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Bürgergärten in Arnsberg
 

In der Innenstadt von Arnsberg, westlich der Königsstraße, befinden sich zwei klassizistische Gartenhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in den letzten Jahren restauriert wurden.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131113-0001
Erfassungsdatum: 13.11.2013
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2012: Historische Gartenhäuser in Arnsberg

Zugehöriges Objekt

Historische Gartenhäuser in Arnsberg (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan.

Mit den historischen Gartenhäusern in Arnsberg zeugen zwei gut erhaltene Beispiele klassizistischer Park- und Gartenarchitektur vom bürgerlichen Leben des 19 Jahrhunderts in der ehemals preußischen Regierungsstadt. Das in seinen Grundzügen erhaltene städtebauliche Ensemble der Bauten an der Königstraße und den dazugehörigen Gartenhäusern ist einmalig in Westfalen.
Als Residenz des kurkölnischen Herzogtums Westfalen, später als preußischer Regierungssitz und seit fast 200 Jahren als Sitz der Bezirksregierung hat Arnsberg eine lange Tradition als Behördenstandort. Mit der Zugehörigkeit zu Preußen erhielt die Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts für die zugezogenen Beamten rund um den Neumarkt ein neues Regierungs- und Wohnviertel sowie eine Evangelische Kirche im klassizistischen Stil. Das Viertel entstand zwischen 1816 und 1841 unter maßgeblichem Einfluss von Karl-Friedrich Schinkel, Oberlandesbaudirektor und Architekt des preußischen Königs. Schinkel hat entscheidend den Klassizismus im gesamten Preußen gestaltet.
Entlang der Königstraße entstanden auf verhältnismäßig schmalen, langgestreckten Parzellen repräsentative Häuser. Auf den rückseitig anschließenden Grundstücken wurden die bis hinunter zum Mühlengraben reichenden, über 150 Meter langen Gärten angelegt.
In den Gärten der Gebäude Königstraße 24 und 28 wurden die beiden heute denkmalgeschützten Gartenhäuser errichtet. Im 20. Jahrhundert haben allerdings eingefügte Neubauten die Grundstücksaufteilung  verändert. Somit ist heute die ursprüngliche Zusammengehörigkeit  von den Wohnhäusern an der Königstraße mit den 120  bzw.135 Meter entfernt stehenden Gartenhäusern nicht mehr erkennbar.
In der Entstehungszeit, der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. wirkten die Gartenhäuser als malerische Blickpunkte in den langen und schmalen Gärten. Die Kulisse bildeten Bäume und Sträucher, die auf dem steilen, zum Mühlengraben abfallenden Hang des Ruhrtales wuchsen. Wie die Wohnhäuser brachten auch die Gartenhäuser den Anspruch an bürgerliche Selbstdarstellung zum Ausdruck. Hier traf man sich beispielsweise nach dem sonntäglichen Kirchgang oder abends zur Geselligkeit. Es ist mündlich überliefert, dass der Keller eines Gartenhäuschens als Weindepot diente. Das wahrscheinlich ältere der beiden Gartenhäuser wurde 1924 vom angrenzenden Internat übernommen und seitdem  als "Gartenhaus der Armen Schulschwestern" (1) bezeichnet.
Die lediglich aus einem einfach ausgestatteten Raum bestehenden Gartenhäuser öffnen sich, einladend dem Garten und dem Wohnhaus zugewandt, nach Osten. Beide Gebäude wurden als Fachwerkkonstruktion auf einem gemauerten Kellergeschoss errichtet. Das ältere der beiden weist einen einfachen viereckigen Grundriss und ein mit Schieferplatten gedecktes Krüppelwalmdach auf. Das wenig später errichtete Gartenhaus Twiete (2) besitzt einen aufwändigeren, achteckigen Grundriss. Es zeichnet sich besonders durch den heute schiefen, dem Barock nachempfundenen Ziergiebel aus. Bei beiden Häusern sind drei Seitenwände verschiefert und die Eingangsfronten verputzt.
2005 hat die Stadt Arnsberg Teile der Gartengrundstücke erworben und ein Landschaftsarchitekturbüro mit der Bestandsaufnahme und Neugestaltung der Gärten beauftragt. Das Konzept sieht auch die Anbindung der Gärten an den öffentlichen Weg entlang des Mühlengrabens vor.
Vom  ehemals beabsichtigten landschaftlich-idyllischen Charakter der Gärten ist heute nichts  mehr erhalten. Markante Bäume wurden leider gefällt. Der Ersatz des ehemals prägenden Buchenrondells  am Gartenhaus der Armen Schulschwestern durch eine Neupflanzung wird einige Jahrzehnte für die Ausbildung eines entsprechend räumlichen Eindrucks benötigen.
2010 wurde der Verein Bürgergärten e.V. mit der Zielsetzung der Förderung der Kultur in den klassizistischen Bürgergärten gegründet. 

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01054
Erfassungsdatum: 13.11.2013
Kategorie: Gartenhaus
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1822 - 1850
Datenherkunft: Redaktion
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10064009


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2012: Gartenhäuser in Arnsberg
2012: Historische Gartenhäuser in Arnsberg
2012: Historisches "Gartenhaus der Armen Schulschwestern"
2012: Historisches "Gartenhaus Twiete"