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Museumsgarten Kloster Oelinghausen
 

Zu dem Gesamtkomplex Kloster Oelinghausen, einem ehemaligen Prämonstratenserinnenkloster aus dem 12. Jahrhundert, gehört heute das Klostergartenmuseum mit dem 2009 neu angelegten Klostergarten.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131029-0001
Erfassungsdatum: 29.10.2013
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2012: Kloster Oelinghausen

Zugehöriges Objekt

Klostergartenmuseum Oelinghausen (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan.  

Das 1174 gegründete Prämonstratenser-Kloster galt im 18. Jahrhundert als reichstes Nonnenkloster Westfalens und als kultureller Mittelpunkt der Region. Seit 1992 leben und arbeiten Schwestern der Gemeinschaft der Hl. Maria Magdalena Postel im Kloster Oelinghausen.
Oelinghausen, bestehend aus dem Kloster, dem Gutshof und zwei Gaststätten, liegt zwischen den beiden Arnsberger Ortsteilen Herdringen und Holzen. Die Gebäude fügen sich malerisch in die hügelige Landschaft ein. Seit über 800 Jahren ist Kloster Oelinghausen eine Stätte des Gebetes und der Besinnung. Noch heute suchen viele Besucher Ruhe und Einkehr an diesem stillen Ort.
Die Wiege der abendländischen Gartenkultur liegt vor allem in den Klostergärten. In Mittel- und Nordeuropa lässt sie sich etwa ab dem 6. Jahrhundert belegen. Mittelalterliche Gärten waren vor allem Nutzgärten für Obst, Gemüse und Heilkräuter, aber auch Rosen, Lilien und Malven schmückten die Beete. Zur Zeit der Äbtissin und Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) bewirtschafteten auch die Prämonstratenserinnen in Oelinghausen, neben dem Probstei- und dem Konventgarten unmittelbar am Kloster, einen vermutlich mehrere Hektar großen Garten außerhalb der Klostermauern. Ein anschauliches Modell der damaligen Gesamtanlage wird im Museum (1) gezeigt.
An den Klöstern war es allgemein üblich, die einzelnen Gartenbereiche voneinander zu trennen: "Herbularius" - Der Heilkräutergarten, "Hortus" - Der Gemüsegarten, "Pomarium" - Der Obstbaumgarten, "Viridarium" - Der Zier- und Grüngarten. In Oelinghausen sind "Küchengärten" (2) und ein "Baumhof" (3) überliefert. Sicher kamen im klösterlichen Alltag und in der 1308 eingerichteten Krankenstation auch Heilkräuter wie Engelwurz, Zitronenmelisse, Salbei und Ringelblume aus dem Klostergarten zur Anwendung.
Auch wenn jeder Klostergarten den örtlichen und klimatischen Gegebenheiten entsprechend angelegt wurde, waren den meisten Anlagen gewisse sinnbildliche Gestaltungselemente gemein. Sie haben sich häufig über Jahrhunderte bis heute erhalten. Die Übertragung der Kreuzform auf Teile der Gartenanlagen oder das Wegesystem ist die bedeutendste dieser Komponenten. Die Mitte des Kreuzes wurde meist durch einen Brunnen oder eine besondere Pflanze, oft eine Rose, betont. Leider sind diese Strukturen in Oelinghausen nicht mehr zu sehen. Nur noch terrassierte Flächen und Gartenmauern sind im Gelände zu finden.
Im "Freundeskreis Oelinghausen" keimte in den 1990er Jahren die Idee, ein Museum einzurichten, das an den längst verfallenen Garten erinnern sollte. Auch ein Klostergarten sollte wiederbelebt werden. Auf den Klostermauern (4) und an geschützten Stellen hatten einige historische Wild- und Kulturpflanzen  - gewissermaßen als lebendes Archiv - überdauert. Ein immer noch fruchtender Walnussbaum (5) ist als ein vitales Relikt aus der Klosterzeit ebenfalls erhalten geblieben. Eher unauffällig steht der über 200 Jahre alte Baum in der Nähe eines prächtigen, aber deutlich jüngeren Mammutbaumes (6).
Ein 1905 im Klosterhof erbautes neugotisches Wirtschaftsgebäude wurde vom Verein ab 1998 in Eigeninitiative und durch Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der NRW-Stiftung restauriert und zum Klostergartenmuseum ausgebaut. 2005 wurde das Museum eröffnet. Die Ausstellung greift viele Fragen rund um den Klostergarten auf. An einer Nachbildung der Gartenmauer sind im Museum die wichtigsten Pflanzen des Gartens dargestellt. Draußen, an den "echten" Mauern sind viele heimische Pflanzen als Teil des Museumskonzeptes beschildert. Eine Klosterapotheke, in der Heilpflanzen getrocknet und zu Drogen verarbeitet wurden, wird im Museum gezeigt. Besonders eindrücklich kann man die klimatischen Veränderungen der letzten 1.000 Jahre anhand der "Jahrringkurve" von Eichen aus dem Sauerland verfolgen.
2010 wurde die 650 Quadratmeter große Gartenanlage (7) eröffnet. Da die historischen Gartenflächen nicht mehr zur Verfügung standen, wurde an der Ostseite der Kirche ein neuer Garten angelegt. In den Beeten gedeihen nun wieder die für den Garten der Prämonstratenserinnen typischen Pflanzen. Neben vielen Gartenrelikten des historischen Klostergartens wie Apfelrose, Hopfen oder Osterluzei sind dies in den "Hildegard von Bingen-Beeten" zum Beispiel Veilchen, Thymian, Kamille und Lavendel. Ehrenamtlich tätige "Klostergärtner" und "Klostergärtnerinnen" haben Pflegepatenschaften für einzelne Beete übernommen.
Bei Führungen und den weiteren Veranstaltungen des "Freundeskreises Oelinghausen" bekommt man einen vertieften Einblick in die Klostergartenzeit. Museum und Garten sind Sonn- und Feiertags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Das benachbarte Gut Oelinghausen (8) mit dem sehenswerten Taubenhaus im Innenhof wird als biologischer Betrieb bewirtschaftet. Zwei Gasthöfe, die St. Georgsklause (9) und der Gasthof Dannen (10) bieten nach einem Besuch des Museums und des Gartens gemütliche Gastlichkeit. Beachtenswert ist auch der in nahegelegen Wäldchen liegende Kreuzweg (11) mit den modernen Skulpturen. Der Kreuzweg endet auf einem alten Friedhof, genau gegenüber einem vorzeitlichen Grabhügelfeld. 

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01057
Erfassungsdatum: 29.10.2013
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 2009
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10063561


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2012: Klostermuseumsgarten Oelinghausen
2012: Museumsgarten Kloster Oelinghausen
2012: Kloster Oelinghausen
2012: Klostermuseumsgarten Oelinghausen
2012: Kloster Oelinghausen
2011: Kloster Oelinghausen