Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Naherholungsgebiet Seilersee, Iserlohn
 

Zu den beliebstesten Ausflugszielen in Iserlohn zählt der Seilersee, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Stausee künstlich angelegt wurde.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131024-0001
Erfassungsdatum: 24.10.2013
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2012: Naherholungsgebiet Seilersee

Zugehöriges Objekt

Naherholungsgebiet Seilersee, Iserlohn (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan.

Die Szenerie scheint zunächst wunderlich: Ein beliebtes Ausflugsziel unter einer Autobahnbrücke, ein "See" der gar keiner ist -  mit zwei verschiedenen Namen. Die Entwicklungsgeschichte des Naherholungsgebietes Seilersee gibt Aufschlüsse.
In den Jahren 1913/1914 wurde in Iserlohn eine vom Callerbach gespeiste Talsperre gebaut. Die "Callerbachtalsperre" zu Füßen des Seilerwaldes sollte in wasserarmen Zeiten die Frischwasserzufuhr für die Kläranlage Iserlohn-Ost sicher stellen. Zudem sollte der Wasserstand des Baarbaches, der zur Spülung der städtischen Kanalisation wichtig war, geregelt werden. Die Talsperre war eine von zwölf sogenannten Brauchwassertalsperren im Regierungsbezirk Arnsberg. Die "Callerbachtalsperre" diente also weder der Trinkwasser- noch der Energieversorgung. Noch heute wird sie als "Kallerbachtalsperre" amtlich geführt.
Nach der Stilllegung der Kläranlage wurde die Umgebung der Talsperre bei den Iserlohnern immer beliebter. Durch die zunehmende Freizeitnutzung wurde die 13 Hektar große Talsperre im Sprachgebrauch zum "Seilersee", die Bezeichnung setzte sich über die Jahre durch. Bereits 1924 wurde von der "Privatbrauerei Iserlohn" ein Ausflugslokal gebaut, 1937 folgte das "Haus Seilersee", das heute als asiatisches Café-Restaurant betrieben wird.
1963 stimmte der Rat der Stadt Iserlohn dem Weiterbau der Autobahn A 46 als Ersatz für die Bundesstraße B 7 zu. Der neue Streckenabschnitt sollte Hagen über Iserlohn mit der Anschlussstelle Hemer verbinden. Die Trasse führte genau über den Seilersee, was zunächst für einige Aufregung vor allem bei Naturfreunden sorgte. Doch schließlich wurden die Pläne umgesetzt und das Brückenbauwerk mit mehreren Betonpfeilern im Boden des Sees verankert. 1976 wurde die Autobahn für den Verkehr freigegeben.
Dass die A 46 die Attraktiviät des Seilersees und seiner Umgebung nicht nachhaltig gestört hat, beweist der "Kleingärtnerverein Seilersee e.V." der 1979 gegründet wurde. Seine Anlage ist am Südostufer des Sees.  Hier wird das Gärtnern auf der eigenen Scholle in einer vitalen Gemeinschaft gepflegt. Der Verein beteiligt sich an der jährlichen Initiative "Offene Gärten im Ruhrbogen", bei der an bestimmten Tagen über 60 private Gärten in acht Städten und Gemeinden besucht werden können. Die Gartenbesitzer zeigen bei dieser Aktion gerne ihre kleinen Paradiese und geben Tipps aus ihrem reichen Erfahrungsschatz.
Aus dem See ragt eine etwa 12 Meter hohe künstliche Orchidee mit pink- und weißfarbenen Blütenblättern empor. Die Stahlskulptur "The Overwhelming World of Desire (Phragmipedium Sedenii)" -deutsch: Die überwältigende Welt der Sehnsucht- stammt vom Londoner Künstler Marc Quinn. Sie stand 2003 bei der 50. Biennale in Venedig am "Canale Grande" und wurde der Stadt Iserlohn 2005 von einem Iserlohner Kunstförderer als Leihgabe auf Dauer übergeben.
Um den See führt ein etwa 1.6 Kilometer langer Weg. Er durchquert parkartig gestaltete Bereiche im Süden und Westen und zieht sich entlang des Seilerwaldes im Osten hin. Ruhebänke laden zum Verweilen ein. Der Weg ist besonders bei Sportlern beliebt, die am Seilersee Ihre Trainingsrunden drehen. Ein ausgedehntes Laufwegenetz mit unterschiedlichen Höhenprofilen und einer Länge bis zu etwa fünf Kilometern erstreckt sich vom Staudamm aus in den Seilerwald. Auf dem vom Sauerländischen Gebirgsverein ausgeschilderten Wanderweg A 1 gelangt man zu dem 1915 errichteten Bismarckturm.
Ein Bootsverleih im Schatten der Autobahnbrücke bietet Tretboote an. Auf ganz andere Boote trifft man mit etwas Glück am kleinen See unterhalb des Staudamms, dem  Fahrrevier der Schiffsmodellbauer. Eine Voliere mit exotischen Vögeln ist ein Blickfang. Und ganz im Norden befindet sich eine Minigolfanlage mit einem Kiosk.

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01049
Erfassungsdatum: 24.10.2013
Kategorie: Freizeitpark, Vergnügungspark
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1913 - 1914
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10063431


In Karte anzeigen

2012: Naherholungsgebiet Seilersee
2012: Naherholungsgebiet Seilersee
2012: Naherholungsgebiet Seilersee
2012: Naherholungsgebiet Seilersee
2012: Naherholungsebiet Seilersee
2012: Naherholungsebiet Seilersee