätzlichen Parkplätze und  der Kurpark sowie die Campingplätze in das Gesamtkonzept mit einbezogen worden.
Nach den Plänen des Büros B.S.L. des Landschaftsarchitekten Klaus Schulze aus Soest wurde nicht nur die terrassenartige Anlage am See in Szene gesetzt. Auch der Umbau der Landstraße 687 ("Zum Sorpedamm") wurde mit dem Ziel einer Verkehrsberuhigung und der Regelung des ruhenden Verkehrs vorgenommen. Entstanden ist ein bei den Besuchern sehr beliebtes Mosaik aus Ruhe- und Aktivitätsbereichen für alle Altersgruppen. Auf der Seebühne finden im Sommer zahlreiche Veranstaltungen statt. Die "MS-Sorpesee" fährt in der Saison regelmäßig über den See zum Ortsteil Amecke.

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01082
Erfassungsdatum: 18.11.2013
Kategorie: Talsperre
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1926 - 1934
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10064150


In Karte anzeigen

2011: Seepromenade an der Sorpetalsperre in Sundern-Langscheid
2012: Sundern-Langscheid, Sorpeseepromenade
2011: Blütenkaskade an der Seepromenade in Sundern-Langscheid
2011: Schiffsanlegestelle in Sundern-Langscheid